HypoVereinsbank Hamburger Firma kauft die Fünf Höfe

Einen Tag vor Heiligabend hat die HypoVereinsbank die "Fünf Höfe" an die Difa (Deutsche Immobilien Fonds AG) verkauft. Die Hanseaten setzten sich in einem Bieterverfahren gegen fast zwei Dutzend Konkurrenten durch. Der Kaufpreis dürfte bei etwa 300 Millionen Euro liegen.

Der Kunst- und Kommerz-Komplex in bester Lage ist so groß wie vier Fußballfelder und bietet auf mehreren Etagen insgesamt fast 50.000 Quadratmeter Nutzfläche. Von der Öffentlichkeit unbemerkt, hat das Areal in bester City-Lage nun neun Monate nach der Eröffnung in einem spannenden Bieterverfahren den Besitzer gewechselt. Den Zuschlag für den nicht nur von täglich 25.000 Käufern und Flaneuren, sondern auch von Architekturkritikern gepriesenen Bau erhielt die Difa, eine der führenden deutschen Kapitalanlagegesellschaften, die 1965 in Hamburg gegründet worden ist. Sie ist ein Unternehmen der Union Investment Gruppe im Finanzverbund der Volksbanken und Raiffeisenbanken und auf Offene Immobilienfonds spezialisiert.

Für die Inhaber der 54 Geschäfte und der acht Lokale sowie die Mieter der 27 Wohnungen an der Salvatorstraße zum Amirahof hin und für die 3300 Quadratmeter große Hypo-Kunsthalle (sie hat einen Mietvertrag über 15 Jahre) ändert sich durch den Verkauf zunächst nichts. Die Difa, die weltweit insgesamt 180 Immobilien besitzt und demnächst in der Messestadt die Riem-Arcaden mit einem Investitionsvolumen von mehr als 500 Millionen Euro eröffnen wird, setzt seit jeher auf komplette Immobilien-Ensembles. Auch an den Fünf Höfen habe man ein "langfristig orientiertes Interesse", sagte Difa-Sprecher Fabinan Hellbusch. Die Difa, die sich stets "als Partner der Kommunen" verstehe, setze in den Standort München hohes Vertrauen und erwarte "eine schnelle Erholung des Marktes".

An den Fünf Höfen ist die Rezession, die vielerorts mit Pleiten einherging, ohnehin fast spurlos vorüber gegangen. Man habe hier, so Hugo Gensler von der Immobilien AG der HypoVereinsbank in einer Bilanz nach drei Monaten, "trotz der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage die Erwartungen übertroffen". Nach den ersten Zahlen deutete sich an, dass mehr als die Hälfte der Geschäfte einen Jahresumsatz von mehr als 7500 Euro pro Quadratmeter erzielen würden.

Das Areal mitten in der Altstadt zwischen Theatiner-, Maffei-, Kardinal-Faulhaber- und Salvatorstraße entstand in zwei Bauabschnitten nach Plänen des renommierten Schweizer Architekturbüros Herzog& de Meuron. Die Baseler Architekten bauen derzeit auch die neue Fußball-Arena in Fröttmaning. Ihr erster Entwurf für den Hypo-Block hatte vorgesehen, all die verschachtelten Gebäuden durch Neubauten zu ersetzen. Als dann aber die Hypobank mit der Vereinsbank fusionierte, änderte man das Konzept. Die Bank zog sich zurück, und zwar in jenes Gebäude am Promenadeplatz, das nach einem Entwurf des Architekten Ivano Gianola umgestaltet und am 26. Juni 2000 eröffnet wurde.

Damit war der Weg frei für das Vorhaben, das Gebäude-Wirrwarr für die Münchner zu öffnen. Am 8. Februar 2001 wurde der erste Bauabschnitt der Fünf Höfe eröffnet, gut zwei Jahre später war der zweite fertig. Heute arbeiten hier mehr als tausend Menschen. Es gibt die exklusiven Läden großer Ketten von Armani bis Zara, aber auch einen Minimal-Supermarkt, jedoch keine Massenware.

In der Hand der Bank bleibt das Gebäude am Promenadeplatz mit der großen, von Licht durchfluteten Schalterhalle. Das Haus Kardinal-Faulhaber-Straße 1, die ehemalige Bayerische Staatsbank gegenüber den Fünf Höfen, wird derzeit für 50 Millionen Euro als neuer Sitz des HBV-Konzerns umgebaut und soll im nächsten Jahr bezugsfertig sein.

Der Schäfflerhof, also der von Backstein geprägte Teil an der Maffeistraße, wo der Umbau des Bankenblocks in eine Einkaufs- und Flaniergebiet begann, bleibt vorerst im Besitz der Bank. Wie die SZ erfuhr, könnte aber auch der Schäfflerblock demnächst in andere Hände wechseln. Bestätigen wollte dies gestern aber noch niemand.