Von Interview: Anna Fischhaber

In "Räuber Kneißl" spielen Maximilian Brückner und Bruder Florian zum ersten Mal Seite an Seite. Im Interview sprechen sie über bayerisches Rebellentum, die abenteuerlichen Dreharbeiten mit Rosenmüller und das geliebte Landleben.

"Räuber Kneißl", der neue Film von Marcus H. Rosenmüller, feierte Premiere auf dem Münchner Filmfest. Am Donnerstag, 16.30 Uhr, wird er noch einmal im Rio gezeigt. Im Mittelpunkt steht der bayerische Mythos um Kneißl, den Robin Hood wider Willen aus dem Dachauer Hinterland. Im City Hilton am Gasteig gibt Hauptdarsteller Maximilian Brückner, 29, der den Räuber mimt, bereits seit zehn Uhr morgens Interviews - barfuß.

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Sie wohnen zusammen und haben gerade ihren ersten gemeinsamen Film gedreht: Florian (links) und Bruder Maximilian Brückner. (© Foto: Anna Fischhaber)

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Florian Brückner, 24, der auch im Film den Bruder spielt, kommt gerade aus dem Krankenhaus und muss gleich wieder zum Blutabnehmen - neben der Schauspielerei arbeitet er als Rettungssanitäter. Dennoch sind die Brückner-Brüder bestens gelaunt. Vielleicht weil sie sich so gut ergänzen.

sueddeutsche.de: "Räuber Kneißl" war für Sie der erste gemeinsame Film. Wie hat die Zusammenarbeit geklappt?

Florian Brückner: Wir haben lange gewartet. Es hat immer wieder Filme gegeben, wo wir Brüder hätten spielen können. Aber die Konstellation mit Rosenmüller und dem Räuber Kneißl ist einfach ideal gewesen.

Maximilian Brückner: Es ist einfach lockerer, wenn man den anderen genau kennt und man nicht irgendeinen Quengler neben sich hat.

sueddeutsche.de: Der "Räuber Kneißl" ist ja ein bayerischer Mythos. Und auch der Film ist - typisch für Rosenmüller - sehr bayerisch geraten. Gefällt Ihnen das?

Maximilian: Freilich, mir sann ja Bayern! Es gibt auch bayerische Filme, die ich nicht gut finde. Aber die vom Rosi (Spitzname von Marcus H. Rosenmüller, Anm. d. Red.), die gefallen mir - die sind so schräg.

Florian: Die haben Hand und Fuß. Und eine gute Besetzung: Mit den Kollegen, das war super. Wir haben zusammen gezecht und selbstgebrannten Schnaps getrunken.

Maximilian: Der Rosi schafft eine großartige Plattform: Er ist gut drauf und dann kann er viel verlangen - ohne, dass man merkt, dass er etwas verlangt. Das macht er ziemlich geschickt.

sueddeutsche.de: Ursprünglich soll der Räuber Kneißl im Dachauer Hinterland sein Unwesen getrieben haben. Wurde auch dort gedreht?

Florian: Einen solchen Bauernhof findet man bei uns nirgendwo mehr. Deshalb haben wir in Tschechien und in Niederbayern gedreht.

Maximilian: Und in München, am Odeonsplatz. Das war Wahnsinn, alles war abgesperrt. Die ganzen alten Klamotten und die Autos - das ist ein Privileg, wenn man so etwas spielen darf.

sueddeutsche.de: Sie beide haben den Stoff auch schon mit Christian Stückl am Münchner Volkstheater inszeniert. Was ist der Unterschied zwischen den beiden Regisseuren?

Florian: Die Arbeitsweise der beiden ist ziemlich identisch.

Maximilian: Bühne und Fernsehen - das ist der Unterschied. Aber das schräge Denken ist gleich. Die beiden hatten auch ein ähnliches Bild vom Räuber Kneißl: Wo er Opfer und wo er Täter ist, das vermischt sich irgendwann.

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