Zudem malträtierten sie ihre Opfer mit Fußtritten und schütteten Parfüm über ihr aus. Weiter träufelten sie ihr Maggi in die Augen, wodurch die Frau eine Hornhauterosion und eine Bindehautreizung erlitt. Ob die Augenverletzungen so schwerwiegend sind, dass die Rentnerin später Sehprobleme haben wird, können die Ärzte momentan noch nicht sagen.

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Mehrere Stunden muss das Martyrium der wehrlosen Rentnerin gedauert haben. Der von der Polizei als Mitläufer eingestufte Schüler behauptet, dass er mehrmals gehen wollte, ihn der andere aber gezwungen habe zu bleiben.

Irgendwann durfte er dann doch die Wohnung verlassen und kam an der Wohnung der Familie seines Freundes vorbei, die in unmittelbarer Nachbarschaft liegt. Dessen Mutter vermisste den 13-Jährige schon seit Stunden, sah den Freund und fragte nach. Daraufhin legte der Freund sofort ein Geständnis ab, gegen 20.40 Uhr alarmierte die Mutter schließlich die Polizei.

Auf das Klingeln der Beamten hin konnte sich die demenzkranke, verletzte Frau am Boden liegend bis zur Türe schleppen und öffnen. Sie sei sehr verstört gewesen, sagte Hellwig. Die Verletzte kam sofort in ein Krankenhaus. Ob die Frau aus eigener Kraft irgendwann hätte Hilfe holen können, ist unklar, "ihre Verletzungen waren jedenfalls nicht lebensbedrohlich", so Hellwig.

Die 83-Jährige wollte bis zum Dienstagmorgen noch keine Aussage bei der Polizei machen. Deshalb kann die Kripo bislang das Tatgeschehen nur aus den Angaben der beiden 13-Jährigen rekonstruieren. "Außerdem werden wir die am Tatort sichergestellten Gegenstände spurentechnisch genau unter die Lupe nehmen", erklärte Hellwig.

So können die Ermittler beispielsweise feststellen, wer die Maggi-Flasche oder den Rasierschaum in Händen hatte. Auch werden die Handys der beiden Jugendlichen dahingehend ausgewertet, ob sie eventuell die Tat gefilmt haben.

Via Handy hatte der Freund nach dem Geständnis vor der Mutter auch Kontakt mit dem anderen 13-Jährigen aufgenommen. Die Polizei machte den mutmaßlichen Haupttäter wenig später in der Fraunhoferstraße ausfindig. Der 13-Jährige ist laut Polizei seit frühester Kindheit verhaltensauffällig, er lebt bei seiner Mutter und befand sich in ambulanter psychologischer Behandlung.

Dem Jugendamt ist er ebenso bekannt wie sein Freund, beide waren in der Vergangenheit schon mehrmals von zu Hause weggelaufen. Da der verhaltensauffällige 13-Jährige seiner Mutter damit gedroht hatte, dass er sich umbringen werde, wenn er in ein geschlossenes Heim komme, wurde er wegen Suizidgefahr ins Heckscher Klinikum für Kinder- und Jugendpsychiatrie eingeliefert. Wegen Gewalttaten, so die Polizei, seien die beiden Schüler noch nie aufgefallen.

"So traurig es klingt, aber derartige Fälle kommen vor", sagt Kriminaldirektor Hellwig. Die Polizei werde ihre Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung weiterführen, allerdings können die beiden 13-Jährigen nicht belangt werden, weil sie noch strafunmündig sind.

Das Jugendamt werde engen Kontakt mit den Familien halten, so die Polizei. Wann die 83-jährige Frau aus dem Krankenhaus entlassen wird, ist noch ungewiss. Sie lebt allein in ihrer Wohnung in Milbertshofen und wird von ihrer Nichte betreut.

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  1. Die unfassbaren Taten der 13-Jährigen
  2. Sie lesen jetzt Stundenlanges Martyrium
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(SZ vom 11.03.2010/amm)