Vor zwei Wochen haben Benji, Mike und Ivan in München auf fünf Menschen eingeprügelt. Einfach so. Zu Besuch in Küsnacht am Zürichsee, wo die Schläger zur Schule gingen.
Goldküste nennt man das Ostufer des Zürichsees. Die Sonne scheint hier länger und intensiver als am Westufer, welches die Schweizer "Pfnüsel-Küste" (Schnupfenküste) nennen. Es blühen hier Oleander und Zitronenbäume, ab und an weht ein milder Wind von den Hängen hinab und kräuselt das Wasser, in dem sich die Sonne spiegelt. Im Hintergrund schimmern die Gipfel der Schweizer Alpen.
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Der Zürichsee: Hier waren Mike und Ivan zu Hause - jetzt sitzen sie im Münchner Gefängnis Stadelheim in Untersuchungshaft. (© Foto: Mattheis)
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Hier leben Schauspieler, Tennisstars und Wirtschaftsbosse. Die Steuern sind niedrig und die Immobilienpreise hoch. Hier an der Goldküste, zehn Minuten mit der S-Bahn südlich von Zürich, liegt Küsnacht. Hier gingen Benji, Ivan und Mike, die "Schläger von München", in die Schule.
Zwei Wochen ist es her, dass die drei während einer Klassenfahrt in München zunächst auf einen Behinderten und zwei Obdachlose, auf einen Studenten und schließlich auf einen Familienvater einprügelten. Einfach so. "Amoklauf ohne Waffen" nannte es der Staatsanwalt Laurent Lafleur.
Einige Klassenkameraden applaudierten, als die drei 16-Jährigen auf die Köpfe ihrer am Boden liegenden Opfer eintraten. Sie hätten "einen Kick gesucht" und wollten deswegen "aus Spaß ein paar Leute wegklatschen", sagten die Täter der Polizei. Eines der Opfer liegt noch immer mit schweren Gesichtsverletzungen im Krankenhaus. Bis vor kurzem waren sich die Ärzte nicht sicher, ob sie das Augenlicht des 46-Jährigen retten können.
Versuchter Mord aus Langeweile?
Bestraft wird ein Mensch, weil er sich hätte anders verhalten können, nicht weil er an einem bestimmten Fleck der Welt aufgewachsen ist. Kann ein Ort also etwas über eine Tat erzählen? Über eine Tat, bei der fünf Unschuldige grundlos zusammengeschlagen wurden, die in ihrer Willkür und Brutalität einmalig ist und die ein ganzes Land in Aufruhr versetzt hat?
Was sagt ein Ort, der zu den exklusivsten der Welt gehört und der 2006 von dem Wirtschaftsmagazin Bilanz zur "lebenswertesten Stadt" in der Schweiz gewählt wurde, über das Innenleben seiner Bewohner?
Rund 500 jugendliche "Intensivtäter" gibt es in der Schweiz. Sie sind in der Regel männlich, haben einen sogenannten Migrationshintergrund, stammen aus einer "bildungsfernen Schicht" und leben in problematischen Familienverhältnissen. An der Goldküste würde man sie kaum vermuten.
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Die neueste Antwort
Natürlich sind die 68er nicht "an allem Schuld". Aber dieses endlose Verständnis für einfach alles ist eben schon eine Folge dieses Denkens. Diese Zeit hat uns sicher geholfen unser Bewusstsein zu erweitern und Dinge besser zu verstehen, aber auf dem Gebiet der Gewalt hat es schlichtweg versagt. Sinnloser Gewalt kann manchmal einfach nur mit Gegengewalt begegnet werden. Mit gefühllosen, gewalttätigen und überpamperten Jugendlichen nur zu reden und sie zum "Pausenplatz wischen" verdonnern, reicht nicht.
Ich halte es für naiv einfach alles irgendwie toll zu finden und grenzenlos alles zu tolerieren.
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Ich bin Schweizer und muss leider zugeben, dass die Schweiz tatsächlich ein Gewaltproblem hat, und dies hat politische Ursachen: Grundsätzlich nimmt die Schweizer Politik auf jede Minderheit Rücksicht und versucht es allen recht zu machen (was genügend oft misslingt).
Obwohl eigentlich längstens jedem klar sein müsste, dass die in der 68 Bewegung wurzelnde Erkenntnis, dass man halt für ALLES endlos Verständnis haben muss, glorios geschietert ist, wird weiter jedem jugendlichen Gewalttäter endlos Verständnis entgegen gebracht. Obwohl gerade junge Heranwachsende förmlich danach "lechzen" von den Erwachsenen ernst genommen zu werden und Grenzen der ersehnten Erwachsenenwelt kennen zu lernen, irren wir in dem Glauben, die Jugendlichen mit Glacéhandschuhen anfassen zu müssen.
Gewalttäter sind nicht so geboren, aber haben irgendwann "klein" angefangen und nie hat jemand STOP gesagt. Das Böse ist in uns allen und wenn uns niemand Normen beibringt, dann bricht es bei einigen von uns aus. qed.
So lange ein Heer von Therapeuten, Sozialarbeitern und anderen Miserebewirtschaftern gut an diesem Missstand verdient, wird sich nichts ändern.
Mein Lösungsvorschlag: Weiche Sanktionen und Therapie bei Ersttätern und knallharte Sanktionen bei Wiederholungstätern. Anschliessend Ausweisung, da sich fast ausschliesslich um Täter mit Migrationshintergrund (gemäss Angaben der Schweizer Polizeibehörden) in der Regel vom Balkan handelt. Aufhebung der Aufenthaltsbewilligungen von Täterfamilien (ja, ja jetzt kommt Sippenhaft blabla).
Würde Balkanväter die Aufhebung ihrer Aufenhaltsbewilligungen fürchten, ja, dann endlich würden sie sich vielleicht endlich um die Erziehung ihrer misssratenen Söhne kümmern.
Lieber cj_calva,
in dem Artikel wird nicht bestritten, dass
- Deutschland eine Bananenrepublik ist
- Bayern in der Tradition des 3. Reichs fortlebt und
- man mit deutschen Autos beliebig Menschen totfahren darf.
Aber vielleicht ist Ihr Kommentar hier versehentlich 'reingerutscht.
ich kann auch kein Schweiz-Bashing, in diesem Artikel erkennen. Lediglich die Subline auf BILD-Niveau ist zu kritisieren. Andere sehen das nicht so, wie ich an Hand des roten Balkens erkenne. Geschmacksache.
Die Schweiz als Vorbildstaat? In welche Hinsicht? Wegen der direkten Demokratie? Bin mir nicht mal sicher, ob ich die so in Deutschland haben will, ich trau unseren Stammtischen nicht. Im übrigen kommt Ihre Kritik ziemlich von oben herab, also eigentlich das, was Sie den Deutschen vorwerfen.
BTW: Herr Althaus wurde in Österreich verurteilt.
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