Hochschulpolitik in München HfP wechselt zur TU

Ganz so leer wird es auf den Fluren der Hochschule für Politik nicht werden.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Nach langen Kontroversen geht die Hochschule für Politik aus der Trägerschaft der LMU an die TU über. Vor zwei Jahren hatte TU-Präsident Herrmann eine solche Anbindung noch abgewehrt. Doch nun hat der Bayerische Landtag ein Machtwort gesprochen.

Von Sebastian Krass

Kehrtwende in der Diskussion über die Zukunft der Hochschule für Politik (HfP): Der Landtag löst die Einrichtung aus der seit 1970 bestehenden Trägerschaft der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und gliedert sie der Technischen Universität (TU) an.

Diesen Beschluss haben die fünf Landtagsabgeordneten, die dem Reformbeirat der HfP angehören, am Mittwoch verkündet. Die dafür nötige Gesetzesänderung "werden wir noch diese Woche in den Landtag einbringen", sagte Markus Blume (CSU), der Vorsitzende des Reformbeirats. Sie soll zum 1. Dezember in Kraft treten.

Auslöser dieser Entwicklung war das langwierige Berufungsverfahren für einen Lehrstuhl an der LMU, der mit der Funktion eines HfP-Reformrektors verknüpft werden sollte - die Schlüsselpersonalie, um den grundlegenden Neuaufbau der HfP in Gang zu bringen. Das Berufungsverfahren an der LMU lief seit Monaten. Es gab schon einen Favoriten, doch der Vorgang hing in den Gremien der LMU fest. Das Ziel, den Posten zum 1. Oktober zu besetzen, war inzwischen passé.

Zwei Jahre ohne neue Studenten

Damit wäre der geplante Neustart mit einem Bachelor-Studiengang, der noch konzipiert und genehmigt werden muss, zum Herbst 2015 kaum noch möglich gewesen. Und das wäre fatal gewesen. Denn weil der bisherige Diplom-Studiengang ausläuft, kann die HfP schon in diesem Herbst keine neuen Studenten aufnehmen. Mit zwei Jahren ohne neue Studenten stünde die Existenzberechtigung der HfP in Frage.

Also sahen sich die Abgeordneten zum Handeln gezwungen. Man habe in den vergangenen Wochen geprüft, ob man die HfP an eine andere bayerische Hochschule anbinden könne, erklärte Blume, "auch die Schließung" habe im Raum gestanden. In dieser Phase habe man mit dem TU-Präsidenten Wolfgang Herrmann gesprochen.

Die Anbindung der HfP an die TU wurde bereits vor zwei Jahren diskutiert. Damals wehrte Herrmann noch ab: Die HfP passe besser zur LMU. Dabei dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass die HfP in ihrer damaligen Verfassung Herrmanns Qualitätsansprüche nicht hätte erfüllen können. Nun hat er seine Meinung geändert.