Gedenkveranstaltung für den getöteten Geschäftsmann Dominik Brunner: Etwa 3000 Münchner haben für mehr Zivilcourage demonstriert.
Die Menschen stehen dicht an dicht auf dem Odeonsplatz, warme Schals ums Kinn, dicke Mützen über den Ohren. In den behandschuhten Händen halten sie rote Papierherzen, die sie immer wieder in die Luft recken.
Werben für mehr Zivilcourage: Hoeneß, Ude und Seehofer (© Foto: dpa)
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"Nimm Dein Herz in die Hand", das ist das Motto der Kundgebung für mehr Mut zur Zivilcourage, die am Sonntagnachmittag vor der Theatinerkirche stattgefunden hat. Und trotz der beißenden Kälte wagen sich viele Münchner vor die Tür - weil das Thema so wichtig ist. "Wir müssen einfach füreinander einstehen", sagt eine Frau. Am Ende, schätzt die Polizei, sind es zwischen 2500 und 3000 Menschen, die ein Zeichen setzen für mehr Mut im Alltag.
Am 12. September 2009 wurde Dominik Brunner am Sollner S-Bahnhof von zwei Halbwüchsigen zu Tode geprügelt, weil er eine Gruppe Teenager vor den Schlägern schützen wollte. Dass Brunner sein couragiertes Verhalten mit dem Leben bezahlte, schockierte die Menschen; schon bald wurde die Dominik-Brunner-Stiftung gegründet.
"Wehren Sie sich gegen Gewalt"
Die Stiftung mit ihrem Kuratoriumsvorsitzenden, dem FC-Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß, hat auch die Demonstration am vierten Adventssonntag organisiert. "Wir können jederzeit Opfer von Gewalt werden", ruft Hoeneß den Menschen zu. "Deshalb: Wehren Sie sich gegen Gewalt." Begleitet wird Hoeneß von den Bayern-Spielern Miroslav Klose, Thomas Müller und Holger Badstuber sowie von Sportdirektor Christian Nerlinger.
"Solidarität ist praktizierte Nächstenliebe", appelliert auch Ministerpräsident Horst Seehofer, "dieses Bewusstsein ist viel wichtiger als Paragrafen und Gesetze."
Er habe Brunner posthum den Bayerischen Verdienstorden verliehen, "und als ich ihn seinen Eltern übergeben habe, da hat sein Vater gesagt: Dominik hätte gar nicht anders handeln können, er ist immer für Gerechtigkeit eingetreten". Brunners Vater ist auch bei der Kundgebung am Odeonsplatz anwesend.
"Nicht wegsehen"
Oberbürgermeister Christian Ude sagt: "Der Anschlag auf Dominik Brunner war nicht der erste. Da fragen wir uns entsetzt: Woher kommt diese menschenverachtende Gewaltbereitschaft?" Alle Menschen müssten deshalb sämtliche Register ziehen, um solche Vorfälle zu verhindern.
Das beginne bei der frühkindlichen Erziehung, schließe aber auch die Videoüberwachung in U-Bahnhöfen mit ein. "Wir sollen keine Heldentaten vollbringen, aber auch nicht wegsehen, sondern Hilfe holen", so Ude.
Die Stimmung auf dem Odeonsplatz ist verhalten fröhlich und zugleich feierlich. Der Jugendchor "Young Souls" intoniert berührende Gospels, Miroslav Klose schaut verfroren in die Menge, und Peter Brugger von den "Sportfreunden Stiller" singt: "Lasst die Liebe rein in Euer Life-Design".
- Thema
- Dominik Brunner RSS
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(SZ vom 21.12.2009/plin)
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Fortsetzung
NICHT DIE ZIVILCOURAGE GEGENÜBER BANKEN, NICHT DIE GEGENÜBER KORRUPTEN POLITIKERN, BEHÖRDEN etc. .
Nein die offensichtlich nicht. Und dafür ist auch offenkundig nicht das Heer der Bürger am Odeonplatz aufgestanden. Das nämlich meint nur die Gewalt, gegen die nicht einmal Millionen Bürger bislang etwas unternommen hatten jahrzehntelang nicht. Denn seit Jahrzehnten wird das Problem verdrängt selbst diese Gewalt. Dann soll es angeblich nur die Gewalt von Rechts- und Linksradikalen geben. Diese Gewaltvorgänge, gegen die nun demonstriert wurde, etwa die durch frustrierte Jugendliche herbeigeführten, welche die Schnauze voll haben von einer Gesellschaft, die zutiefst egomanisch, materialistisch, kapitalistisch, wurden ja bislang von den allermeisten Bürgern achselzuckend wie ein unabwendbares Naturereignis hingenommen.
