Impressionen aus München:Kusshändchen für Klassikfans

Tausende zelebrieren bei der "Oper für alle" die Live-Übertragung von Puccinis "Manon Lescaut". Zuvor verwandelt sich der Max-Joseph-Platz in eine große Picknick-Wiese.

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(Foto: Alessandra Schellnegger)

31. Juli, Max-Joseph-Platz Es ist schon eine besondere Atmosphäre an diesem Freitagabend: Die Schule ist aus, die großen Ferien beginnen, eine ereignisreiche Theater- und Festspielsaison ist vorüber und die großen Bühnenferien starten. Wie bestellt ist der Sommer in die Stadt zurückgekommen, und so spannt sich an diesem Abend eine laue, fröhliche, entspannte und doch festliche Stimmung über den Max-Joseph-Platz. Tausende zelebrieren hier noch einmal die Kultur bei "Oper für alle", der Live-Übertragung von Puccinis "Manon Lescaut" von der Bühne des Nationaltheaters auf den Platz davor.

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(Foto: N/A)

Die Klassikfans wollen mit zweien ihrer Lieblinge in die Ferien gleiten: Sopranistin Kristine Opolais singt die Titelrolle, Jonas Kaufmann ihren Liebhaber (hier Mitte Juni in der Oper). Der Münchner Star-Tenor hat "Oper für alle" selbst einmal in den höchsten Tönen gelobt: "Für mich als Künstler ist es ein besonderes Erlebnis, einen Opernabend unter freiem Himmel in besonderer Atmosphäre zu teilen."

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(Foto: Alessandra Schellnegger)

Das denken sich offenbar auch die Münchner: Schon Stunden vor Beginn der Aufführung machen es sich Hunderte mit Decken und Picknick-Boxen bequem, bald hat sich der Platz mit rund 10 000 Besuchern gefüllt.

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(Foto: Alessandra Schellnegger)

Mit Kaufmann leibhaftig sollten sie die Atmosphäre allerdings erst spät teilen dürfen: Der Auftritt der Stars auf dem Platz war erst gegen halb zwölf Uhr nachts vorgesehen. Bis dahin dürfen die Besucher nicht nur Puccini lauschen, sondern müssen auch Thomas Gottschalk zuhören. Der plauderte im weißen Gewand über eigene Opernerfahrungen, zuletzt vergangene Woche beim anstrengenden Bayreuther Tristan.

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(Foto: Alessandra Schellnegger)

Seit 1997 gibt es "Oper für alle", von Beginn an war BMW Finanzier der aufwendigen Übertragung. Die Resonanz darauf ist seit 18 Jahren derart positiv, dass der Fahrzeugbauer das Konzept erfolgreich exportiert. Seit 2007 gibt es in Berlin "Staatsoper für alle" Unter den Linden, seit 2012 ein Klassik-Open-Air auf dem Trafalgar Square in London. Mit gewissem Stolz empfängt denn auch Peter Mey, Leiter der BMW-Niederlassung München, Gäste, die er vor der Aufführung im Ionischen Saal des Nationaltheaters bewirten lässt. "Aus dem Projekt", so Mey, "ist eine Institution geworden."

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(Foto: Alessandra Schellnegger)

Zum Abschluss der Festspielsaison kommt noch mal Münchens klassische Gesellschaft zusammen, von Katja Eichinger bis Paulaner-Chef Andreas Steinfatt, von Sunnyi Melles bis Ursula von Bayern, und natürlich der neue BMW-Chef Harald Krüger, ohnehin regelmäßiger Opern-Besucher. Staatsopernchef Nikolaus Bachler war entsprechend entspannt: "Schauen Sie auf diesen Platz, es geht einem das Herz auf." Und als nach dem letzten Vorhang Kristine Opolais, Jonas Kaufmann und das ganze Ensemble dann auf die Treppe vor der Oper treten, gibt es auf diesem Platz Jubel wie bei einer Meisterfeier des FC Bayern. Opolais wirft den Tausenden Kusshändchen zu, der Vollmond leuchtet, und Thomas Gottschalk schließt: "Das ist München!"

