Eine Rutschpartie auf den Straßen, das erlebten die Münchner am Donnerstag. Feuerwehr und Rettungsdienst rückten zu 50 Einsätzen aus. In den Krankenhäusern herrschte Hochbetrieb.
Das böse Erwachen kommt spätestens mit den ersten Schritten aus dem Haus. Wer sich gedankenverloren an den milden Temperaturen erfreut, hat schon verloren: Schuhe finden keinen Halt, Menschen rutschen aus - und landen schmerzhaft auf dem eisglatten Boden. Weil nicht alle Unfälle glimpflich ausgehen, herrschte in den Münchner Kliniken am gestrigen Donnerstag reger Betrieb.
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Melanie Wirth hat sich bei Glatteis den unteren Arm gebrochen und wird nun von Krankenpfleger Joachim Oster im Schwabinger Krankenhaus eingegipst. (© Foto: Alessandra Schellnegger)
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"Unsere Notaufnahmen laufen auf Hochtouren", sagt Ina Herzke, Sprecherin des Städtischen Klinikums München. Genaue Zahlen könne sie zwar nicht nennen, die Mitarbeiter der vier Unfallchirurgien hätten aber alle Hände voll zu tun. Es seien so gut wie alle Verletzungen vertreten - von Schürfwunden, bei denen es um eine schnelle Erstversorgung gehe, über Brüche aller Art bis hin zu Schädel- und Hüftprellungen. "Trotz der vielen Patienten ist die Versorgung aber überall gewährleistet."
Der Grund für die spiegelglatten Gehwege: überfrierende Nässe. Durch die vergleichsweise milden Tagestemperaturen in den vergangenen Tagen schmolz der Schnee an den Straßenrändern ab. Wenn die Temperaturen in der Nacht wieder unter den Nullpunkt sinken, gefrieren die nassen Straßen und Gehwege - bis zum nächsten Morgen hat sich dann eine Eisschicht gebildet. In München und dem Landkreis kam es am Donnerstag deshalb zu 46 Unfällen - doppelt so viele wie an den vorherigen Tagen.
Zwei Menschen wurden dabei verletzt. In den meisten Fällen blieb es bei Blechschäden. Feuerwehr und Rettungsdienst mussten zu 50 Einsätzen ausrücken; ein Pensum, das nur durch elf zusätzliche Krankenwagen bewältigt werden konnte. Ein kurioser Unfall ereignete sich bei Augsburg. An einem Unfallort rutschten nacheinander ein Notarztwagen in einen Streifenwagen und ein Rettungswagen in ein Feuerwehrauto. Fünf Personen wurden dabei verletzt.
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