Münchens Mieter sind in Sorge: Verlieren sie durch den großen Deal der BayernLB ihre Wohnungen? Die Stadt schmiedet ein Investoren-Konsortium zur Übernahme.
Es dürfte der größte Deal auf dem Münchner Wohnungsmarkt werden seit dem Verkauf der Neuen Heimat Anfang der neunziger Jahre: 10.700 Wohnungen in und um München sind zu haben, dazu weitere 23.000 in ganz Bayern. Noch gehören sie der Bayerischen Landesbank, oder genauer: deren Tochter, der GBW AG, dem größten Vermieter im Freistaat.
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Zwar steht eine Entscheidung über den Verkauf von 10.000 Münchner Wohnungen durch die BayernLB erst 2013 an, Ude bemüht sich aber schon jetzt um die Schmiedung eines Konsortiums. (© Foto: dpa)
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Weil die BayernLB bekanntlich so sehr in Schieflage ist und mit Milliarden Steuergeldern am Leben gehalten wird, muss sie ihre Wohnungen verkaufen. Denn Vermietung gehört für die sieche Bank nicht zum Kerngeschäft. Zehntausenden Münchnern ist seit geraumer Zeit deshalb bang: Was wird aus uns? Die GBW ist als sozialer Vermieter bekannt, wie aber verhält sich ein neuer Eigentümer?
Mittelfristiger Verkauf der GBW steht fest
"Gefahr in Verzug" sieht Oberbürgermeister Christian Ude. Nicht auszuschließen ist, dass am Ende die Mieter des Freistaats die Zeche zahlen für die Misswirtschaft der Staatsbank. Gewiss, die Gefahr besteht, sie steht aber nicht unmittelbar bevor. Ja, "mittelfristig" wolle und müsse man die GBW veräußern, heißt es bei der Landesbank, das hat kürzlich auch Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) an Ude geschrieben.
Ein Bank-Sprecher wird ein wenig konkreter: Erst bis 2013 wolle man weitgehend durch sein mit dem Überprüfen aller 130 Landesbank-Beteiligungen. Das dürfte nicht nur Beruhigungstaktik, sondern durchaus glaubhaft sein, aus einem einfachen Grund: Derzeit gibt es keinen Markt für ein Unternehmen wie die GBW. Welcher Investor kann heute auf die Schnelle 33.000 Wohnungen übernehmen? Ein Marktkenner schätzt den Wert allein der Münchner GWG-Bestände auf mindestens eine halbe Milliarde Euro.
OB Ude weiß als einstiger Mieteranwalt um die Macht von Mieterängsten und baut schon mal vor: Auf sein Geheiß versucht die GWG, die zweitgrößte städtische Wohnungsgesellschaft, ein Konsortium von möglichen GBW-Investoren zusammenzuschmieden. Von großen sogenannten Bestandshaltern, denen an einem pfleglichen Umgang mit den Bewohnern gelegen ist.
GWG-Chef Dietmar Bock sagt, er habe schon eine Versicherung mit im Boot, eine öffentlich-rechtliche, und er sei zuversichtlich, bald eine zweite zu finden. Nach Jahren, in denen Assekuranzen ihre oft großen Bestände verkauften, merken sie inzwischen, dass Immobilien meist werthaltiger sind als Aktien. In seinem "losen Interessenverband", sagt Bock, seien auch noch drei private Unternehmen, und eventuell sein eigenes, die GWG. Und spätestens hier wird die Zukunft der Staatswohnungen kompliziert.
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Die neueste Antwort
München braucht ein neues Konzept was den Wohnungsbau betrifft. Man braucht einfach viel mehr Wohnraum. Seit mehr als 30 Jahren ist Wohnraum kapp hier, doch die Einwohnerzahl ist eigentlich konstant geblieben. München muss auch wachsen können.
Leider schlägt die Stadtpolitik den falschen Weg ein. "Nachverdichtung" heisst das Zauberwort. Aber die Folge ist. Verlust der Lebensqualität in der Stadt und gleichzeitig kein städtischer Zugewinn an neuen Quartieren.
Sämtliche Mieter in München hätten es selber in der Hand, sie müssten mal richtig wählen; das tun sie aber nicht. So müssen die Mieter der BAYLB tatsächelich Angst haben.
Dringend müsste man Eingemeinden und neue Quartiere schaffen. Leider ist die Messestadt Riem ein abschreckendes Beispiel für neue Quartiere, so dass niemand mehr den Mut aufbringen will, was großes zu schaffen.