Jubiläum Fotos, Musik und Maibaum

Von Anfang an das Zentrum des Vereins: das Üblacker-Häusl.

(Foto: Freunde Haidhausens)

"Freunde Haidhausens" feiern ihr 40-jähriges Bestehen

Von Johannes Korsche, Haidhausen

Alles begann mit dem sogenannten Üblacker-Häusl an der Preysingstraße. Weil eine Gruppe das für das Herbergenviertel so typische Haus aus dem späten 18. Jahrhundert bewahren und mit Kultur bespielen wollte, gründete sich eine Bürgerinitiative, aus der letztlich die "Freunde Haidhausens" hervorgingen. 40 Jahre ist das nun her. Grund genug für den Kulturverein, das anstehende Jubiläum mit mehreren Veranstaltungen in den kommenden Monaten zu feiern.

Am Donnerstagabend, 23. November, beginnen die Feierlichkeiten im Hofbräu-Keller am Wiener Platz. Unter dem Titel "Hoagascht 2017" liest Hermann Wilhelm vom ebenfalls 40 Jahre alten Haidhausen-Museum von 19 Uhr an aus seinem neuen Buch "Der vielleicht spannendste Stadtteil Münchens - Haidhausen vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zum Beginn der 1990er Jahre". Musikalisch wird er unter anderem von der Jazzband "Geoff Goodman & Friends" begleitet.

Doch zentral bleibt auch beim Jubilieren das Üblacker-Häusl. Dort werden vom 12. Dezember an Fotos gezeigt, die von der Schwabinger Künstlergruppe "foen" im Laufe des vergangenen Jahres in Haidhausen gemacht worden sind. Die neun Fotografen haben "Haidhausen ein Jahr lang begleitet", sagt Dieter Rippel, Chef der "Freunde Haidhausens". Herausgekommen sei ein "sehr interessanter" Blick auf das Viertel. Es ist die 395. Ausstellung in dem denkmalgeschützten Häuschen, die die "Freunde Haidhausens" seit 1980 im Herbergshäuschen eröffnen. Das Besondere am Üblacker-Häusl ist für Rippel, dass "sich in den historisch authentischen Räumen zeitgenössische Künstler" präsentieren können. Motto: "Kunst trifft Geschichte". Für eine geringe Gebühr - 50 Euro für vier Wochen - will Rippel vor allem jungen Künstlern einen Raum in der Stadt bieten. Denn diese "Freiräume sind ja immer mehr eingeschränkt." Bis 10. Dezember sind in den Ausstellungsräumen Aquarelle von Jürgen Meyer-Andreaus zu sehen.

Ein Höhepunkt der Festmonate wird das Aufstellen des Maibaums am Wiener Platz sein, dem "logischen Zentrum Haidhausens", wie Rippel sagt. Am 1. Mai lädt der Verein zu diesem Anlass die Haidhauser zu einem Fest auf dem Wiener Platz ein. Denn der soll nicht nur ein "Pseudo-Aufenthaltsort, an dem man mal einen Kaffee trinkt," sein, sondern tatsächliche Lebensqualität für die Haidhauser bieten. Dazu gehöre auch ein Maibaum samt stattlichen Straßenfest - bis zu 5000 Haidhauser erwartet Rippel. Eine Lesung am 25. Juni, 19 Uhr, in der Monacensia bildet den Abschluss der Feierlichkeiten. Gelesen wird aus Texten, die sich mit Haidhausen auseinandersetzen. Das Datum sei dabei nicht zufällig gewählt, sagt Rippel. Seit dem 25. Juni 1978 sind die Freunde Haidhausens ein offiziell eingetragener gemeinnütziger Verein.