Langsam, fast schwerfällig dringen die Worte aus dem Mund von Max Heberlein, und man weiß nicht, ob es an der Züricher Gemütlichkeit liegt oder ob die Ereignisse der letzten zwei Wochen den Schulpräsidenten von Küsnacht müde gemacht haben.
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In dem linken Haus lebte Mike, in dem rechten Ivan. (© Foto: Mattheis)
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Mike, Benji und Ivan gingen hier auf die Weiterbildungs- und Berufswahlschule, um die Zeit bis zum Beginn einer Lehre sinnvoll zu überbrücken. Am Ende des Schuljahres stand die Klassenfahrt nach München. Zwei von ihnen hatten bereits eine Zusage für eine Lehrstelle, als Friseur und Autospengler.
Heberlein hat E-Mails erhalten, in denen stand, die drei Schüler "gehören ins KZ und die Schulbehörde gleich mit". Mike war wegen Körperverletzung vorbestraft, Ivan wegen Raub. Doch zwei Anzeigen machen aus einem 16-Jährigen noch keinen Intensivtäter.
"Man verprügelt doch niemanden aus Langeweile"
Falten runzeln sich auf der Stirn des Schulleiters. Man hat der Schule vorgeworfen, nicht angemessen auf die Vorstrafen der drei reagiert zu haben. "Ich habe nie einen Strafregisterauszug gesehen. Es ist außerdem illusorisch, von Jugendlichen zu verlangen, beim Aufnahmegespräch Fehltritte von sich aus offenzulegen."
Die drei waren beliebt bei Schülern und Lehrern. Sie spielten in den Pausen zusammen Streetball. Die Schule von Küsnacht ist keine, auf deren Pausenhof es Schlägereien gibt. "Sie hatten hier eigentlich alles", sagt der Schulpräsident. "Es gibt hier viele Sportangebote. Zürich ist nicht weit. Außerdem verprügelt man doch niemanden aus Langeweile."
Auf eine Bank vor dem Schulgebäude hat jemand in Großbuchstaben das Wort "Drogen" geschrieben. Drei 14-jährige Mädchen sitzen darauf und unterhalten sich kichernd darüber, ob man sich auch mit Shampoo die Beine rasieren kann.
Die Schüler sind dazu angehalten worden, nicht mit der Presse zu sprechen. "Aber heute ist letzter Schultag, deswegen gilt das nicht mehr", sagt einer der Jungs. Er war mit den dreien in einer Klasse. Nett seien sie gewesen, nur einer hätte manchmal "Stress gemacht", aber so etwas passiere halt.
Am Mittwoch meldete sich ein 25-Jähriger anonym bei dem Schweizer Boulevard-Blatt Blick. Er sei derjenige, dem Mike vor etwa einem Jahr mehrfach das Nasenbein gebrochen habe. Seine Geschichte ähnelt dem Fall der Münchner U-Bahn-Schläger, die im Dezember 2007 vor laufender Überwachungskamera einen Rentner krankenhausreif schlugen, weil er von ihnen verlangt hatte, in der U-Bahn nicht zu rauchen.
Damals im Sommer 2008 sitzt er dem 15-jährigen Mike in der S-Bahn gegenüber. Mike raucht. Er sagt ihm: "Mach deine Zigarette aus!" Anstatt sie auszudrücken, steht Mike auf, schimpft und prügelt mit der Faust auf den sitzenden 25-Jährigen ein, bis dessen Nasenbein mehrfach bricht. Zu einer Geldstrafe von 150 Schweizer Franken und zehn Tagen sozialer Arbeit wurde Mike verurteilt. Vier Jahre ist die Höchststrafe im Schweizer Jugendstrafrecht.
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Natürlich sind die 68er nicht "an allem Schuld". Aber dieses endlose Verständnis für einfach alles ist eben schon eine Folge dieses Denkens. Diese Zeit hat uns sicher geholfen unser Bewusstsein zu erweitern und Dinge besser zu verstehen, aber auf dem Gebiet der Gewalt hat es schlichtweg versagt. Sinnloser Gewalt kann manchmal einfach nur mit Gegengewalt begegnet werden. Mit gefühllosen, gewalttätigen und überpamperten Jugendlichen nur zu reden und sie zum "Pausenplatz wischen" verdonnern, reicht nicht.
Ich halte es für naiv einfach alles irgendwie toll zu finden und grenzenlos alles zu tolerieren.
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Ich bin Schweizer und muss leider zugeben, dass die Schweiz tatsächlich ein Gewaltproblem hat, und dies hat politische Ursachen: Grundsätzlich nimmt die Schweizer Politik auf jede Minderheit Rücksicht und versucht es allen recht zu machen (was genügend oft misslingt).
Obwohl eigentlich längstens jedem klar sein müsste, dass die in der 68 Bewegung wurzelnde Erkenntnis, dass man halt für ALLES endlos Verständnis haben muss, glorios geschietert ist, wird weiter jedem jugendlichen Gewalttäter endlos Verständnis entgegen gebracht. Obwohl gerade junge Heranwachsende förmlich danach "lechzen" von den Erwachsenen ernst genommen zu werden und Grenzen der ersehnten Erwachsenenwelt kennen zu lernen, irren wir in dem Glauben, die Jugendlichen mit Glacéhandschuhen anfassen zu müssen.
Gewalttäter sind nicht so geboren, aber haben irgendwann "klein" angefangen und nie hat jemand STOP gesagt. Das Böse ist in uns allen und wenn uns niemand Normen beibringt, dann bricht es bei einigen von uns aus. qed.
So lange ein Heer von Therapeuten, Sozialarbeitern und anderen Miserebewirtschaftern gut an diesem Missstand verdient, wird sich nichts ändern.
Mein Lösungsvorschlag: Weiche Sanktionen und Therapie bei Ersttätern und knallharte Sanktionen bei Wiederholungstätern. Anschliessend Ausweisung, da sich fast ausschliesslich um Täter mit Migrationshintergrund (gemäss Angaben der Schweizer Polizeibehörden) in der Regel vom Balkan handelt. Aufhebung der Aufenthaltsbewilligungen von Täterfamilien (ja, ja jetzt kommt Sippenhaft blabla).
Würde Balkanväter die Aufhebung ihrer Aufenhaltsbewilligungen fürchten, ja, dann endlich würden sie sich vielleicht endlich um die Erziehung ihrer misssratenen Söhne kümmern.
Lieber cj_calva,
in dem Artikel wird nicht bestritten, dass
- Deutschland eine Bananenrepublik ist
- Bayern in der Tradition des 3. Reichs fortlebt und
- man mit deutschen Autos beliebig Menschen totfahren darf.
Aber vielleicht ist Ihr Kommentar hier versehentlich 'reingerutscht.
ich kann auch kein Schweiz-Bashing, in diesem Artikel erkennen. Lediglich die Subline auf BILD-Niveau ist zu kritisieren. Andere sehen das nicht so, wie ich an Hand des roten Balkens erkenne. Geschmacksache.
Die Schweiz als Vorbildstaat? In welche Hinsicht? Wegen der direkten Demokratie? Bin mir nicht mal sicher, ob ich die so in Deutschland haben will, ich trau unseren Stammtischen nicht. Im übrigen kommt Ihre Kritik ziemlich von oben herab, also eigentlich das, was Sie den Deutschen vorwerfen.
BTW: Herr Althaus wurde in Österreich verurteilt.
Paging