Immobilienexperte "Diese Makler gehören weg!"

Günther Gültling, 58, ist selbständiger Immobilienmakler in München und gehört dem Vorstand des IVD Süd an.

(Foto: oh)

Günther Gültling ist sauer. Der Immobilienmakler beklagt das Gebaren unseriöser Kollegen und hofft auf die Selbstreinigung der Branche.

Interview von Bernd Kastner

Seit Juni zahlt die Provision nicht mehr automatisch der Mieter, sondern der, der den Makler engagiert hat. Der Immobilienmakler Günther Gültling beklagt das Gebaren unseriöser Kollegen und hofft auf die Selbstreinigung der Branche. Ein Gespräch mit dem Vorstandsmitglied des Immobilienverbandes IVD Süd über Cabrios, Start-ups und den Glauben an das Prinzip Leistung.

SZ: Bald werden die ersten Spenden-Hotlines geschaltet zugunsten notleidender Makler.

Günther Gültling: Das glaube ich jetzt eher nicht.

Das Wehklagen ist groß, weil das Bestellerprinzip manchem Makler das Geschäft vermiesen dürfte. Viele Vermieter haben keine Lust, die Provision zu zahlen, und suchen sich den Mieter selber.

Wer gute Leistung bringt, der wird auch jetzt kein Problem haben. Aber es gibt Kollegen, die haben Märkte wie München genutzt, teilweise auch ausgenutzt.

Fatale Umgehung des Bestellerprinzips

Wer zahlt, schafft an - diese Regel gilt laut dem Bestellerprinzip auf dem Wohnungsmarkt, die Vermieter müssen jetzt den Makler zahlen. Doch gerechter wird es nicht: Die Mieten steigen noch mehr. Kommentar von Bernd Kastner mehr ... Kommentar

Entsprechend ist das Image Ihrer Branche.

Ich verstehe jeden Mieter, der zu einer Wohnungsbesichtigung kommt, wo schon 20 andere Bewerber warten, der Makler eine halbe Stunde zu spät kommt, dann seinem Cabrio entsteigt, die Tür aufschließt, die Selbstauskünfte einsammelt und dem die Wohnung zukommen lässt, der 200 Euro mehr zahlt - ich verstehe die Mieter, die hinterher empört sind. Es gibt viele, viele Makler, die einen schlechten Job machen. Und um die ist es nicht schade, wenn sie vom Markt verschwinden. Es gibt aber auch sehr viele, die gut arbeiten.

Was bedeutet für die Guten die neue Regelung?

Man muss jetzt seine Leistungen transparenter machen. Ein seriöser Kollege sperrt ja nicht nur die Tür auf . . .

. . . sondern?

Er berät zum Beispiel den Vermieter im Vorfeld, ob etwa eine Sanierung sinnvoll ist. Er sucht den Ausgleich zwischen Eigentümer und Bewohner, er kennt das Objekt, kann Fragen beantworten. Und das geht nicht bei einer Massenbesichtigung, sondern nur bei einem Einzeltermin.

Tipps gegen unseriöse Makler

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Es kursieren viele illegale Tricks im Internet, wie es ein Makler schafft, weiterhin Geld vom Mieter zu kassieren. Wie das geht, hat kürzlich der SPD-Bundestagsabgeordnete Florian Post erlebt. Er sollte die Provision übernehmen, und das, obwohl Maklerin und Eigentümerin wussten, wen sie vor sich haben - einen, der das Gesetz im Bundestag mit beschlossen hat.

Diese Makler gehören weg! Denen müsste man sofort die Zulassung entziehen und ein Exempel statuieren.