Funktionsbau oder preisgekrönte Architektur? Über diese Frage war zwischen der Bahn und der Stadt ein heftiger Streit entbrannt. Nun lenkt die Bahn ein und verzichtet auf ihre Billigvariante. Doch bevor gebaut werden kann, muss noch eine andere verkehrspolitische Frage für München geklärt werden.
Die Deutsche Bahn will beim geplanten Neubau des Hauptbahnhofs nun doch versuchen, den preisgekrönten Entwurf des Architektenbüros Auer+Weber umzusetzen. Darauf haben sich Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) und der Technikvorstand der Bahn, Volker Kefer, bei einem Spitzentreffen in Berlin verständigt.
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Über den preisgekrönten Entwurf des Architekturbürosen Auer + Weber haben die Stadt München und die Bahn heftig gestritten. Nun lenkt der Konzern ein. (© Auer + Weber)
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Kefer habe ihm zugesagt, in Kürze auf das Büro Auer+Weber+Assoziierte zuzugehen und bis Herbst eine Lösung zu finden, sagte Ude der Süddeutschen Zeitung. Ein Bahnsprecher bestätigte das. Über die Ergebnisse dieser Verhandlungen soll dann abschließend bei einem neuerlichen Treffen im Herbst geredet werden, an dem laut Ude auch Bahn-Chef Rüdiger Grube teilnehmen soll. Der OB wertete das Ergebnis des Gesprächs als "vollen Erfolg".
Vorausgegangen war dem Treffen ein heftiger Streit zwischen der Bahn und dem Stadtrat. Der Konzern hatte im Frühjahr erklärt, beim geplanten Neubau des Bahnhofsgebäudes auf den preisgekrönten Auer+Weber-Entwurf verzichten zu wollen. Stattdessen hatte die Bahn ein eigenes Konzept für einen "funktionalen Neubau" vorgelegt. Dieses sei wesentlich günstiger als der Entwurf von Auer+Weber.
Das Münchner Büro hatte vor Jahren einen Gestaltungswettbewerb gewonnen und mit seinem Vorschlag nicht nur die Jury, sondern auch die Stadträte begeistert. Der Entwurf der Bahn wurde bei der Präsentation im Mai dagegen von zahlreichen Stadträten als "Flickwerk" und "Kaufhausarchitektur" gescholten; ein hoher Bahnmanager wurde sogar ausgebuht, weil er konkrete Fragen der Stadträte zu Planung und Kostenkalkulation nicht beantworten wollte.
Die Frage nach den Baukosten dürfte auch nach dem Gespräch mit Ude ein Konfliktthema zwischen Bahn und den Architekten bleiben. Laut Ude hat die Bahn ihm zwar "Zahlenmaterial mit Endsummen" unterbreitet. "Nachvollziehbare Zwischenschritte fehlen aber." Daher sei es nun an der Bahn, zusammen mit Auer+Weber eine Lösung im Kostenstreit zu finden. Das Münchner Büro hat immer wieder betont, sein Entwurf könne auch für weit weniger Geld als die ursprünglich genannten etwa 350 Millionen Euro realisiert werden; dazu müsste der Entwurf leicht umgeplant werden. Das Grundkonzept bliebe aber erhalten.
Daran ist auch der Stadt gelegen. Denn das Planungsreferat hatte heftige Kritik an dem "funktionalen Neubau" der Bahn geübt. So wollte der Konzern - um die Kosten zu drücken - bei den Übergängen von den Fernbahnsteigen zur U-Bahn sowie zur bestehenden Stammstrecke sparen. Dort könnte es dann eng werden, hatten die städtischen Planer bemängelt. Auch der Durchgang von der Bahnsteighalle zum Bahnhofsvorplatz sei zu eng gefasst. Denn um höhere Mieteinnahmen zu erzielen, hatte die Bahn in ihrem neuen Entwurf größere Ladenflächen vorgesehen - und diesen Platz von den ursprünglich eingeplanten Flächen für die Fußgänger und Reisenden abgeknapst.
Laut Ude hat die Bahn nun zugesagt, die aus seiner Sicht "unverzichtbaren Verbesserungen" bei den Verknüpfungspunkten und den Passagierströmen zu berücksichtigen. "Der Bahn ist klar, dass sie zwar zur Erfüllung wirtschaftlicher Vorgaben, aber auch zur Erfüllung verkehrlicher Anforderungen verpflichtet ist", so Ude.
