Dienstag, 12. Juni: Mitarbeiter des Wohnungsamts stellen fest, dass sich im zweiten Stock der Nummer 196 zwei Mädchen in einer leerstehenden Wohnung aufhalten. 14 und 17 Jahre alt sind sie.
Im Juni hatten die Besetzer Pflastersteine bereit gelegt. (© Foto: Robert Haas)
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Eine städtische Mitarbeiterin verständigt die Polizeiinspektion Laim, Polizisten nehmen die Minderjährigen mit.
Sie haben den Eindruck, dass sich noch weitere Personen in den vergangenen Tagen unberechtigt in der Wohnung aufgehalten haben. Bereits bei diesem Einsatz fällt den Beamten auf, dass in der Wohnung Pflastersteine bereit gelegt sind.
Ließ die Polizei die Steine liegen?
Das Wohnungsamt stellt, nach Rücksprache mit dem Jugendamt, Strafantrag wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung. Jugendhilfemaßnahmen hält das Sozialreferat "für nicht erforderlich", da es sich nicht um wohnungslose Jugendliche handle.
Sie hätten "einen festen Wohnsitz in der elterlichen Wohnung", heißt es in der Stellungnahme auf eine Anfrage Siegfried Benkers. Ein "akuter Handlungsbedarf" sei "nicht ersichtlich" gewesen. "Hier wurden die adäquaten Maßnahmen ergriffen."
Waren sie wirklich adäquat?
Ein der SZ vorliegendes Dokument lässt anderes vermuten. Bei der 17-Jährigen handelt es sich um Martina Weiß, jenes Mädchen, das gut zwei Wochen später zu den Steinewerfern gehören wird.
Martina lebt schon seit zwei Jahren nicht mehr bei den Eltern, sondern bei der heute 71-jährigen Oma in München. Die meiste Zeit aber verbringt sie mit Freunden aus der Punkerszene auf der Straße.
Martina ist den Behörden bekannt. Im November 2006 wird sie wegen schwerer Körperverletzung verurteilt, sie muss Sozialstunden leisten. Das tut sie nur zum Teil, am 21. Mai erscheint sie auch nicht zu einem Termin bei der Jugendgerichtshilfe im Sozialreferat. Ihr droht Arrest.
Das Mädchen befindet sich in einer "äußerst problematischen" Lebenssituation. Dies geht aus einem Bericht hervor, den am 30. Mai 2007, also zwei Wochen vor ihrer ersten Festnahme, Sozialpädagoginnen des "Internationalen Bundes" an die Stadt schreiben.
Darin schildern Martinas Betreuerinnen, beauftragt von einem städtischen Sozialbürgerhaus, eindringlich die Lage ihrer stark übergewichtigen Klientin: Aggressives, selbstzerstörerisches Verhalten, massive Schulangst, Depressionen, eine völlig überforderte Familie. Am Ende die Empfehlung, Martina in einer stationären Einrichtung unterzubringen. Der Bericht geht ans Sozialbürgerhaus Ramersdorf - es gehört zum Sozialreferat.
Hat man diesen Bericht ignoriert?
Sozialreferent Friedrich Graffe sagt, er habe erst durch die SZ-Anfrage von dem Papier erfahren. Die genauen Abläufe seien derzeit nicht zu klären. Er führt die nicht erfolgte Kooperation auf Datenschutz zurück: Die Kenntnisse von Polizei, Wohnungsamt und Jugendamt seien getrennt. Die Dynamik der Ereignisse hätte man bei Martina ohnehin nicht verhindern können: "Das ist ein freies Mädchen."
Außerdem sei wegen des Wohnsitzes der Mutter das Landratsamt Fürstenfeldbruck zuständig - eigentlich. Warum sich dennoch sein Haus um Martina gekümmert habe, das sei noch unklar.
Und aus Fürstenfeldbruck heißt es, man habe "keine Kenntnis davon", was die Münchner Kollegen unternommen hätten.
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- Kommentar Stadt wusste von Punkertreff 06.07.2007
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die aber selber sehr ernst genommen werden wollen, - und nicht nur spielen.
