Städte und Gemeinde stecken Milliarden in den Ausbau der Kinderbetreuung, doch das Geld reicht nicht, um die Nachfrage zu decken. In München sollen nun private Kindertagestätten pro Jahr 100 Millionen Euro zusätzlich erhalten, um sie auch für Normalverdiener erschwinglicher zu machen.
Für München wird es knapp: Nur 19 Monate hat die Landeshauptstadt noch Zeit, dann wird aus einem Wunsch ein Rechtsanspruch. Jedes Kind, das das erste Lebensjahr vollendet hat, erhält vom 1. August 2013 an das Recht auf einen Betreuungsplatz. Doch trotz aller Bemühungen liegen die derzeit verfügbaren Plätze bei den Krippen, in denen Kinder unter drei Jahren betreut werden, noch weit unter der Quote, die das Bildungsreferat anstrebt.
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Begehrte Plätze: Weil in immer mehr Haushalten beide Eltern einen Job haben, steigt die Nachfrage nach Betreuungsangeboten für Kinder. Für 2012 haben die größten kommerziellen Anbieter Münchens die Eröffnung Dutzender Krippen angekündigt. (© )
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Für etwa jedes zweite Kind sollte es nach Wunsch der Münchner Eltern einen solchen Platz geben. Derzeit reicht das Angebot aber gerade einmal für 35 von 100 Kindern (Stand: September 2011) - städtische Plätze, Eltern-Kind-Initiativen und freie Träger zusammen gerechnet. Von den etwas mehr als 14.000 Krippenplätzen bietet die Stadt selbst nur etwas mehr als 3000 an.
Kommerzielle Anbieter, die 2005 mit dem neuen bayerischen Gesetz zur Bildung, Erziehung und Betreuung in den Markt einsteigen konnten, haben seitdem besonders expandiert und stellen ebenso mehr als 3000 Plätze. Für 2012 haben die größten kommerziellen Anbieter Münchens die Eröffnung Dutzender Krippen angekündigt.
Weil diese im Durchschnitt 250 bis 450 Euro mehr kosten als der Höchstsatz für einen städtischen Ganztagesplatz, will die Stadt diese Plätze auch für Normalverdiener erschwinglicher machen. Schon jetzt werden die Privaten von Stadt und Freistaat gesetzlich bezuschusst, wenn sie die Vorgaben erfüllen. Mit zusätzlichen 100 Millionen Euro jährlich will die Landeshauptstadt die Krippen-Unternehmen motivieren, Plätze anzubieten, die höchstens 20 Prozent teurer sind als der städtische Maximalsatz. Das Bildungsreferat ist überzeugt, damit langfristig die Preise der Privaten senken zu können.
"Einzelne werden auch weiter hohe Preise verlangen"
Die Mehrheit der gewerblichen Anbieter werde von den neuen Zuschüssen Gebrauch machen, sagt Eva-Maria Volland, Sprecherin des Bildungsreferates. "Einzelne werden auch weiter hohe Preise verlangen - wie viele sich das leisten können, entscheidet dann der Markt."
Das Referat hofft auch, dass Münchner Unternehmen sich künftig stärker für die Betreuung der Kinder ihrer Mitarbeiter engagieren, vor allem, indem sie geeignete Räume zur Verfügung stellen. Denn sie sind in der Stadt nur sehr schwer zu finden - ein Hindernis bei der Gründung. Die Qualität der privaten Kinderbetreuung hält die Stadt für ebenso gut wie in ihren eigenen Einrichtungen. Sie verlässt sich aber nicht auf deren Wachstum, das unternehmerischen Entscheidungen und damit der Marktentwicklung unterliegt.
"Nur als Investment wäre das nicht rentabel, die Personalkosten sind sehr hoch und liegen bei 70 Prozent", sagt etwa Dagmar Nietzer, Mitinhaberin von "Joki - Job und Kind". Das Unternehmen, das der ehemalige AOL-Deutschland-Chef Uwe Heddendorp gegründet hat, expandiert stark. Bis Ende des Jahres soll es sieben Joki-Einrichtungen in München geben und das Personal von 25 auf 140 Mitarbeiter wachsen. "Wir müssen mit spitzem Bleistift rechnen", sagt Nietzer.
Weil die Stadt sich nicht allein auf die gewerblichen Anbieter verlassen kann, treibt sie selbst den Bau neuer Immobilien voran. Zwei Investitionsprogramme in Höhe von fast 300 Millionen Euro sollen bis 2015 greifen.
Im Kindergartenbereich ist die gewünschte Quote von 90 Prozent nahezu erreicht (88 Prozent). Im Gegensatz zur Betreuung schulpflichtiger Kinder: Für Grundschüler hatte der Stadtrat 2010 eine Betreuungsquote von 80 Prozent angesetzt - erreicht wurden in Horten, Tagesheimen, Mittagsbetreuungen und Ganztagesklassen gerade einmal 66 Prozent.
Mehr über private Kindertagestätten lesen Sie am Montag im München-Teil der Süddeutschen Zeitung auf der Thema des Tages-Seite.
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(SZ vom 09.01.2012/afis)
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Unser Stadtpolitiker + Ude labern jetzt seit über 20 Jahren herum, dass mehr Kindergrippenplätze geschaffen werden sollen.
Nach 20 Jahren kam mal ein Stadtrat auf die Idee die Frage zu stellen: "Sind vielleicht unsere Anforderungen an einen Kindergarten zu hoch, vielleicht reichen ja schon 95% der Anforderungen aus um trotzdem einen guten Platz errichten zu können. Immerhin sind 95% ige Plätze besser als gar kein neuer 100% Kindergartenplatz."
Wie man sieht hat die SPD-Stadtratsfraktion wieder einmal gänzlich und total versagt. Erst dicke Lippe riskieren und dann doch nichts machen. Tja so ist das bei unseren SPD-lern. Zu jeder Konzertkarte zuzahlen und dann noch einen neuen Konzertsaal fordern, obwohl die Stadt Schulden in MioHöhe hat.
Glauben die wir sind blöd und können nicht 1+1 zusammenzählen?
müssen sich Eltern ab 2013 dann keine schwachsinnigen Begründungen mehr anhören, weshalb es angeblich eine absolut abwegige Idee ihrerseits sei, zu meinen sie dürften überhaupt daran denken, einen Krippenplatz zu beantragen...
Ich bin gespannt, was los ist, wenn die ersten ihren Rechtsanspruch mit Nachdruck geltend machen. Werden dann die Notsitze in den Krippen aufgeklappt oder hüpft das fehlende Personal plötzlich aus Kisten? Sind Sie auch gespannt, so wie ich?
Hier zeigt sich mal wieder die unfähige Politik des deutschen Städtetagspräsidenten Ude, der bei einem so wichtigen Thema die Weichen viel zu spät stellt. Die Zuschussmöglichkeiten des Landes für Krippenplätze sind schon lange gegeben und die Stadtverwaltung könnte ihren Beitrag leisten, aber rot-grün finanziert lieber "Radljoker".