Kapuzineräffchen von Justin Bieber Ein Stofftier als Ersatzmama

Kapuzineräffchen Mally sitzt im Münchner Tierheim ein und wartet auf seinen prominenten Besitzer: Justin Bieber. Im Gespräch erzählt Tierheimchef Karl-Heinz Joachim, wie es Mally geht und warum er selbst kein Belieber ist.

Von Marc Felix Serrao

Justin Bieber muss auf seiner Europatournee weiterhin ohne sein Kapuzineräffchen Mally auskommen. Das vom Zoll beschlagnahmte Tier befindet sich seit fünf Tagen in Quarantäne im Tierheim München - weil die erforderlichen Papiere fehlen. Der kanadische Sänger hatte Mally erst kürzlich als Geschenk zu seinem 19. Geburtstag erhalten. Wenn er ihn wiederhaben will, muss er dem Zoll Dokumente über Gesundheitszustand und Herkunft des Affen vorlegen und ihn binnen vier Wochen abholen. Andernfalls wird Mally zur Vermittlung freigegeben. Fragt man Tierheimchef Karl-Heinz Joachim, der zurzeit auf den Affen aufpasst, wäre Letzteres gar keine so schlechte Lösung.

SZ: Grüß Gott, Herr Joachim. Sie wissen, worum es geht?

Karl-Heinz Joachim: Allerdings. Ich bin hier ja nur noch mit Reportern zugange.

Dann halten wir es kurz. Das Wichtigste zuerst: Wie geht's dem Affen?

Dem geht's gut. Sie können ihn sich später auf RTL anschauen. Sat 1, der BR, TV München, die waren auch schon alle da.

Wussten Sie denn, wer Mally ist, als der Zoll vergangene Woche anrief?

Gar nicht. Die haben nur gesagt, dass ein Affe eingezogen werden muss, und wollten wissen, ob ich Platz habe. Am Wochenende hat dann jemand angerufen und gemeint, das Tier gehört Justin Bieber.

Wussten Sie, wer Justin Bieber ist?

Na ja. Den sieht man ja leider Gottes hin und wieder im Fernsehen.

Sie sind kein Fan?

Hören Sie, ich bin 64. Für die Musik darf man, glaube ich, nicht älter als zwölf sein.

Waren denn schon junge Fans bei Ihnen, um den Affen zu sehen?

Gott sei Dank nicht! Das würde auch nichts bringen. Zum Affen geht mir keiner rein.

Was macht Mally den ganzen Tag?

Wenn er nicht frisst, geht er in seine Schlafhöhle und hält sich an seinem Stofftier fest. Das ist die Ersatzmutter.

Ersatzmutter?

Ja. Das Tier wurde viel zu früh von der Mutter getrennt. Nach unserem Recht müsste man den Affen eigentlich einziehen.

Sie wollen Justin Bieber seinen Affen wegnehmen?

Ich weiß, das klingt krass. Aber nach deutschem Recht wäre das die richtige Lösung. Schauen Sie, das ist ein Wildtier, das normal ein Jahr bei der Mutter bleibt. Und Mally ist erst 14 Wochen alt. Ob Justin Bieber ihn zurückbekommt, entscheiden am Ende der Zoll und das Bundesamt für Artenschutz. Ich bin ja nur die Verwahrstelle.

Und wenn Sie entscheiden dürften?

Ich würde sagen: Den Affen jetzt hier rauszunehmen und dann mit ihm auf Tournee zu gehen, das ist nicht gut. Am besten wäre er bei jemandem aufgehoben, der schon ein paar Kapuzineraffen hat. Der Affe will nicht allein sein. Da ist er wie der Mensch.

Justin Bieber gilt ja ohnehin nicht als jemand, der sich besonders liebevoll um Tiere kümmert. Einmal hat er einem Fan seinen Hamster vermacht. Kurze Zeit später war das Tier tot.

Ja, gut. Jetzt will er wohl Michael Jackson nacheifern. Der hatte auch einen Affen.

Bubbles, der Schimpanse. Der lebt sogar noch, in einem Heim für Affen in Florida.

Sehen Sie! Wichtig ist, dass sich jemand um die Tiere kümmert.

Haben Sie zum Schluss noch eine Botschaft an Justin Bieber, Herr Joachim?

Hab' ich. Lieber Herr Bieber: Falls Sie Ihren Affen bei uns abholen, wäre es sehr gut, wenn Sie jemanden einstellen, der das Tier danach betreut und ihm alles gibt, was es braucht. Das Geld dafür müsste ja da sein.