Snowboards, Zehenwärmer und High-Tech-Leibchen: Auf der Ispo präsentieren 1700 Aussteller die Trends der kommenden Wintersaison.
Wo bitteschön ist der Schnee? Draußen schmilzt er allmählich dahin und verwandelt sich in ordinäre Pfützen. Drinnen aber soll der Schnee sich halten. Mindestens bis zum 4. Februar, bis zum letzten Tag der "Ispo Winter 04" - so viel Authentizität muss sein, wenn fast 1700 Aussteller in den Riemer Messehallen vier Tage lang Neuigkeiten rund um das Thema Wintersport präsentieren.
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Natürlich haben die Veranstalter nicht jeden der 160 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche beschneit. Eine weiße Decke breitet sich in einer Ecke der Halle A2. Hier findet die europaweit erste Indoor Snowboard Rail Session statt. Auf einer zwölf Meter langen Rampe, präpariert mit einem extra hierfür entwickelten Echtschnee, zeigen die besten Boarder aus Europa, Kanada und den USA, was Brett und Knochen so alles aushalten. Punkt 12 Uhr ist der erste Freestyle-Akrobat startklar. Kurz durchatmen, Anlauf nehmen, auf das schmale Geländer (auf Snowboarder-Deutsch: rail) springen - und abrutschen. Die vorwiegend jugendlichen Zuschauer johlen.
Andere haben weniger für diesen Spaß übrig. Die Ispo ist schließlich keine Publikumsmesse. Wer hierher kommt, hat aus beruflichen Gründen mit Wintersport zu tun. So wie zwei Händler aus Norddeutschland: "Wir sind ja nicht zum Vergnügen hier, wir schauen uns um, welche Trends in der nächsten Saison angesagt sind." Darum wenden sie sich der IspoBrandnew-Award-Ausstellung zu. Hier reiht sich, was sich als neu vorstellt in der Sporttechnik. Die Firma Rezotec etwa führt die erste Touren-Sicherheits-Telemarkbindung der Welt vor: Das Ding mit dem Namen "7tm tour" ermöglicht dem Telemarker beim Aufsteigen die Schuhferse anzuheben, ohne dass der Schuh gebogen werden muss. Das soll die Kräfteschonen.
Nebenan werden Geräte präsentiert, die zum Einsatz kommen, falls dem Tourengeher etwas zustoßen sollte. Trägt der Alpinist etwa eine von der Geo-View AG entwickelte Kombination aus einem Handy und einem High-Tech-Hemd zur EKG-Messung, kann er sich per Tastendruck mit einem Mediziner verbinden lassen. Außerdem werden Informationen wie die Blutgruppe oder Allergien an die Rettungsleitstelle weitergeleitet.
In Halle B3 führt David Macher, Inhaber der österreichischen Therm-IC Products GmbH, frostempfindlichen Frauen vor, wie sich die "Kälte bekämpfen" lässt: Einfach den elektrischen Fußwärmer am Skischuh befestigen, die Sohle in den Schuh hineinlegen, schon umschmeichelt wohlige Wärme die Zehen - bis zu 18 Stunden lang. Das tut der Wärmespender laut seinen Herstellern sogar in "edlem Design".
"Hauptsache, man macht eine gute Figur auf der Piste", sagt eine Zuschauerin einer Textilschau, die modisch eingekleidete Models zu Techno-Rhythmen tanzen lässt - und dank atmungsaktiver Materialien dennoch nicht ins Schwitzen bringt. So locker soll der Konsument in der nächsten Saison auch auf einer Konstruktion stehen, die sich Triboard nennt: Dieses so genannte Funboard hat sein Erfinder Detlef G. Barthmes auf zwei Skier gesetzt. "Sie steigen mit normalen Wintersschuhen drauf und stehen, anders als auf einem Snowboard, völlig frei", erklärt er, warum seine Erfindung Spaß machen soll: " Was glauben Sie, wie man damit die Hänge runtersaust."
Mit dem Mocean Board, ein paar Stände weiter angepriesen, geht es nicht nur weiße Hänge, sondern auch Wellenberge hinunter. Das Brett von der Firma Allsurface ist laut Eigenwerbung "das erste multifunktionale Surfboard für Piste und Wasser". Im Winter soll man damit über den Tiefschnee gleiten, im Sommer meterhohe Wellen reiten. Macht also nichts, wenn Schnee zu Wasser zerschmilzt.
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