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(Foto: Robert Haas)

26. Juli, Olympiapark Eine seltene Momentaufnahme zeigt unser Bild: Das Konzertpublikum des Sommernachtstraums nimmt den Namen der Veranstaltung im Olympiapark bisweilen etwas zu wörtlich - es wirkt ziemlich verschlafen. Einige Zuhörer haben es sich in der Arena des Olympiastadions auf Picknickdecken gemütlich gemacht, die Leute auf der Tribüne sind auf ihren Sitzen wie fest gewachsen, kaum einer singt mit.

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(Foto: Robert Haas)

46.000 Menschen sind laut Olympiapark-Gesellschaft gekommen, darunter auch der 50-millionste zahlende Besucher im Stadion: Die Familie Nehring aus Pullach hat das entsprechende Ticket gekauft - wer von den dreien genau, lässt sich nicht festlegen. Die Familie bekommt dafür einen Händedruck des Oberbürgermeisters Dieter Reiter und Freikarten für den Sommernachtstraum im nächsten Jahr.

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(Foto: Robert Haas)

Nur gut, dass es Hits gibt, die jeder kennt - und das lange verschlafene Publikum zum Mitfeiern bewegen. Das zeigt sich beim Auftritt von Rea Garvey, der vor vielen Jahren in München, wie er dem Publikum erzählt, seinen ersten Plattenvertrag unterschrieb. Er startet mit "Oh My Love"; kurz darauf kommt die Sonne hinter den Wolken hervor. Die Lieder des irischen Sängers sind eine Mischung aus Rock, Pop und Country. In seiner Kindheit musste er sich gegen seine sieben Schwestern durchsetzen. Im Olympiapark kämpft er zunächst gegen die Trägheit des Publikums. Bei "Wild Love" kommen die Zuhörer endlich in Partystimmung; sie wippen, tanzen, klatschen begeistert. Da bedürfte es weder des gelben und pinken Rauches noch des Lamettas, die das Konzert eher wie einen Kindergeburtstag wirken lassen.

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(Foto: Robert Haas)

Auch der Punkrocker Billy Idol, der Star des Abends, ist ein kämpferischer Typ: Er überstand einen schweren Motorradunfall, eine Drogen-Überdosis und überwand seine Heroinsucht. Auch mit seinen 59 Jahren schreit er ins Mikro, reckt nach wie vor rebellisch seine Faust in die Höhe, zieht wilde Grimassen. Und ständig wechselt der Rockstar mit hellblonder Stachelfrisur sein Outfit. Neben Superhits aus den Achtzigerjahren wie "Rebell Yell" und "White Wedding" singt der Brite auch Lieder von seinem jüngsten Album "Kings & Queens of the Underground", mit dem er 2014 sein Comeback feierte, etwa "Can't Break Me Down". Billy Idol boxt in die Luft, springt und klatscht mit den Händen über dem Kopf, während das stimmungsvolle Lila der Wolken allmählich der Dämmerung weicht. An seiner Seite rockt sein Gitarrist Steve Stevens und schiebt einige Soli ein. Die Vorstellung - und damit auch die Tournee - endet mit "Mony, Mony".

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(Foto: Stephan Rumpf)

Die Bühne wird dunkel. Es kracht. Zischt. Donnert. Heuler und Brummer sind zu hören, bunte Fontänen, heller Sprühnebel und grelle Sterne erleuchten den Himmel über dem Olympiapark (Archivbild). 35 Minuten dauert das am See abgefeuerte Feuerwerk. Jetzt sind alle wach. Wenigstens einmal erheben sich die Zuschauer, wenn auch nur zum Gehen.

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(Foto: N/A)

24. Juli, Haltestelle Tivolistraße Bestimmt rüstet die Münchner Verkehrsgesellschaft ihre Trambahnen bald mit Plastikfolie aus, damit all die jungen Leute die Sitze nicht mit Spritzwasser versauen. Oder führt Klebetatoos als Fahrkarten ein. Bei praller Sonne ist die Tram zwischen Tivolistraße und Haus der Kunst voll mit Fahrgästen in Bikini und Badehose. Sie springen hinter der Surferwelle in den Eisbach und lassen sich treiben.

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(Foto: Stephan Rumpf)

23. Juli, Luise-Kiesselbach-Tunnel Noch ist der Luise-Kiesselbach-Tunnel nicht in Betrieb - eine hervorragende Möglichkeit für 1500 Laufbegeisterte, an einem sechs Kilometer langen Lauf durch die Röhre teilzunehmen. Die Startplätze waren binnen zwei Tagen ausverkauft.