Ein Problem bleibt: Die Bahn kann den Neubau erst nach Fertigstellung der geplanten zweiten S-Bahn-Stammstrecke angehen. Denn dazu muss am Hauptbahnhof ein großes Zugangsbauwerk errichtet werden - und erst wenn das steht, kann die Bahn das neue Empfangsgebäude darauf bauen. Unklar ist aber bisher, ob der Bund seinen Anteil von einer Milliarde Euro für den zweiten Tunnel bereitstellt. Ude verlangte daher eine Entscheidung von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bis Herbst - und wird dabei unterstützt von der Münchner CSU: "Wir sind nicht bereit, uns erneut auf den Sankt-Nimmerleins-Tag vertrösten zu lassen", sagte Fraktionschef Josef Schmid.
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(SZ vom 13.07.2011/bica)
Studie von UN-Kinderhilfswerk
Die neueste Antwort
Während die Württemberger dafür bekannt sind wahre Gschaftlhuber zu sein sind die Bayern und Münchner (zumindest die Gebürtigen) ja so ziemlich das Gegenteil. Wo der Stuttgarter einem seine K21 und "Atomkraft nein Danke" Buttons auf Bio-Wollen-T-Shirts entgegendrückt sagt der Münchner "ja mei" und will seine Ruah. Das mal dazu. Also echt...
Und ich fand auch den gescholtenen Bahnentwurf ned schlecht, schauts euch halt den Istzustand an. Und so wichtig is mir das Design von am Bahnhof eh ned, er muss sauber, funktionell, sicher, übersichtlich mit guter Wegeführung sein. Den hochgelobten neuen berliner Teuerhauptbahnhof fand ich zB immer schon einen Topkandidat für den Augenkrebs-Architekturpreis. Zugig ist er außerdem, unübersichtlich dank zig Ebenen, die man mal per Aufzug mal per Rolltreppe (aber nicht mit jedem Aufzug oder jeder Rolltreppe) erreichen kann auch. Und wenn man den Bahnhof verlässt steht man auf einem windig asphaltierten Brachland voller plattgetretener Kaugummi. In München stehst (fast) gleich am Stachus mit Wasserspiel und allem. Das ist es doch worum es geht wenn man eine Stadt besucht, den Eindruck außerhalb des Bahnhofs.
Wenn man das Bild anklickt und etwas vergrößert, sieht man die Tramgleise.
Was mich stört, das die Betonung zu stark auf Kaufhaus liegt und zu wenig auf Verkehrsknoten. So wie die Flächenverteilung ist, wird es statt der jetzt großen Schalterhallt wohl nur ein kleiner "Gehschlauch" werden. Und wenn die Zugänge zur S-Bahn und zur U4/5 genauso optimiert werden, dann muss man wohl Glück haben, überhaupt dort hinzukommen.
Sicherlich ist schön was anderes.
Die Paul-Hayse-Unterführung bleibt davon ja wohl unberührt hässlich und eine Querbahnsteig zwischen Starnberger und Holzkirchnerbahnhof, um die Umsteigezeiten zu verkürzen, wird es schon aus verkaufstechnischen Gründen nicht geben, da sonst die Mieter in diesem Kaufbahnhofhaus "verhungern" werden. Es ist ein reines Shopingmal-Objekt, aber keine Verkehrsprojekt. Reisendenverkehr spielt dort keine Rolle. Das muß jedem klar sein.
Schade, da hätte man sicherlich mehr daraus machen können.
Der passt überhaupt nicht ins Erscheinungsbild.
Wir brauchen kein 2. Frankfurt!
wir kommen!
...wo sind bitte die Trambahnen hin? Klar, ohne sieht es schöner auf den Entwurf aus aber da wo auf den Vorplatz Leute stehen müssten die Gleise und die Haltestelle sein!
Der neue Hauptbahnhof wird viel höher als der Alte der mit den Lagerräumen der Geschäfte nur 2 Stockwerke hoch war. Hier kann man mindestens 3-4 Stockwerke erahnen.
Die Kosten sind extrem günstiger als S21 und trotzdem sind der Bahn 350 Millionen Euro für München zu wenig obwohl dieser Bahnhof der Bahn den meisten Gewinn bringt. Verkehrt ist die Welt!
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