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Mit seinem Debüt-Erfolg "Wer früher stirbt, ist länger tot" hat der bayerische Filmemacher Marcus H. Rosenmüller den Nerv des Publikums getroffen. Am 3. Januar kommt sein neuer Film "Beste Gegend" ins Kino. Mit sueddeutsche.de sprach er über die Freude am Filmemachen.

sueddeutsche.de: Herr Rosenmüller, 2007 war ein ereignisreiches Jahr für Sie. Nach dem Erfolg von "Wer früher stirbt, ist länger tot" sind Sie mit dem Bayerischen und dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet worden. Was war für Sie persönlich der Höhepunkt des Jahres?

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Kati (links) und Jo feiern das Ende ihrer Schulzeit. (© Foto: Constantin Film)

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Marcus H. Rosenmüller: Preise sind mir nicht so wichtig wie Dreharbeiten. Deshalb war für mich das Wichtigste die Fertigstellung von "Beste Gegend", dem zweiten Teil einer Trilogie von Heimatfilmen. Wenn man wiederholt mit dem gleichen Team arbeitet, ist das fast schon wie in einer Familie. Und dann hab ich ja noch den "Räuber Kneissl" gedreht.

sueddeutsche.de: "Beste Gegend" kommt am 3. Januar ins Kino. Was hat Sie an dem Stoff fasziniert?

Rosenmüller: Es geht um eine ganz wichtige Phase im Leben - um die Zeit, nachdem man fertig ist mit der Schule. Diese Aufbruchstimmung, dieses Freiheitsgefühl, von dem man übermannt wird. Die beiden Hauptdarstellerinnen Kati und Jo haben die ganz großen Pläne und wollen die Welt erobern. Das ist ein riesiges Glückmoment, das wir alle kennen. Bald danach tauchen auf dem Weg Kreuzungen auf und man merkt, dass vielleicht nicht alles mit dem besten Spezi (= Kumpel, Anm. d. Red.) zu machen ist. "Beste Gegend" handelt sozusagen um die Vertreibung aus dem Paradies.

sueddeutsche.de: Wann wird es den dritten Teil der Heimat-Trilogie geben?

Rosenmüller: Die Drehbuchautorin schreibt gerade an "Beste Chance".

sueddeutsche.de: Von bayerischen Stoffen können Sie anscheinend nicht lassen - Ihr "Räuber Kneissl" ist eine Art weiß-blauer Revolutionär.

Rosenmüller: Der Film ist gerade in der Postproduction - und wunderbar geworden. Sowohl dem Kameramann als auch dem Szenenbildner ist es gelungen, außergewöhnliche Bilder zu finden. Der Kneissl ist ja aus Unterweikertshofen im Dachauer Hinterland. Sowas kann man natürlich nicht auf Hochdeutsch machen.

sueddeutsche.de: Warum haben Sie Maximilian Brückner, der dem großen Publikum als "Tatort"-Kommissar bekannt ist, für diese Rolle ausgesucht?

Rosenmüller: Er ist ein gestandener Bayer und für mich die perfekte Besetzung. Als ich zum ersten Mal von dem Projekt "Räuber Kneissl" gehört habe, habe ich ihn sofort angerufen.

sueddeutsche.de: Warum wollen Sie die Geschichte eines lokalen Volkshelden bekannt machen?

Rosenmüller: Mich lockt seine Biographie - ein Leben, das auf und ab geht, voller Lebenslust und voller Tiefschläge. Die Dramaturgie, die da drinnensteckt, ist wie für einen Filmstoff geschaffen. Mit Verrat, mit Liebe, mit Gefängnis, mit Rebellion - das ist das Leben vom Kneissl.

sueddeutsche.de: Ihre Filme befördern stets viel Heimatgefühl - damit liegen Sie im Trend. Wie lange hält diese Mode an?

Rosenmüller: Solange, wie die Geschichten gut und unterhaltsam sind. Diese Filme werden nie nur davon leben, dass sie Heimatfilme sind oder dass da Bairisch gesprochen wird. Dialekt alleine hat noch keine Qualität. Dialekt kann aber dazu beitragen, dass ein Film authentischer wird.

sueddeutsche.de: Als nächstes wollen Sie den Kinderroman "Die Perlmutterfarbe" verfilmen - ein völlig neues Genre für Sie.

Rosenmüller: Das ist ein Traumprojekt für mich - ein echter Bandenfilm, historisch, in guten Klamotten. Ich freu mich dermaßen darauf. Wir hatten ein Casting und da haben wir diese Kinder gesehen, die solche Rotzbubn (= freche Bengel, Anm. d. Red.) sind. Ich glaube, dass wird eine super Sache. Ende Februar fangen wir an zum Drehen.

sueddeutsche.de: Wie wählen Sie Ihre Drehbücher aus? Welche Themen gefallen Ihnen als Filmstoff?

Rosenmüller: Es muss mich einfach packen beim Lesen. Dann merke ich schon, interessiert es mich oder nicht. Als ich das Drehbuch zu "Beste Zeit" erstmals in die Hand bekam, habe ich mir sofort gedacht: 'Ja genau, so ist es mir in der Pubertät auch gegangen!'.Und dann muss ich halt sofort einen Film daraus machen.

sueddeutsche.de: Sie sind beim Publikum sehr beliebt. Wie kommen Sie mit der Popularität klar?

Rosenmüller: Ich glaub' nicht, dass ich der Publikumsliebling bin. Die Leute lieben in Wahrheit doch nur die guten Geschichten, die ich verfilmt habe. Mit den Themen haben sich viele identifiziert. Mein Rezept ist: keinen puren Klamauk zu machen, aber den Humor nicht wegzulassen - und den Leuten ein bisschen was vom Leben zu erzählen.

sueddeutsche.de: Sie haben in diesem Jahr einen Film nach dem anderen gedreht. Bleibt bei soviel Stress überhaupt noch Zeit fürs Privatleben?

Rosenmüller: Die wenige Zeit fürs Private muss man sich halt immer wieder nehmen. Das Gute ist, dass ich eingespielte Teams habe, sonst ginge es nicht. Ich habe Leute, die malochen und auf die ich mich verlassen kann. Andere Regisseure sitzen beispielsweise viel öfter beim Komponisten - ich brauche meinem nicht zu sagen, wie er die Filmmusik zu komponieren hat. So ist es auch mit den Kameramännern. Ich sehe meinen Schwerpunkt eher in der Arbeit mehr mit den Schauspielern. Das dauert, bis wir eine gemeinsame Sprache gefunden haben - aber es lohnt sich.

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(sueddeutsche.de/jja)