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(Foto: Stephan Rumpf)

Fast sechs Jahre nach dem Beginn der Hauptbaumaßnahmen dürfen dann auch die Autos durch den Tunnel- und zwar vom kommenden Montag an. Die Stadt plant dann für Samstag, 25. Juli, einen offiziellen Festakt und ein Bürgerfest zur Inbetriebnahme. Voraussichtlich von 14 Uhr an wird die Röhre für die Münchner geöffnet werden. Im Untergrund soll es da dann nicht nur einen "Tunnelbiergarten" geben, sondern auch Live-Musik und ein Unterhaltungsprogramm. Am vergangenen Wochenende hatte es bereits eine Disco im Tunnel gegeben.

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(Foto: N/A)

22. Juli, Hirschgarten Eigentlich ist Tony Hawk mit seinem Team auf Werbetour für sein neues Videospiel unterwegs, aber für eine kleine Einlage hat die Skatelegende immer Zeit: Im Hirschgarten legt der 47-Jährige einen Zwischenstopp ein und zeigt, was er noch drauf hat. Ganz so mutig wie mit 16, als er weltweit bekannt wurde, ist er heute wohl nicht mehr - weniger Fans hat er deshalb nicht.

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(Foto: N/A)

23. Juli, Kulturzentrum Einstein Im März 2011, als die Revolution in Syrien begann, nahm die junge Künstlerin Hiba Al Ansari an den Demonstrationen an der Universität Damaskus teil und wurde zwei Mal verhaftet. Sie verließ das Land, "weil ich in Gefahr war, getötet oder verhaftet zu werden", wie sie später in Deutschland berichtete. 1983 geboren, studierte sie ursprünglich an der Kunstakademie Damaskus Ölmalerei. Heute setzt sie ihre Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in München fort. In ihren aktuellen Arbeiten, die nun in der Ausstellung "Despoten der Gegenwart" im Kulturzentrum Einstein, Einsteinstraße 42, zu sehen sind, beschäftigt sie sich mit den Gesichtern des Terrors. Sie gibt den vermummten Terroristen ein Gesicht, schwarze Masken, mit Perlen und Pailletten bestickt. Die Ausstellung wird an diesem Donnerstag, 23. Juli, um 19 Uhr eröffnet und dauert bis zum Sonntag. Das Programm, präsentiert von der pan-arabischen Plattform Yalla Arabi, die sich für Förderung arabischer Kultur einsetzt, umfasst auch Dokumentarfilme des syrischen Journalisten Amer Matar, der die Realität des Bürgerkriegs zeigt (Freitag bis Sonntag, jeweils 19 Uhr).

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(Foto: dedimag.de)

22. Juli, Tierpark Hellabrunn Ein paar Schritte, kurz Verstecken spielen und dann schnell wieder zurück zur Mama: Im Münchner Tierpark zeigt sich zum ersten Mal der kleine Pinto der Öffentlichkeit. Knapp ein Monat ist das Drill-Äffchen nun alt und verlangt seiner Mutter schon so einiges ab. Innerhalb von zwei Jahren kamen nun schon vier Babys dieser Affenart im Münchner Zoo zur Welt. "Auf diese Zuchterfolge sind wir besonders stolz, da die Drills zu den bedrohtesten Affenarten der Welt zählen", sagt Zoodirektor Baban Rasem. In Europa leben weniger als 70 Drills in Zoos.

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(Foto: N/A)

22. Juli, Königsplatz Etwa 900 Schüler ziehen demonstrierend vom Luisengymnasium nahe des Hauptbahnhofs zum Königsplatz. Unter dem Motto "München ist bunt" wollen die Jugendlichen ein Zeichen setzen gegen diffuse Zukunftsängste und wachsenden Rassismus. Die Auswahl der Schulen ist kein Zufall. Die Berufsschule für Farbe und Gestaltung, das Luisengymnasium und die Berufsoberschulen für Sozialwesen, für Spedition und Touristik sowie für Großhandels- und Automobilkaufleute liegen entlang der Luisenstraße, auf der seit Monaten immer am Montagabend Bagida-Anhänger ihre Parolen verbreiten.

