sueddeutsche.de: Kommt Olympia denn nach München?

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Schmid: Ja, was bisher an Vorüberlegungen da ist, ist so gut, dass daraus eine handfeste Bewerbung werden kann, die Chancen auf Erfolg hat.

sueddeutsche.de: Da ziehen Sie mit der SPD an einem Strang. Neben dem Transrapid ist das zweite Verliererthema der CSU das Rauchverbot. Ihre Partei hat es in Bayern in der schärfsten Form durchgesetzt.

Schmid: Moment! Dieses Nichtrauchergesetz im Bund ist mit den Stimmen der Grünen und der SPD durchgesetzt worden. Die Grünen forderten, dass die CSU endlich reagiere. Im Übrigen wollten die Grünen nicht einmal die Ausnahme, dass in geschlossenen Gesellschaften geraucht werden kann, akzeptieren. Sie gingen noch weiter und wollten das Rauchen in Biergärten verbieten. Insofern ist es nicht zutreffend, von einem reinen CSU-Beschluss zu sprechen.

sueddeutsche.de: Ein Problem bei den Wählern haben Sie mit dem konsequenten Gesetz der CSU-Landesregierung trotzdem.

Schmid: Für die Münchner CSU hätte es eine liberalere Regelung getan - also in Mehrraumgaststätten einen Raum für Raucher zu reservieren und in Einraumgaststätten den Wirt wählen zu lassen. Auch sehen wir im Hinblick auf das Oktoberfest Vollzugsprobleme. Wir müssen jetzt alles tun, um möglichst sanfte Übergangsregelungen zu finden. Raucher, Nichtraucher und Wirte dürfen nicht alleingelassen werden.

sueddeutsche.de: Was soll passieren?

Schmid: Das Stichwort heißt: liberaler Vollzug. Ich halte es für falsch, wenn die SPD fordert, in Zukunft Heizstrahler für Außenbereiche zu besteuern.

sueddeutsche.de: Ihre erste Ankündigung für den Fall einer Wahl zum Oberbürgermeisters war, eine übergeordnete Stelle für Kinderbetreuung zu schaffen. Bleibt es dabei?

Schmid: Ja. Die rot-grüne Koalition hat seit Jahren bei den Plätzen für Kinderbetreuung die selbstgesteckten Ziele verfehlt. Wir haben eine Reihe von Vorschlägen gemacht, etwa wie Eltern sich einfacher für Kinderkrippen anmelden. Erst jetzt ist Rot-Grün endlich eingeknickt und folgt unserer Idee - weil Wahlkampf ist und die Koalition gemerkt hat, dass das Thema bei den Eltern auf Unmut stößt.

Die Probleme beginnen schon bei der Verwaltung: Wieso ist das Sozialreferat für die Krippenplätze der 0- bis 3-Jährigen zuständig und das Schulreferat für die Kindergärten und Kinderhorte? Hier könnte man schneller mehr Fachwissen zusammenbringen. Deshalb die neue Stabstelle, eine Art Taskforce, die auf alle zuständigen Behörden zurückgreifen kann und sie koordiniert. So, wie es beim Wohnungsmangel gehandhabt wurde.

sueddeutsche.de: Damit haben Sie aber noch keinen Kinderkrippenplatz geschaffen.

Schmid: Doch, weil die neue Regelung Hemmschwellen abbaut und die vielen privaten Kindertagesstätten leichter Genehmigungen bekommen können. Wir schlagen ebenfalls vor, dass Tagesmütter, die einen pädagogischen Hintergrund haben, nicht zwanzig Stunden Schulungen brauchen, sondern gleich loslegen können.

sueddeutsche.de: Wenn man Ihnen so zuhört, müssten Sie in den Augen der Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen ein Held sein.

Schmid: Da fragen Sie mal Frau von der Leyen! Sie werden bestimmt keine negative Aussage bekommen.

sueddeutsche.de: Was machen Sie, wenn Sie nicht Oberbürgermeister werden? Streben Sie in die Landespolitik?

Schmid: Ich bin angetreten, um Oberbürgermeister zu werden. Wenn das nicht geht, werde ich weiterhin der Kommunalpolitik treu bleiben - egal, in welcher Verwendung und Position. Dafür habe ich mich beim CSU-Vorstand in München verpflichtet. Ich habe ja auch eine Rechtsanwaltskanzlei, in der ich jederzeit wieder mehr arbeiten könnte. Ich strebe kein Amt auf einer anderen politischen Ebene als auf der kommunalen an.

sueddeutsche.de: Was waren die größten Fehler von Ude während seiner Amtszeit?

Schmid: Er stellt sich gegen notwendige Neuerungen. Nehmen Sie die A 99, nehmen Sie die Tunnel am Mittleren Ring. Die bringen eine enorme Verbesserung der Umweltqualität, das ist wirklich eine großartige Maßnahme. Oder die Neutronenquelle in Garching.

Heute ist sogar der OB stolz darauf, dass München zwei Exzellenz-Unis hat. Solche Themen gibt es jetzt wieder - der Transrapid oder die zweite S-Bahn-Stammstrecke sind zwei Beispiele. Da brauchen wir zukunftsfähige Politik. Und daher wird's höchste Zeit, dass wir regieren.

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