Justin Bieber in München Pyrotechnik und Konfetti

Auf etwa 55 Millionen US-Dollar wird das Jahreseinkommen des Kanadiers geschätzt. Er hat 52 Millionen Fans auf Facebook und 36 Millionen Follower auf Twitter. Nur Lady Gaga kann ähnliche Zahlen vorweisen.

Biebers drittes Studioalbum erschien vor gut einem halben Jahr, es heißt "Believe" und verkauft sich natürlich prächtig. Seine Stimme ist wegen des Stimmbruchs etwas tiefer als früher, aber immer noch beinahe glockenklar. Die R'n'B-Pop-Dance-Mischung auf dem Album ist solide, aber nicht genial. Balladen wechseln sich mit Club-Hits ab - Biebers bewährtes Rezept. Das Phänomen Justin Bieber lässt sich nicht mit der Musik erfassen. Sondern eher an Hand der entrückten Blicke der Fans und der Lautstärke ihres Kreischens, wenn Justin Bieber seine Sonnenbrille abnimmt. 

Bieber verschwindet mehrmals hinter der Bühne, um sich umzukleiden. Mal trägt er weißes Jackett, mal eine goldene Weste, mal nur ein Unterhemd. Immer tief sitzende Baggypants. Mal hüpft er auf und ab, mal bewegt er sich im Robot Dance und ständig greift er sich mit einer Hand in den Schritt.

90 Minuten steht Bieber auf der Bühne, er spielt seine bekannten Hits wie "Baby" oder "One Less Lonely Girl", aber auch viele Lieder von der aktuellen Platte. Die Bühne ist imposant: Auf drei Ebenen laufen Musiker und Tänzer hin und her, ein Steg führt weit ins Publikum hinein. Auf der Leinwand hinter der Bühne werden Bilder eingeblendet: Wie der kleine Justin erste Gesangsversuche unternimmt oder wie der Star Bieber in einem gestellten Videoclip den Paparazzis davonrennt. Auch an Pyrotechnik hat der Teenie-Star nicht gespart. Ständig knallt es, doch nicht immer steigen Flammen empor, manchmal rieselt auch Konfetti herab.

Der Geruch nach Schweiß ist so beißend wie bei einem Metal-Konzert. Die "Belieber" hüpfen und recken die Hände in die Luft. Doch statt Teufelshörner formen sie mit ihren Fingern ein Herz.

Bei "Out Of Town Girl" führt Bieber mit zwölf Tänzern eine Choreographie vor, bei "Be Alright" setzt er sich auf eine Treppenstufe und trocknet sich mit einem schwarzen Handtuch die Stirn. Bei "Beauty And A Beat" steht er mit dem Rücken zum Publikum und beugt sich soweit nach vorne, dass man seine weiße Unterhose sieht. Die Frequenz, in der die Ordner heraneilen, um einen kollabierten Fan aus der Menge zu ziehen, erhöht sich.

Nach der letzten Zugabe "Baby" sinkt der Sänger hinunter und verschwindet unter dem Bühnenboden. Doch auf dem Weg nach unten ist Justin Bieber noch lange nicht.

Weitere Stationen von Justin Biebers Deutschlandtour sind Berlin (Sonntag), Hamburg (Dienstag), Frankfurt (Mittwoch), Dortmund (5. April) und Köln (6. April). Es sind noch Restkarten erhältlich.