Glockenbachviertel Waffennarr mit Verbindungen zur rechten Szene

Er hortete Waffen - und NS-Devotionalien. Der Waffennarr aus dem Glockenbachviertel hatte offenbar Verbindungen zur rechten Szene. Dabei hatte das Innenministerium zunächst das Gegenteil behauptet.

Von Florian Fuchs

Der Waffennarr, der in seiner Wohnung im Glockenbachviertel Waffen hortete und sich im April selbst erschoss, als die Polizei vor seiner Tür stand, beschäftigte sich offenbar mit der rechtsextremen Szene. Wie das Innenministerium jetzt auf eine Anfrage im Landtag der Grünen-Abgeordneten Katharina Schulze mitteilte, fanden die Beamten bei einer Durchsuchung der Wohnung eine Ausgabe von Adolf Hitlers "Mein Kampf". Zudem besaß der Mann Bücher über das Oklahoma-Attentat von 1995, bei dem 168 Menschen getötet und mehr als 800 verletzt wurden.

Die Anfrage der Grünen zielte auf Waffen- und Sprengstofffunde in der rechtsextremen Szene. Das Innenministerium beharrt darauf, dass Fabian F., in dessen Wohnung 2013 eine selbst gebastelte Nagelbombe gefunden wurde, keine Verbindungen zur rechtsextremen Szene hatte. Dabei hatte der Mann, der sich im Gefängnis Monate nach seiner Verhaftung das Leben genommen hat, szenetypische Tätowierungen. Er hatte bereits eine Vorstrafe, weil er sich auf einen Finger ein stilisiertes Keltenkreuz hatte stechen lassen. In seiner Wohnung fanden Beamte NS-Devotionalien. "Die Haltung des Innenministeriums in diesen Fällen ist absolut unverständlich", kritisiert Schulze. "Gerade in Zeiten des NSU-Prozesses sollte man eine gewisse Sensibilität erwarten. Stattdessen wird versucht, alles, was mit Rechtsextremismus zu tun hat, klein zu halten."

"Er hat vielleicht eine Explosion geplant"

Der 32-Jährige hat offenbar auf die Sicherheitsbehörden gewartet: Nach dem Leichenfund im Glockenbachviertel geht die Polizei davon aus, dass der Mann die Wohnung in die Luft jagen wollte. Die Beamten fanden ein Waffenarsenal und Kanister mit Spiritus. Von Florian Fuchs mehr ...