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(Foto: Sven Hoppe/dpa)

21. Juli 2015, Biburg Für die Menschen, die am Dienstag bei Gluthitze das Feld nahe Biburg bei Alling im Landkreis Fürstenfeldbruck aufsuchen, ist das hier der wohl friedlichste Ort auf Erden. Jeder spricht jeden mit Du an, gesellschaftliche Grenzen gibt es nicht, alle sind eins. Dieser Frieden geht von einem Achteck in einem Kornkreis aus, der am Wochenende entdeckt wurde und in dem sich seit Montag Scharen von esoterisch veranlagten Menschen aufhalten. Sie wollen dort besondere Energie verspüren, vielleicht sogar die von Außerirdischen.

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(Foto: Sven Hoppe/dpa)

21. Juli 2015, Biburg Immer wieder faszinieren Kornkreise die Menschen: Diesesr Stern in Biburg bei Alling im Landkreis Fürstenfeldbruck wurde nach Angaben der Germeringer Polizei bereits letzte Woche ins Feld geschnitten.

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(Foto: Niels P. Joergensen)

18. Juli, Jetzendorf Das Puch Open Air ist wohl das kleinste Festival im Münchner Umland, und der Veranstaltungsort hat einen denkbar unglamourösen Namen: Schweinewiese. Carolin scheint sich dank Gehörschutz richtig wohl zu fühlen...

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(Foto: Niels P. Joergensen)

...ebenso wie die anderen Besucher auf der Wiese. Das Puch findet seit 1989 statt, unkompliziert ist es geblieben. Auf der Bühne standen dieses Mal Bands wie Die Goldenen Zitronen, Trümmer, Aloa Input...

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(Foto: Niels P. Joergensen)

...und unter anderem auch Pollyester.

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(Foto: Catherina Hess)

18. Juli, Königsplatz Wem das Puch zu klein und zu weit draußen war, der konnte auf dem Königsplatz Musik genießen, beim "Oben Ohne Open Air". Dieser Besucher nahm das Motto wörtlich...

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(Foto: Catherina Hess)

...die meisten anderen kamen dann aber doch obenrum bekleidet. Zu sehen und hören gab es Kontra K, Exclusive und viele mehr.

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(Foto: Catherina Hess)

18. Juli, Marstallplatz Während auf dem Königsplatz getanzt wurde, saß man auf dem Marstallplatz lieber auf dem Boden - bei "Oper für alle". Zum 19. Mal fand die Veranstaltung bereits statt...

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(Foto: Catherina Hess)

...und an diesem Abend spielte das Bayerische Staatsorchester Werke von Antonín Dvořák, Igor Strawinsky und Modest Mussorgsky. Davor machten es sich die Konzertbesucher auf ihren Picknickdicken mit Brezn, Salat und Wein bequem - aus Plastikflaschen, wegen der Sicherheitsvorkehrungen. Am 31. Juli folgt der zweite Termin von "Oper für alle", dann mit der Übertragung auf dem Max-Joseph-Platz.

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(Foto: Eva Limmer)

16. Juli, Odeonsplatz Anfang der Woche wollten die beiden Künstlerinnen Ceren und Nihan in der Kaffeekette San Francisco Coffee Company in Ruhe einen Kaffee trinken. Doch dann beleidigte ein anderer Gast die beiden Frauen - er hielt sie für Griechinnen. Als er erfuhr, dass sie türkischstämmig sind, beschimpfte er sie unter anderem als "frustrierte Bosporuspussy". Weder die Mitarbeiter der Kaffeekette noch andere Gäste halfen den beiden - hätten sie mal lieber, denn daraufhin formiert sich ein Flashmob gegen die Kette und alltäglichen Rassismus.

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(Foto: Eva Limmer)

Gemeinsam tanzen etwa 200 Menschen Sirtaki auf dem Odeonsplatz - unweit der Kaffeehauskette. Aus Solidarität, heißt es in einer kurzen Ansprache. Und: Die Geschäftsführer sollten sich künftig besser überlegen, wie sie auf rassistische Beleidigungen in ihrem Laden reagieren.

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(Foto: dpa)

13. Juli, Theresienwiese Seit diesem Montag wird offiziell aufgebaut - auf der Theresienwiese entsteht das größte Volksfest der Welt. Arbeiter montieren Balken für die Dachkonstruktionen der Bierzelte und Kräne transportieren Wandmodule für Türme. Die Wiesn beginnt dieses Jahr am 19. September und endet am 4. Oktober.

