Hengst Feuerblitz Bestes Pferd im Stall

Münchner Erfolgsgeschichte: Feuerblitz hat in diesem Jahr rund 360.000 Euro Preisgeld erlaufen. "Ein Traumpferd", sagt sein Besitzer Patrick Bertermann.

(Foto: Claus Schunk)

Hengst Feuerblitz galt lange als untrainierbar - er wollte sogar andere Hengste besteigen. Doch nun startet der Dreijährige aus München als einziges deutsches Pferd bei einem der wichtigsten Rennen der Welt. Gekauft wurde Feuerblitz einst für 3000 Euro, nun ist er mehr als eine Million Euro wert.

Von Fabian Kautz

Ob Patrick Bertermann Harry-Potter-Fan ist? Eines teilt der Münchner jedenfalls mit dem Zauberlehrling: Wenn er über Feuerblitz spricht, strahlen seine braunen Augen vor Begeisterung. Feuerblitz, so heißt der Besen von Harry Potter. Feuerblitz, so heißt auch das beste Pferd in Bertermanns Stall Eivissa.

"Feuerblitz ist ein Traumpferd. Toller Charakter, hoher Speed, tempohart - genau das Zuchtziel", schwärmt Bertermann. Der braune Hengst mit dem kleinen weißen Fleck oberhalb der linken Vorderhufe ist der beste Dreijährige, der jemals in Riem trainiert wurde. An diesem Sonntag startet Feuerblitz als einziges deutsches Pferd beim mit rund zwei Millionen Euro dotierten Hongkong Cup über 2000 Meter.

Die Prüfung zählt zu den wichtigsten Rennen der Welt, starten darf nur, wer vom Hongkong Jockey Club eingeladen wird. Der Jockey Club ist der größte Arbeitgeber und Steuerzahler in der chinesischen Metropole, der Jahresumsatz beläuft sich auf mehr als zehn Milliarden Euro. An jedem Renntag macht der Klub einen größeren Umsatz als der gesamte deutsche Galoppsport in einem Jahr. Es gibt Pferdebesitzer, die ihr Leben lang vergebens auf eine Einladung aus Hongkong warten. Bertermann gründete seinen Stall vor zwei Jahren. Eivissa schreibt auf Anhieb Erfolgsgeschichte. Es ist die Geschichte von Feuerblitz.

2010 kauft der Österreicher Alexander Wetschko den Hengst für 3000 Euro auf einer Auktion. Bald darauf bringt er ihn nach Riem ins Training zu Michael Figge. Feuerblitz gilt als Problempferd. "Er war anfangs so hengstig, dass er sogar andere Hengste besteigen wollte. Fast untrainierbar", sagt Figge. Unter der Führung des jungen Trainers legen sich die Probleme bald. "Wir haben ihn im Training einerseits für Gutes gelobt, andererseits auch klar die Grenzen aufgezeigt", sagt Figge. Von der Klasse des Hengstes ist er schnell überzeugt. Im seinem ersten Rennjahr, 2011, platziert sich Feuerblitz bei vier Rennen dreimal, gewinnt 7600 Euro an Prämien. Doch es gibt ein neues Problem.