Und wenn es das eine Megaphon nicht gebracht hätte, hätt' man sie vielleicht mit einem lauteren zur Aufgabe bewegen können... *^^*
Meiner - zugegeben unmaßgeblichen - Meinung nach, wird in einzelnen Bereichen nach dem Jugendstrafrecht ohnehin zu nachgiebig verfahren, - teilweise noch auf faktisch Erwachsene ausgedehnt. Der beschriebene Fall ist m.E. an der Grenze, - aber wenn ich nur meinen Unmut zum Ausdruck bringen will, ohne jemand zu verletzen, dann nehm' ich "Wasserbomben" oder Farbbeutel, nicht Kopfsteinpflaster.
Und woher haben die "Kids" das Geld für Stoff und jede Menge Alkohol. Da behaupte ich mal - unbewießen -, dass hier mehr als einmal Eigentumsdelikte vorlagen.
Ich glaube durchaus, dass so etwas vermeidbar wäre, aber dann weit im Vorfeld. Etwa bei nicht abgeleisteten Sozialstunden, nicht immer wieder von vorne Verständnis wegen der schlimmen Situation, sondern dann halt mal ein paar Tage Arrest. Man kann ja zwischendrin nachfragen, ob nun der Arrest oder die Sozialstunden fortgesetzt werden sollen, aber dieses Getue um die armen Kinderchen vermittelt denen den falschen Eindruck. Da sehen sie doch, dass sie sich mit ein paar Tränchen im Auge um alles rumlavieren können. Frühere Konsequenz würde einige heftige Karrieren vermeiden können, wie fast alle Eltern wissen oder erfahren mussten.
Ich halte das dt. Strafrecht für eines der Besten der Welt.Und auch die Unterscheidung in Erwachsenen- und Jugendstrafrecht ist sehr sinnvoll.Aber wenn man ein kleines Kind fragt,was passiert wenn es mit einer Schaufel zuschlägt,wird es sagen:"Aua".Und auch schon mit z.B. 12 Jahren weiß ich das ein Pflasterstein weh tut.
Was den Alkohol angeht,ist es sicherlich schwer dort eine Norm zu finden.Aber seien wir mal ehrlich.Man kann,wenn auch nicht verstehen,so aber doch sich vorstellen das man total betrunken im Affekt zuschlägt.Aber wenn man eine Tat bewusst vorbereitet.Und die Vorbereitungen waren hier ja deutlich ersichtlich,dann erkennt man sein Handeln auch im betrunkenen Zustand im Vorhinein.
Für die Polizisten tut es mir Leid.Das war unnötig.Würde man sein Wissen über "regionalspezifische" (nicht das eine Hausbesetzung nur in z. B. Berlin vorkommt.Aber eben öfter als in München) Verbrechen besser austauschen,wäre das Alles nicht passiert.
Schon als Jugendlicher(vor ein paar hundert jahren ;o) habe ich nicht verstanden, warum es verboten ist ein leerstehendes Haus zu bewohnen, wenn sich sonst keiner drum kümmert. Speziell bei den unmenschlichen Mieten und der schwierigen Wohnsituation in München.
Jetzt weiss ich es: Weil da keiner mitverdient....
die polizei wusste doch genau, dass sie es mit halb- besoffenen -bekifften minderjährigen kids zu tun hatte (leichtes spiel).
militante anarchos gibts in münchen schon lange nicht mehr.
im gegensatz zu frankfurt oder berlin laufen hier hier keine bettelnde punks mehr herum.
es gibt in münchen keine "Szene".
aber es gibt die null tolerance politik.
"wehret den anfängen"!
Hier wurde schon alles im ansatz erstickt.
das haben die kids nicht gewusst.
dass die pflastersteine nicht für den gartenbau bestimmt waren .... tjaja...
aber vielleicht wollten sie auch nur "vorab" sich selber zeigen: "das ist mein zuhause".
das verteidige ich ....
und dann kommt der geplante angriff.
beschissen für alle.
Paging