Ein Oscar-Gewinner und noch einer: Ein Preisträger von der Münchner Filmhochschule ist Florian Gallenberger, 35. Er spricht über den aktuellen Gewinner, Florian Henckel von Donnersmarck.
Sueddeutsche.de: Als sie den Oscar bekamen, hat Florian Henckel von Donnersmarck auch an der Filmhochschule in München studiert. Kannten Sie ihn?
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Gallenberger: Ja, und es gibt eine schöne Anekdote: Als ich den Oscar bekommen habe, hat Florian mir einen Brief geschrieben, dass er begeistert ist und es ihm Mut macht, wenn er sieht, dass der Weg von der Filmhochschule zum Oscar möglich ist.
Sueddeutsche.de: Hilft denn so ein Oscar?
Gallenberger: Ja, schon sehr. Florian ist nun glaub ich, the hottest man in Hollywood. Da wird es sicher schwierig, sich für das nächste Projekt zu entscheiden, aber das ist ja auch ein schönes Problem.
Sueddeutsche.de: Wie war das bei Ihnen?
Gallenberger: Ich bin ja eine Woche nach dem Oscar schon nach Indien zum Dreh geflogen. Hollywood wäre damals nicht das Richtige für mich gewesen.
Sueddeutsche.de: Und heute?
Gallenberger: Nun mache ich erstmal einen Film in China und dann sieht die Sache anders aus.
Sueddeutsche.de: Verraten Sie mehr über das Projekt?
Gallenberger: Ich bereite einen Film vor über John Rabe. Das ist vielleicht der bekannteste Deutsche in China. Der Siemens-Manager, der auch der Oskar Schindler Chinas genannt wird, hat 1937 mehr als 250 000 Menschen in China gerettet. Im September soll Drehbeginn sein.
Sueddeutsche.de: Wer spielt denn John Rabe?
Gallenberger: Ulrich Mühe.
Sueddeutsche.de: Der ist ja nun schon an den Oscar gewöhnt.
Gallenberger: Das sieht nun so nachklappartig aus, aber ich habe Mühe die Rolle angeboten, bevor der Film "Das Leben der Anderen" ein Erfolg wurde.
Sueddeutsche.de: Hat Ihr Oscar den beiden anderen Oscar-Gewinnern Caroline Link und Florian Henckel von Donnermarck geholfen?
Gallenberger: Das will ich nicht sagen, aber vielleicht hat er die Filmhochschule etwas ins Blickfeld gerückt, man blickt nun ein bisschen wohlwollender darauf, als noch vor ein paar Jahren.
Sueddeutsche.de: Ist es denn schwierig, an der Hochschule solche Projekte durchzusetzen?
Gallenberger: Die Hochschule entwickelt sich ja auch - und dort sind solche speziellen Projekte möglich.
Sueddeutsche.de: Haben Sie von Donnersmarck schon gratuliert?
Gallenberger: Nein, ich erinnere mich, wie voll meine Mailbox war, da muss ich nicht auch noch drauf sprechen.
Sueddeutsche.de: Sie könnten Ihm auch einen Brief schreiben...
Gallenberger: ... dass ihm gratuliere und ich mich sehr für ihn freue.
Sueddeutsche: ... und dass Sie jetzt wieder dran sind mit Oscar?!
Gallenberger: Man kann keinen Film machen, um einen Oscar zu bekommen.
Sueddeutsche: Ganz ehrlich, kein bisschen Interesse?
Gallenberger: Wenn man mal einen bekommen hat, kriegt man das nie wieder aus dem Kopf heraus.
(sueddeutsche.de)
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