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(Foto: Florian Peljak)

11. Juli, Pasing-Arcaden Es ist das angeblich größte Model-Casting der Welt. In 45 Ländern sucht die Agentur Elite nach jungen Nachwuchs-Schönheiten, das Deutschlandfinale fand am Samstag in den Pasing Arcaden statt. Dort wählte die Jury zunächst die schönsten Münchner aus, die anschließend gegen die Sieger aus den vorherigen Castings in Berlin und Oberhausen antraten.

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(Foto: Florian Peljak)

Unter mehreren hundert Kandidaten setzten sich am Ende Julian aus Berlin und die erst 15-jährige Kristin aus Kaufbeuren durch (nicht im Bild), die eigentlich nur zum Einkaufen ins Pasinger Einkaufszentrum gekommen war - und dort von der Casting-Chefin entdeckt und zum Mitmachen überredet worden war. Sie wird nun die Bundesrepublik beim internationalen Casting-Finale vertreten.

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(Foto: N/A)

11. Juli, Odeonsplatz Wahres Wetterglück hatten die Klassikfans, die am Samstag zur Veranstaltung von Klassik am Odeonsplatz in die Münchner Innenstadt gefahren sind. Denn am späten Nachmittag ging ein heftiges Gewitter über der Stadt nieder. (Im Bild: Geigensolistin Julia Fischer und Dirigent Pablo Heras-Casado)

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(Foto: N/A)

Die Besucher des ersten von zwei Konzerten konnten sich nicht nur an den Kompositionen von Debussy, Ravel und Prokofjew erfreuen. Wer nach dem Gewitter einen Blick auf den Boden warf, wurde mit einem frohen Farbenspiel belohnt. Einziger Wehrmutstropfen: Auch das Konzert am Sonntag ist bereits ausverkauft.

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(Foto: Robert Haas)

11. Juli, Platz der Opfer des Nationalsozialismus Am Platz der Opfer des Nationalsozialismus haben am Samstag etwa 40 Menschen für die Aufhebung des Stolperstein-Verbots in München demonstriert. Neben Initiator Terry Swartzberg hielten auch der Künstler Gunter Demnig (im Bild) und Zeitzeuge Ernst Grube eine Rede.

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(Foto: Robert Haas)

Hitzig wurde es, als eine Gruppe von etwa 20 Gegendemonstranten auftauchte. Es kam zu Wortgefechten zwischen beiden Lagern, die sich gegenseitig vorwarfen, würdevolles Gedenken der im Nationalsozialismus Ermordeten zu verhindern.

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(Foto: Robert Haas)

Der Hintergrund: Seit Monaten schwelt in München ein Konflikt darüber, ob die mit den Opfernamen versehenen Steine eine Verhöhnung der Ermordeten darstellen, weil - so argumentieren die Gegner - das Erinnern mit Füßen getreten werde. In Kürze wird der Stadtrat über das Stolperstein-Verbot abstimmen - und wohl daran festhalten. Stattdessen soll es Wandtafeln an Häusern und Stelen auf Gehsteigen geben.

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(Foto: N/A)

8.Juli, Stachus In den Sechzigern soll es im Stadtrat tatsächlich Pläne gegeben haben, das Karlstor abzureißen, um mehr Platz für Autos zu schaffen, die damals hier noch hindurchrumpelten. Aus jener Zeit ist der Satz des früheren Oberbürgermeisters Hans-Jochen Vogel überliefert: "Lassen Sie mir ja das Karlstor stehen!" Keine Sorge, auch der Gerüstbauer auf diesem Foto hat nicht den Auftrag, den Abriss vorzubereiten, sondern die Sanierung. Dazu verschwindet das Tor für einige Monate hinter Gerüsten und Planen.

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(Foto: dpa)

8. Juli, Glockenbachviertel Am Samstag feiert München den Christopher Street Day - und die ersten Vorzeichen sind schon zu sehen. An einigen Ampeln nämlich installiert die Stadt Scheiben, die schwule und lesbische Ampelmännchen und -frauchen zeigen. Also Ausschau halten, besonders im Glockenbachviertel.

