Von Martin Thurau

Ein Streit um einen zu lauten MP3-Player eskaliert am U-Bahnhof Innsbrucker Ring. Politiker fordern nun eine stärkere Überwachung.

Zum dritten Mal innerhalb von nur zehn Tagen wird ein U-Bahnhof Schauplatz eines brutalen Übergriffs. Am Innsbrucker Ring haben drei junge Männer am frühen Sonntagmorgen zwei 45-jährige Fahrgäste zusammengeschlagen, die sie im Zug aufgefordert hatten, ihre MP3-Player leiser zu stellen. Die genaueren Umstände des Vorfalls sind bisher noch nicht geklärt.

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Es ist 4.45 Uhr in der Früh, um diese Zeit, zumal am Sonntag, ist die U-Bahn nicht besonders voll. Am Odeonsplatz besteigen die beiden 45-Jährigen, eine EDV-Kraft und ein Bankkaufmann, einen Zug der Linie U5 Richtung Ostbahnhof. Wenig später werden sie Zeugen eines ersten tätlichen Übergriffs.

Drei junge Männer spielen mit ihren iPods so laut Musik ab, dass sich ein Fahrgast gestört fühlt und sie auffordert, die Geräte leiser zu stellen. Einer der drei schlägt dem Mann daraufhin mehrmals mit der Faust ins Gesicht.Nach diesem Vorfall und weil die Täter keine Anstalten machen, die Musik leiser zu stellen, so die Polizei, gehen nun die beiden 45-Jährigen auf das Trio zu.

Wieder springt einer der Jungen auf und schlägt einem der beiden Fahrgäste mehrmals mit der Faust ins Gesicht. Am Innsbrucker Ring können die beiden die U-Bahn verlassen, doch die drei Täter folgen ihnen. Im Sperrengeschoss schlagen sie einen der Männer zu Boden und treten mit Füßen auf ihn ein.

Dann verlagert sich die Schlägerei an die Oberfläche. Einer der jungen Täter wirft einen Ziegelstein auf das zweite Opfer; der Mann trägt eine Platzwunde am Kopf davon. Zudem erleiden die beiden Männer laut Polizei Prellungen und Schürfwunden, die im Krankenhaus ambulant behandelt werden.

Die Schläger können unerkannt entkommen. Sie seien zwischen 18 und 20 Jahre alt und "ausländischer, vermutlich türkischer Herkunft", so beschreiben die Zeugen sie laut Polizei. Eine Videokamera im Sperrengeschoss habe den Übergriff aufgenommen, die Aufzeichnungen müssten aber noch genauer ausgewertet werden, so ein Polizeisprecher.

In den beiden anderen Fällen von Übergriffen in U-Bahnhöfen hatte die Polizei die Täter schnell gefasst, zumindest in einem Fall nicht zuletzt mit Hilfe der Videoaufnahmen: Vor allem der Überfall auf einen 76-jährigen Rentner vor zehn Tagen hatte Entsetzen ausgelöst.

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