Im Fünf-Sterne-Hotel in Münchens einstigem Glasscherbenviertel ist Luxus pur angesagt. Das dazugehörige Restaurant "Schwarz und Weiz" ist ein Fall für Stammgäste.
Was passiert, wenn sich ein Mensch, der den größten Luxus mit einer Nacht unter dem freien Himmel der Wüste beschreiben würde, sich plötzlich in einem Fünf-Sterne-Hotel mitten in München wiederfindet?
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Er würde sich - so ist zumindest anzunehmen - wohl kaum wohlfühlen und permanent Ausreden erfinden, um sich der Situation gar nicht stellen zu müssen. Aber diesmal hilft kein Widersprechen und kein Wehren: Die Nacht im Münchner Sofitel Bayerpost ist gebucht, die Ankunft wird erwartet.
Tja, und bereits an dieser Stelle, genau gesagt, direkt vor dem Eingang des Hotel bestätigen sich alle dunklen Vorahnungen. Der Mann in Livree, der einem nun den Autoschlüssel abnehmen sollte, reagiert auf die höflich gestellte Frage, wo man denn als Gast des Hauses seine Wagen parken könne, mit einem Fingerzeig gen Tiefgarage: "Fahren Sie doch einfach da hinunter."
Unnötig zu erwähnen, dass derselbe livrierte Typ eben noch den Schlüssel eines wichtig aussehenden Herrn entgegengenommen hat, um dessen schwarze Luxuskarosse in eben diese Garage zu manövrieren. Aber so ist es nunmal: Kleinwagen sehen nicht gerade nach einem ordentlichen Trinkgeld aus, geschweige denn nach der Möglichkeit, dass sich deren Besitzer eine Nacht in einem Luxusschuppen wie diesem leisten könnte. Also gut, dann parkt man eben selbst und findet auch ganz ohne Anleitung den Lift in die Rezeption des Hauses.
Dort fällt der Empfang weitaus freundlicher aus: Das Gepäck wird in die Luxussiute getragen, die Sache mit dem Schlüssel - natürlich eine Karte, mit deren Hilfe sich der Lift von ganz allein in die richtige Etage begibt.
Das erste, was ins Auge sticht, ist die Architektur: Hinter der denkmalgeschützen, deteilgetreu sanierten Fassade der ehemaligen Bahnpost-Gebäudes aus der Gründerzeit im Stil der italienischen Renaissance verbirgt sich eine Hommage an zeitlos-modernes Design. Die Formensprache ist klar, die Farben dunkel, aber nicht düster - ein bisschen violett hier, ein bisschen dunkelbraun und beige dort, alles getaucht in warmes anheimelndes Licht.
Mitte 2001 reichte Bauherr Dr. Ebertz & Partner die Pläne der Architekten Fred Angerer und Gerald Hadler ein, im Frühjahr 2002 wurde mit dem 126 Millionen Euro teuren Umbau begonnen und im September 2004 wurde das Haus als Designhotel wieder eröffnet.
Imposant - so lässt sich der erste Eindruck an diesem Tag wohl am besten beschreiben. In der Suite, deren Wohnbereich den Blick auf München freigibt, stehen auf dem Konferenztisch wohlschmeckende Pralinen und frische Erdbeeren bereit. Auf dem Tisch vor dem Sofa findet sich ein Korb voller exotischer Früchte, eine Flasche eisgekühlten Champagners wartet darauf, geleert zu werden - alles in einer Menge, die eigentlich jegliches Abendessen überflüssig machen würde.
Doch der Hunger treibt einen dann doch hinunter - nicht ins Suzie W., das kennt man bereits und hat es für gut befunden, sondern ins Schwarz und Weiz. Küchenchef Sascha Baum kredenzt hier exklusive internationale Küche, ist der Website des Hotels zu entnehmen. Und tatsächlich: Die Zutaten, die Baum miteinander kombiniert, wecken die Neugier und erschweren die Entscheidung.
Allein die Vorspeisen: Lieber Hummer an Rharbarber-Bananen-Kompott und Mönchspfeffer oder Mille feuille von der Gänsestopfleber und Wagyu Rind? Dass man sich an dieser Frage völlig überflüssigerweise den Kopf zerbricht, kann man in diesem Moment noch nicht wissen. Wer würde auch ahnen, dass Baum seine Vorspeisen und Suppen noch zusätzlich auf einer Etagère angerichtet als Gruß aus der Küche auf den Tisch bringt?
Bei der Hauptspeise fällt die Wahl auf gefülltes Kalbsfilet mit gebackenem Ochsenschwanzravioli und Zwetschgen-Semmelknödel. Eine kluge Wahl, es schmeckt ausgezeichnet. Das Filet ist auf den Punkt genau gebraten, die Würze der Speise überzeugt durch Harmonie.
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- Checkliste Sofitel Bayerpost 12.09.2007
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