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(Foto: Florian Peljak)

6. Juli, Rosenheimer Straße Hunderte Münchner protestierten am Montagabend auf dem Rad für das Rad: Ein Bündnis von Umwelt- und Verkehrsverbänden sowie den Grünen fährt gegen eine, wie sie sagen, "Schmalspurlösung" auf der Rosenheimer Straße an, kurz bevor der Stadtrat am Mittwoch entscheidet, wie der Verkehr dort künftig geführt wird.

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(Foto: Florian Peljak)

Sie fordern großzügige Radstreifen auf Kosten des Autoverkehrs und werfen der schwarz-roten Rathauskoalition eine "Verzögerungstaktik auf Kosten von Menschenleben" vor. Startpunkt war um 18.30 Uhr in der Friedenstraße. Von dort ging es über die Rosenheimer Straße bis zum Marienplatz.

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(Foto: Alessandra Schellnegger)

5. Juli, Stachus Einen Hut aufzusetzen, das war schon einmal eine gute Idee dieses jungen Mannes: Sich die Sonne direkt auf das Haupt brennen zu lassen, soll ja nicht so gesund sein. Warum der Bub wie auch das Mädchen im Hintergrund am Sonntag allerdings in die Innenstadt zum Stachus und nicht an den See, an die Isar oder wenigstens ins Freibad gefahren sind, das konnten sie sich dann wohl selbst nicht mehr erklären. Um den Fehler wenigstens für ein paar Minuten vergessen zu machen, stürzten sie sich also hier ins Nass, zum Glück ist der Brunnen am Karlsplatz ja ein zuverlässiger Wasserspender.

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(Foto: Alessandra Schellnegger)

Auf deutlich mehr als 30 Grad stieg das Thermometer am Wochenende in München und Umgebung, was die Laune nach oben, aber auch den Schweiß aus den Poren trieb (im Bild zu sehen ist das Sportfestival auf dem Königsplatz). Am Montag gibt es eine klitzekleine Verschnaufpause von den Extrem-Temperaturen, sogar ein paar Wolken ziehen auf: Sonnig bleibt es trotzdem, aber unter 30 Grad.

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(Foto: Alessandra Schellnegger)

4. Juli, an der Isar Vorn an der Wittelsbacherbrücke ist die Luft noch schön klar. Kein Wunder, da ist Grillen ja auch verboten, Aber hinten, an der Braunauer Eisenbahnbrücke, da stehen schon Rauchschwaden. Und je weiter es Richtung Flaucher geht, desto dichter werden sie. Ein Sommerabend in München, das heißt für viele: Feuer machen und grillen, was das Zeug hält. Dass das dann nicht mehr viel mit einem Abend an der frischen Luft zu tun hat, das scheint die Griller nicht zu stören.

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(Foto: dpa)

3. Juli, Praterinsel Früher hat man sich so die Hölle vorgestellt: Runde, blubbernde Bottiche, in denen ganz langsam die Sünder garen. Es sind genau 30 Stück, in losen Reihen im Innenhof der ehemaligen Likörfabrik auf der Münchner Praterinsel aufgereiht. Sie sind nicht aus glühendem Eisen, sondern aufblasbar, aus Gummi, und das Wasser darin kocht nicht. Die Gäste können die Temperatur sogar selbst regulieren. So haben etwa 150 Menschen am Freitagabend den Film "Pulp Fiction" geschaut - ganz gemütlich vom Whirlpool aus.

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(Foto: Florian Peljak)

3. Juli, Laimer Unterführung Für einen Doppeldecker von "Mein Fernbus" waren 3,2 Meter Tunnelhöhe am Freitag zu wenig. Der Fahrer schaffte es jedenfalls, den leeren Bus auf gesamter Länge in der Laimer Röhre zu verkeilen. 25 Meter war der Bus in die tonnengewölbte Unterführung hineingerauscht, ehe nichts mehr ging - auch nicht für andere Verkehrsteilnehmer und die Busse der Linien 51 und 168. Die Feuerwehr musste aus den Reifen Luft ablassen, dann konnte sie mit einer Winde den Bus schräg nach hinten herausziehen. Zum Glück hat die Statik des Eisenbahnbauwerks keinen Knacks abbekommen. Doch den Schaden am Bus schätzt die Feuerwehr auf 130 000 Euro.

