Fang am Hauptbahnhof: Ein 36-Jähriger ist im Zug mit 1,2 Kilo Kokain erwischt worden. Er gab an, die Drogen zum Eigenbedarf gekauft zu haben, die Polizei glaubte ihm nicht.
Solch ein Fang ist selbst für altgediente Rauschgiftfahnder etwas Besonderes: Kokain im Wert von rund 95.000 Euro haben Polizeibeamte am Hauptbahnhof bei einem Bulgaren gefunden.
37 Kilogramm: Vor zwei Jahren wurde in Bayern eine Riesenmenge Kokain gefunden. (© Foto: dpa)
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Der 36-Jährige, der am Freitag mit dem Zug aus Amsterdam gekommen war, trug das Kokain in Plomben verpackt am Körper und im Gepäck. Einen Teil der etwa zwei Zentimeter großen Plastikbehältnissen hatte er auch geschluckt. Insgesamt förderten die Polizisten 159 Plomben mit je acht Gramm Kokain zutage, als sie den Bulgaren durchsuchten.
Die meisten Behältnisse hatte der Mann "trickreich", wie ein Polizeisprecher sagt, auf alle möglichen Gepäckstücke verteilt. 32 Plomben hatte er hinuntergeschluckt - eine lebensgefährliche Sache, wenn die Verpackung undicht wird. Nach seiner Festnahme klagte der Bulgare über Übelkeit; allein die Menge der geschluckten Plomben dürfte ihm im Magen gelegen haben.
Der Mann war gegen 7.20 Uhr mit dem Zug angekommen. Als die Polizei das Rauschgift bei ihm fand, gab er an, das Kokain lediglich zum Eigenbedarf in Amsterdam gekauft zu haben. Er sei eigentlich auf dem Weg nach Bulgarien.
Die Rauschgiftfahnder gehen allerdings davon aus, dass zumindest ein Teil des Kokains für den Münchner Markt bestimmt gewesen ist. Bei dem Bulgaren fanden die Beamten auch vier Handys sowie zahlreiche Speicherkarten, die nun vielleicht zu den Auftraggebern führen.
(SZ vom 03.08.2009/mai/sonn)
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