Der Regisseur Johan Simons wird der Nachfolger von Frank Baumbauer in den Münchner Kammerspielen. Die Kulturschaffenden der Stadt haben das positiv aufgenommen.
Die Nachfolge für Frank Baumbauer, der seinen 2009 auslaufenden Vertrag als Intendant der Münchner Kammerspiele nicht verlängert, steht fest: Zu Beginn der Saison 2010 / 2011 wird Johan Simons das Theater übernehmen.
(© Foto: Bernd Thissen /oh)
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Die Spielzeit 2009 / 2010 wird von dem derzeit tätigen Direktorium geleitet werden, bestehend aus der Chefdramaturgin Julia Lochte, der Künstlerischen Referentin Christiane Schneider und dem Geschäftsführenden Direktor Siegfried Lederer.
Simons, der bis 2010 noch Künstlerischer Leiter des NT Gent ist, hat an den Kammerspielen wiederholt inszeniert, etwa "Anatomie Titus" von Heiner Müller (eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2004), "Die zehn Gebote" nach Krzysztof Kieslowski und zuletzt Kleists "Prinz von Homburg". Zur Nominierung von Simons äußern er sich selbst und andere (Kommentar siehe Feuilleton).
Johan Simons, derzeit noch Künstlerischer Leiter des NT Gent, designierter Intendant der Münchner Kammerspiele: Es ist natürlich eine sehr große Ehre, für so ein wunderbares Theater gefragt zu werden. Ich kenne das Haus ziemlich gut; nicht nur das Ensemble ist wunderbar, auch die gesamte Infrastruktur.
Das Haus wird von Frank Baumbauer wunderbar geleitet. Es ist mir wichtig, das Ensemble weiterzuführen; gleichzeitig muss ich aber auch meine eigenen Sachen hier machen. Das heißt, ich muss mich um andere Regisseure und um Koproduktionen mit anderen Institutionen der Stadt kümmern, beispielsweise mit Museen.
Denn wir leben in einer Welt, in der es schwierig ist, mit der Peripherie Verbindung zu halten. Das heißt, wir müssen uns gegenüber der Stadt noch weiter öffnen, andere Kulturen hereinholen und auch Menschen, die vielleicht noch nie im Theater waren.
Für mich liegt München mitten im Europa; ich bin auf einem Bauernhof geboren, und die erste Stadt, die ich mit 18 im Ausland besuchte, war München.
Im Theater ist es mir wichtig, den Kokon aufzubrechen, in den wir uns in den Künsten immer wieder zurückziehen. Wir müssen uns für eine Welt aussprechen, in der das Denken eine Lust ist und das Fundament unseres Handelns darstellt. Wir müssen ein Theater machen, das ins Herz trifft, der Angst ins Auge sieht und lernt, mit ihr umzugehen.
Am Theater muss man immer utopisch denken, für Zynismus ist da kein Platz. Es geht darum, die Leute ins Herz zu treffen; deshalb müssen wir uns auch multidisziplinären Ansätzen, auch dem Musiktheater, zuwenden.
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FKK-Slackliner Alexander Schulz
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