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(Foto: M. Gögelein/oh)

3. Juli, Glockenbachviertel Sechs knallbunte Streifen sind über Nacht im Glockenbachviertel aufgetaucht. Der Regenbogen-Zebrastreifen am Holzplatz will sagen: Alle sind gleich! Und sollen deshalb auch gleich behandelt werden. Seit die gleichgeschlechtliche Ehe in den USA für zulässig erklärt wurde, begegnet einem das Symbol überall im Netz. Wenn nächste Woche in München der Christopher-Street-Day gefeiert wird, dürfte sich die ganze Stadt in einen Regenbogen verwandeln.

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(Foto: N/A)

3. Juli, Tierpark Hellabrunn Das Giraffenmädchen Limba ist in ihre Geburtsstadt München zurückgekehrt: Nach drei Jahren im Erfurter Zoo lebt Limba (Foto: Hellabrunn) seit Dienstag wieder in Hellabrunn. Der Zoo in Hellabrunn plant, nur noch Giraffenweibchen zu halten und keinen Nachwuchs mehr zu züchten. Limbas Bruder, der Giraffenbulle Naledi muss daher ausziehen. Viele europäische Zoos hätten derzeit Probleme, Jungtiere zu vermitteln, sagt Zoodirektor Rasem Baban. Die reine Weibchengruppe in Hellabrunn soll daher Entlastung schaffen.

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(Foto: dpa)

2. Juli, Schlosspark Nymphenburg Um so einen Ausblick genießen zu können, bedarf es ein wenig Vorbereitung: Begeben Sie sich in den Schlosspark Nymphenburg (im Zweifelsfall geht auch ein anderer Ort, wichtig ist die Wiese). Breiten Sie eine Decke aus und nehmen Sie eine bequeme Position ein (je nach Vorliebe Rücken- oder Bauchlage). Und dann: Augen auf und entspannen.

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(Foto: Florian Peljak)

1. Juli, Hitze, überall Endlich Sommer satt! Mit Temperaturen an die 30 Grad hat Hoch "Annelie" in München bereits einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Hitzewelle gebracht. Der erste Gedanke bei diesem Wetter: Raus aus den Klamotten und rein in Badehosen und Bikinis.

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(Foto: Florian Peljak)

Glücklich, wer sich das an diesem heißen Sommertag leisten kann und nicht in der Arbeit schwitzen muss. Eine Klasse der Berufschule für Immobilien und Finanzen zum Beispiel: Wandertag mit Badespaß in der Nähe der Reichenbachbrücke, statt büffeln auf der Schulbank.

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(Foto: Florian Peljak)

Tierische Mitbewohner sind da schon eher von Herrchen und Frauchen abhängig, ob es eine Erfrischung gibt. Im Zweifel hilft da nur eines: Heftig Hecheln und gute Miene zum heißen Tag machen. Bis zum Wochenende müssen sich die Münchner Zwei- und Vierbeiner auf bis zu 35 Grad einstellen.

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(Foto: Florian Peljak)

Viel trinken ist da wichtig bei diesen Temperaturen, denken sich auch die Bauarbeiter an der St.-Martin-Straße. Für ihre Mittagspause haben sie sich schon mal ordentlich eingedeckt - mit einem Bierkasten voller Getränke, natürlich nicht alkoholisch. Die Männer müssen schließlich noch einen neuen Radlweg bauen.

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(Foto: Florian Peljak)

Schneller schlecken, sonst schmilzt das Eis: Vielleicht die beste Möglichkeit sich am Gärtnerplatz zu erfrischen.

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(Foto: Eva Limmer)

Sirtaki gegen Alltagsrassismus odeonsplatz eva limmer Sirtaki gegen Alltagsrassismus odeonsplatz eva limmer

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(Foto: Niels P. Joergensen)

Open Air Puch Petershausen , Puch, Lueg, Schweinewiese , Open-Air-Konzert: Pollyester , npj/Foto: Jørgensen

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(Foto: Niels P. Joergensen)

Open Air Puch Petershausen , Puch, Lueg, Schweinewiese , Open-Air-Konzert npj/Foto: Jørgensen

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(Foto: Niels P. Joergensen)

Open Air Puch Petershausen , Puch, Lueg, Schweinewiese , Open-Air-Konzert , Carolin (4,5) hat Spass an der Musik und den richtigen Gehörschutz, npj/Foto: Jørgensen

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