HandelWie Münchner Buchläden überleben wollen

In Zeiten von Internetbestellungen und E-Books wird es immer schwerer, sich zu behaupten. Mit der Aktionswoche "Bookuck" wollen Münchner Buchhändler dem entgegenwirken. Ein Überblick.

"Ein Buchladen ist mehr als die Summe seiner Bücher." Das ist einer der Sätze, die man derzeit überall in der Stadt auf orangefarbenen Plakaten lesen kann. Sie hängen noch bis zum Samstag in Schaufenstern von mehr als 50 Buchhandlungen; an diesem Tag wird der letzte und wichtigste Tag der diesjährigen Aktionswoche "Bookuck" mit vielen Veranstaltungen gefeiert.

Die Premiere im vergangenen Jahr werteten die Initiatoren als einen Erfolg, den man gerne wiederholt. Und so haben das Kulturreferat und der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mit den - noch - zahlreichen Händlern in der Stadt wieder ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Die Mission ist klar: den gebeutelten Buchhandel zu stützen. Denn bekanntlich haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Läden quer durch die Republik bereits aufgegeben - die einstigen Kunden bestellen lieber im Internet bei Branchenriesen wie Amazon, sie lesen E-Books oder längst gar kein Buch mehr.

In solchen Zeiten braucht es Ideen, zum Beispiel eine gute Nische. Sechs Spezial-Buchhandlungen stellt die SZ auf dieser Seite vor; sie haben sich auf Krimi- und Frauenliteratur, Kinder- und Kunstbücher, Coaching und Esoterik verlegt. Dass sie dazu jedes lieferbare Buch über Nacht bestellen, ist für sie wie für alle anderen Buchhändler selbstverständlich. Es ist nur nicht allen Kunden bekannt; noch immer müssen manche Buchhändler Pakete annehmen, die ihre Nachbarn im Internet bestellt haben.

Auf all dies wollen sie mit "Bookuck" aufmerksam machen - vor allem aber wollen sie mit ihren Kunden feiern (alle Termine hier). Sie haben Rätsel für Kinder entwickelt, Autoren von Mirjam Pressler bis Tilman Spengler eingeladen, sie erinnern an verstorbene Münchner Schriftsteller wie Gert Hofmann und feiern in Gedichten das Leben und das Lesen. Ein guter Anlass also, um mal wieder in den Laden um die Ecke zu schauen - und danach vielleicht sogar in ein gutes Buch.

(Im Bild: The Munich Readery - mehr hier)

Bild: Florian Peljak 8. Juni 2016, 16:312016-06-08 16:31:37 © SZ vom 08.06.2016/vewo