Von Helena Schwarzenbeck

Ingo Maurer ist seit 40 Jahren eine Koryphäe des Licht-Designs - zuletzt hat er die Münchner Freiheit gestaltet. Noch immer arbeitet Maurer in München. Warum?

Dass Ingo Maurer ein unruhiger Geist ist, ist unübersehbar. Hinter seiner Brille blitzen wache Augen, die nicht länger als ein Paar Sekunden an einer Stelle verweilen. Und bevor sein Gegenüber das Wort an ihn richten kann, fängt er an zu sprechen.

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2010 wird der Lampen-Künstler Ingo Maurer den Designpreis Deutschland erhalten. In seinem "studioshowroomwerkstattatelier" in der Kaiserstraße stellt er seine Licht-Kreationen aus. (© Foto: Ingo Maurer GmbH)

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München war bislang nicht gerade der Ort, an dem sich unruhige Geister tummeln. Trotzdem hat sich der erfolgreiche Lampen-Designer Ingo Maurer für München entschieden und arbeitet hier seit mittlerweile über 40 Jahren.

Nach seinen ersten Worten ist klar: Ein wirklicher Münchner ist er nicht. Neben einem badischen Akzent, der seine Herkunft vom Bodensee verrät, schwingen in seiner Sprache auch andere, fremde Melodien mit: Englische Ausdrücke mischen sich in deutsche Sätze und gelegentlich klingt selbst eine französische Intonation an. In seinen 77 Lebensjahren ist Ingo Maurer vom badischen Fischerjungen zum Kosmopoliten geworden.

Seine Lampen gehören seit den sechziger Jahren zum ständigen Inventar des Museum of Modern Art in New York. Die Liste an internationalen Ausstellungen, Projekten und Auszeichnungen ist lang. Doch auch in München hat er über die Jahre viele seiner Entwürfe umgesetzt - jüngst hat er den U-Bahnhof Münchner Freiheit neugestaltet, der am Samstag eröffnet wird. 2010 soll eine weitere große Auszeichnung hinzukommen: der Designpreis Deutschland, eine Art Oscar für Gestaltung. Dabei schien es in Maurers Leben erst so, als ob er Deutschland den Rücken kehren würde.

Nach seinem Grafikstudium in München zog es den 28-jährigen Maurer in die USA. Zu eng wurde es ihm im miefigen Deutschland der sechziger Jahre. Drei Jahre arbeitete er als freier Designer in New York und San Francisco und feierte seine ersten Erfolge. "Ich fühlte mich ganz gut in Kalifornien." Doch kaum drei Jahre später war er wieder dort, woher er geflohen war. Warum? Maurer seufzt nur und meint lakonisch: "Was eine Frau will, das will Gott."

Dann stockt er kurz - und fährt fast rechtfertigend fort: "München ist eine angenehme Stadt, hat eine fantastische Umgebung und liegt innerhalb Europas hervorragend. Gutes Bier, schöne Biergärten, schöne Frauen, ein gutes Theaterprogramm." So recht glauben will man ihm das aber nicht.

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