Von Hanne Weskott

Das Auktionshaus Neumeister versteigert 550 Fotos von den Kennedys. Bis zur Versteigerung am 12. Dezember sind die Bilder ausgestellt.

Mit John F. Kennedy kam ein frischer Wind ins Weiße Haus. Vielen galt er als eine Art Lichtgestalt der Politik. Sein jugendlicher Elan wirkte mitreißend, besonders wenn man bedenkt, dass der 43-Jährige den 71 Jahre alten Dwight D. Eisenhower als Präsidenten der Vereinigten Staaten beerbte.

(© Foto: Jacques Lowe)

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Eisenhowers Mitstreiter in Europa waren auch nicht jünger: Charles de Gaulle war ebenso 71 und Konrad Adenauer gar 85 Jahre alt.

Kein Wunder, dass die Hoffnungen der Jugend sich auf Kennedy richteten. Sein neuer Stil wirkte herzlich und spontan und war doch mit Beratern genau durchkalkuliert. Auch in der Art, wie er seine ganze Familie, besonders aber seine elegante Frau Jacqueline mit in Szene setzte, machte er Geschichte.

Und wahrscheinlich ist kein Politiker vorher so oft in den Medien gewesen wie John F. Kennedy. Aber da war ja nicht nur er, sondern der gesamte Clan, von denen die beiden Brüder Robert und Edward ebenfalls Politiker waren.

Wie wichtig die mediale Vermittlung in dieser Familie genommen wurde, zeigt, dass der Fotograf Jacques Lowe nicht nur die offiziellen Aufnahmen für die Wahlkampagne von John F. Kennedy machte, sondern auch zum persönlichen Fotografen des Präsidenten aufstieg. Er war mit Robert Kennedy befreundet und fotografierte alle Kennedys.

Sein Archiv mit 40000 Negativen wurde zwar beim Anschlag auf das World Trade Center zerstört, aber alles ist nicht verloren. Etwa 20 Abzüge mit seinen Bildern von Edwards Familie werden am 12. Dezember bei Neumeister mit einem Konvolut von insgesamt 550 Fotos der Kennedys aus einer Privatsammlung versteigert.

Bis zum 11. Dezember sind "Die Kennedys" in den Schauräumen des Versteigerungshauses in der Gabelsbergerstraße 17 (Montag bis Samstag von 14-18 Uhr) zu sehen. Es ist eine gute Mischung aus unterschiedlichen Jahren, die den Kennedy-Clan im privaten Kreis und bei öffentlichen Auftritten zeigt.

John als Kind, als Erwachsener, im Wahlkampf, als Vater, als Präsident, auch seine Frau, seine Brüder, deren Frauen und Kinder, seine Eltern. Alle lachen und strahlen, so dass man das schreckliche Ende fast vergessen hat, wenn die Bilder vom Begräbnis kommen.

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(SZ vom 30.11.2007)