Gegen 18.30 Uhr fährt das Unterstützungskommando (USK) vor, Spezialkräfte, ausgerüstet mit Helmen, Schilden, feuerfesten Gesichtsmasken. 60 Polizisten sind insgesamt im Einsatz. Sie erwarten erheblichen Widerstand bis hin zum Angriff mit brennbaren Waffen.
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Die letzte Möglichkeit zu einer friedlich Räumung wäre, die Besetzer mit Megaphon zur Aufgabe aufzufordern. Dies aber geschieht nicht. "Deeskalation war an dieser Stelle nicht mehr möglich", so die Polizei. Die Beamten seien "sofort" mit Pflastersteinen beworfen worden.
Wäre es aber nicht einen Versuch wert gewesen, aus sicherer Entfernung zum Megaphon zu greifen? Wäre dies nicht auch im Interesse der eigenen Beamten gewesen, um ihnen einen lebensbedrohlichen Einsatz zu ersparen?
18.45 Uhr, Zugriff. Ein Teil der Polizisten kommt von der Straße. Über Leitern, ausgeliehen von der Feuerwehr, entern sie den ersten Stock, ein paar Beamte aber brechen das falsche Fenster auf, landen zunächst in Nummer 194, dem nicht besetzten Nachbarhaus.
Andere Kräfte greifen über den Hof an, bei den Barrikaden. Sie überklettern eine Mauer, etwa 30 Pflastersteine gehen auf sie nieder, alle ein bis zwei Kilo schwer. Simon wird später sagen, den Polizisten habe ja bei ihrer Ausrüstung nichts passieren können.
Drei Beamte aber werden verletzt: Zwei durch Glasscherben, einer erleidet eine Wirbelsäulenprellung durch einen Stein. Wochen später, als die Schmerzen nicht nachlassen, diagnostizieren die Ärzte einen Wirbelbruch. Dieser rühre wohl vom Sprung von einer Mauer.
18.54 Uhr, die drei Besetzer sind festgenommen. August Stern, Chef der politischen Abteilung der Münchner Staatsanwaltschaft, eilt herbei, beantragt Haftbefehle wegen versuchten Totschlags. Mirkos Zimmer bei den Eltern wird noch in dieser Nacht durchsucht, seine Mutter bekommt einen Weinkrampf.
Freitag, 29. Juni: "Münchner Polizei verhindert Hausbesetzung", vermeldet die Pressestelle des Präsidiums. Doch es bleiben viele Fragen nach diesem Einsatz, der zu den spektakulärsten der vergangenen Jahre zählt.
Polizei und Staatsanwaltschaft schweigen, man verweist auf das Gerichtsverfahren, bei dem das Vorgehen der Polizei "sehr ausführlich erörtert" werde. Noch heuer soll die Anklage stehen, den Jugendlichen droht langjährige Haft. Sozialreferent Graffe findet das Handeln seiner Mitarbeiter noch immer korrekt. "Ich wüsste nicht, was wir hätten anders machen können."
Simon ist im Gefängnis volljährig geworden. Als seine Mutter ihn besucht, blickt sie in leere Augen. "Ich hab' Scheiße gebaut", sagt er. Martina sagt, die ganze Sache war eine große Dummheit. Ihr Vater, der sich zehn Jahre lang nicht um sie kümmerte, lässt ihr ausrichten, er sei jederzeit da für seine Tochter.
(Namen der Hausbesetzer geändert.)
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- Kommentar Stadt wusste von Punkertreff 06.07.2007
(SZ vom 2.11.2007)
Studie von UN-Kinderhilfswerk
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die aber selber sehr ernst genommen werden wollen, - und nicht nur spielen.
Und wenn es das eine Megaphon nicht gebracht hätte, hätt' man sie vielleicht mit einem lauteren zur Aufgabe bewegen können... *^^*
Meiner - zugegeben unmaßgeblichen - Meinung nach, wird in einzelnen Bereichen nach dem Jugendstrafrecht ohnehin zu nachgiebig verfahren, - teilweise noch auf faktisch Erwachsene ausgedehnt. Der beschriebene Fall ist m.E. an der Grenze, - aber wenn ich nur meinen Unmut zum Ausdruck bringen will, ohne jemand zu verletzen, dann nehm' ich "Wasserbomben" oder Farbbeutel, nicht Kopfsteinpflaster.
Und woher haben die "Kids" das Geld für Stoff und jede Menge Alkohol. Da behaupte ich mal - unbewießen -, dass hier mehr als einmal Eigentumsdelikte vorlagen.
Ich glaube durchaus, dass so etwas vermeidbar wäre, aber dann weit im Vorfeld. Etwa bei nicht abgeleisteten Sozialstunden, nicht immer wieder von vorne Verständnis wegen der schlimmen Situation, sondern dann halt mal ein paar Tage Arrest. Man kann ja zwischendrin nachfragen, ob nun der Arrest oder die Sozialstunden fortgesetzt werden sollen, aber dieses Getue um die armen Kinderchen vermittelt denen den falschen Eindruck. Da sehen sie doch, dass sie sich mit ein paar Tränchen im Auge um alles rumlavieren können. Frühere Konsequenz würde einige heftige Karrieren vermeiden können, wie fast alle Eltern wissen oder erfahren mussten.
Ich halte das dt. Strafrecht für eines der Besten der Welt.Und auch die Unterscheidung in Erwachsenen- und Jugendstrafrecht ist sehr sinnvoll.Aber wenn man ein kleines Kind fragt,was passiert wenn es mit einer Schaufel zuschlägt,wird es sagen:"Aua".Und auch schon mit z.B. 12 Jahren weiß ich das ein Pflasterstein weh tut.
Was den Alkohol angeht,ist es sicherlich schwer dort eine Norm zu finden.Aber seien wir mal ehrlich.Man kann,wenn auch nicht verstehen,so aber doch sich vorstellen das man total betrunken im Affekt zuschlägt.Aber wenn man eine Tat bewusst vorbereitet.Und die Vorbereitungen waren hier ja deutlich ersichtlich,dann erkennt man sein Handeln auch im betrunkenen Zustand im Vorhinein.
Für die Polizisten tut es mir Leid.Das war unnötig.Würde man sein Wissen über "regionalspezifische" (nicht das eine Hausbesetzung nur in z. B. Berlin vorkommt.Aber eben öfter als in München) Verbrechen besser austauschen,wäre das Alles nicht passiert.
Schon als Jugendlicher(vor ein paar hundert jahren ;o) habe ich nicht verstanden, warum es verboten ist ein leerstehendes Haus zu bewohnen, wenn sich sonst keiner drum kümmert. Speziell bei den unmenschlichen Mieten und der schwierigen Wohnsituation in München.
Jetzt weiss ich es: Weil da keiner mitverdient....
die polizei wusste doch genau, dass sie es mit halb- besoffenen -bekifften minderjährigen kids zu tun hatte (leichtes spiel).
militante anarchos gibts in münchen schon lange nicht mehr.
im gegensatz zu frankfurt oder berlin laufen hier hier keine bettelnde punks mehr herum.
es gibt in münchen keine "Szene".
aber es gibt die null tolerance politik.
"wehret den anfängen"!
Hier wurde schon alles im ansatz erstickt.
das haben die kids nicht gewusst.
dass die pflastersteine nicht für den gartenbau bestimmt waren .... tjaja...
aber vielleicht wollten sie auch nur "vorab" sich selber zeigen: "das ist mein zuhause".
das verteidige ich ....
und dann kommt der geplante angriff.
beschissen für alle.
Paging