Von Philipp Crone

Der TSV 1860 München holt den amerikanischen Offensivspieler Kenny Cooper für drei Jahre. Mit ihm sollen Konterchancen besser genutzt werden.

Solche Fußballspiele sind gefährlich. Es sind die Spiele, in denen am Ende der Torwart als Mann des Tages gefeiert wird. Der TSV 1860 hat am vergangenen Samstag so ein Spiel erlebt, in der ersten Runde des DFB-Pokals in Paderborn. Die Löwen gewannen gegen den Zweitligaaufsteiger 1:0, aber nur, weil Torwart Gabor Király sein Tor so gut hütete.

Kenny Cooper beim TSV 1860 München

Ein Amerikaner in München: Kenny Cooper. (© Foto: AFP)

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Dem dünnen Resultat folgte Euphorie, und die bricht bei 1860 bekanntlich sehr leicht aus. Alt-Torwart Petar Radenkovic bescheinigte Király sogleich, der beste Keeper Deutschlands zu sein, die Fans feierten ihn und auch Trainer Ewald Lienen. "Euphorie ist gefährlich", sagt Sportdirektor Miki Stevic, "die Saison ist ja noch nicht einmal losgegangen."

Wenn der Torwart zum Held wird, hat die Mannschaft ihr Spiel meist gewonnen, aber denkbar knapp. Es hätte gar nicht so kommen müssen, doch die Angriffsreihe vergab die laut Lienen "tausendprozentigen" Konterchancen in der letzten Viertelstunde der Partie. Das soll sich ändern, und dazu soll von Dienstag an auch der amerikanische Offensivzugang Kenny Cooper beitragen.

1,92 Meter groß und 94 Kilogramm schwer ist der 24-jährige Texaner, der am Montag nach der sportärztlichen Untersuchung in München einen Dreijahresvertrag unterschrieb und am Dienstag zum ersten Mal mit der Mannschaft trainieren wird.

Mit Cooper, der in 90 Spielen der amerikanischen Major League Soccer 40 Tore schoss, sei der Kader bis auf einen Spieler komplett, sagt Stevic. Die Löwen wollen noch jemand für die linke Seite verpflichten. "Da fehlen verletzungsbedingt Daniel Bierofka und Benny Schwarz, wir brauchen Ersatz, der links alle Positionen spielen kann." Wenn ein Spieler so kurz vor dem Ligastart dazukommt, ist das schlecht für Abstimmung und Zusammenspiel im Team. Nur hat Stevic ein Problem. Er muss sich bei seinen Einkäufen sicher sein. "Wir dürfen uns da keine Fehlschüsse erlauben, dafür haben wir nicht genug Geld." Deshalb werden die Spieler vorab so lange wie möglich beobachtet.

Der noch unbekannte Linksspieler wird laut Stevic eine "günstige Variante" sein - ablösefrei. Zum Einsatz wird er aber am Sonntag, wenn die Löwen im Heimspiel zum Ligaauftakt gegen Koblenz antreten, wahrscheinlich noch nicht kommen. Und Király wird froh sein, wenn er nicht gleich wieder zum Mann des Tages wird.

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(SZ vom 04.08.2009/sonn)