Von Bernd Kastner

Immer mehr Privatbesitzer verkaufen an ausländische Investoren. Die Mieten steigen deshalb auf einen "Negativrekord".

Die Mieten streben auf die Rekordmarke von 13,50 Euro pro Quadratmeter aus dem Jahr 2001 zu. Das prognostiziert der Haus- und Grundbesitzerverein und begründet es etwa mit einem Verkaufsrekord von Mietshäusern an ausländische Investoren. Das verändere auch die Bewohnerstruktur in den Häusern und Stadtquartieren. "Die Tendenz ist bedenklich", so Haus- und Grund-Chef Rudolf Stürzer.

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Viele alte Eigentümer verkaufen ihre Mietshäuser. Die neuen Besitzer, oft anonyme Investoren, haben keine persönliche Bindung zu den Häusern und ihren Bewohnern. (© Foto: Robert Haas)

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Die weiter anziehende Nachfrage nach Mietwohnungen sei Folge der wirtschaftlichen Attraktivität Münchens und der nach wie vor zu geringen Neubauzahlen. Stürzer beschreibt den Ansturm auf freie Wohnungen anhand zweier Beispiele: Die eine liegt in Sendling, die andere in der Maxvorstadt, 50 und 65 Quadratmeter groß, die Miete liegt bei rund zehn Euro pro Quadratmeter. Vor zwei Jahren wurden sie via Zeitung und Internet angeboten. Damals interessierten sich fünf und sechs Bewerber. Kürzlich kamen sie auf demselben Weg wieder auf den Markt, mit derselben Miete. Und nun seien 25 und 32 Interessenten Schlange gestanden, berichtet Stürzer.

217 verkaufte Häuser

Wegen der hohen Nachfrage böten viele Eigentümer ihre Wohnung bei einem Mieterwechsel um bis zu 20 Prozent teurer an. Preistreibend wirke sich auch die Rechtsprechung zur Renovierungspflicht aus: Vertragsklauseln, wonach der Mieter bei Auszug etwa die Wände streichen müsse, seien meist unwirksam. Nicht wenige Vermieter legten deshalb die zu erwartenden Renovierungskosten auf die Miete um, was rund 70 Cent pro Quadratmeter ausmachen könne.

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