Die Gesellschaft, die Politik, Medien, die Wirtschaft ermöglicht Gewalt, profitiert zumeist davon. Dieser Staat aus entsprechenden Einnahmequellen wie beispielsweise aus Umsatz- und Gewerbesteuern.
Was für eine Heuchelei also, wenn er sich nun anders gibt!!!
Was für eine Heuchelei auch von Moderatoren, die sich etwa dem RTL andienen und sich nun angesichts offensichtlicher Probleme im Land als Heilsbringer geben (gemeint G.Jauch), bislang jedoch zu den Entwicklungen geschwiegen hatten, um nicht diese ihre äusserst lukrative und mit Macht ausgestattete Stellung im Sender und Gesellschaft zu riskieren.
ca-canaris
Zivilcourage gegenüber nur dieser Gewalt? Ach, es gibt GANZ ANDERE GEWALT!!! Schwerwiegendere, die gesamte Gesellschaft und den Staat gefährdende!
Das ist u.a. die GEWALT VON PLÜNDER- BZW. KORRUPTIONSCLIQUEN (EGOMANEN), welche weitestgehend totgeschwiegen wird, Gegner dieser staatsgefährdenden Cliquen regelrecht im Stich gelassen geradezu gemieden von Medien, von Staat, von Gesellschaft.
Dann gibt es INDIREKTE GEWALT DURCH GEWISSENLOSE MEDIEN, welche sie verherrlichen. Beispielsweise Medien wie RTL, SAT1 und andere.
Dann gibt es beispielsweise gewisse Internetmedien, die Gewalt als Grundlage für Systemänderung in Richtung TOTALAUSBEUTUNG DER GESELLSCHAFTEN nutzen. Dann hat es die PC-Spiele-Hersteller und ihre Distributoren und auch hier den Staat, der diese Gewaltmedien gewähren lässt.
Dann hat es eben diesen V E R R U C H T E N EGOISMUS, MATERIALISMUS, KAPITALISMUS (KRANKE SYSTEME), welcher Eltern zur Erfüllung ihrer elterlichen Pflichten unfähig macht, welcher ein absoluter Verstoß gegen grundgesetzliche Werte, Menschenrechte und auch hier der Staat, der diesen abartigen Systemen den Boden planiert. Beispielsweise die breite Mehrheit, welche beidem tatenlos zusieht, ja deren Produkte auch noch abkauft und damit diese kranken Systeme mit nährt.
Was für eine Heuchelei dieser Bericht, ist er vollständig, vor allem die Heuchelei dieser Redner zum Thema Zivilcourage. Gemäß SZ-Bericht war es KEINE DEMONSTRATION MIT BLICKRICHTUNG WIRKLICHER GEWALTURSACHE. Die Schweigehaltung eines OB ist ohnehin sprichwörtlich. Und wenn der Ministerpräsident Zivilcourage wichtiger als Gesetze erachtet, hat er ja recht. Aber welche Zivilcourage er meint, sagte er laut SZ-Bericht nicht. Wahrscheinlich nur diejenige, die ein Bürger gegenüber gewaltbereiten Jugendlichen zu zeigen hat, nicht gegenüber irgendwie zu Gewalt aufstachelnden Medien, nicht gegenüber irgendwie indirekt Gewalt bewirkenden Gläubigern, welche gegenüber ohnmächtigen, zahlungsunfähigen Schuldnern mittels Gewalt von Gerichtsvollziehern und per Observierungen vorzugehen pflegen.
wird fortgesetzt
pietätlose Bande.
Der Tod eines Menschen wird genau von denen medial ausgeschlachtet, die dank ihrer Politik durchaus eine Mitschuld tragen.
Die Politik ruft wieder nach Zivilcourage will aber das grösste Problem nicht sehen oder sind die wirklich so blind? Solange die staatliche Rechtsprechung den Täterschutz über den Opferschutz und noch viel höher den Angreiferschutz über den Helferschutz stellt kann man nur jedem raten sich nicht einzumischen. Während der Berechterstattung als das Thema aktuell war konnte man reichlich über gemachte Erfahrungen lesen wo Helfer die sich eingemischt haben zu Geldstrafen oder auch mehr verurteilt wurden. Auch ich kenne einen "Helfer" der dann entsprechend verurteilt wurde. Hier ist ganz klar der Gesetzgeber gefragt der dafür sorgen muss das der Helfer sich sicher sein kann im Fall des Falles nicht bestarft zu werden.