Gäste unzufrieden Shitstorm gegen "White Dinner"-Veranstalter

Das Dîner en Blanc auf dem Marienplatz im Juli. Der kommerzielle Ableger der Veranstaltung sorgte jetzt bei vielen Besuchern für Ärger.

(Foto: Veronica Laber)

Eigentlich sollte es ein schönes Sommer-Picknick werden: Hunderte Münchner feierten am Wochenende auf der Galopprennbahn in Riem beim "White Dinner". Aber beim kommerziellen Ableger des "Dîner en blanc" ging einiges daneben.

Von Sabine Cygan

Es sollte ein wunderschönes Sommer-Picknick werden. Ganz in Weiß feierten am Sonntag Hunderte Münchner auf der Galopprennbahn in Riem unter freiem Himmel beim "White Dinner". Doch offenbar ging einiges schief: Auf der Facebook-Seite des Veranstalters sind zahlreiche enttäuschte Kommentare zu lesen - die Menschen beschweren sich über lange Schlangen und schlechtes Essen. "Für das Geld ein Witz und eine schöne Abzocke", schreibt ein Nutzer. Sogar eine eigene Beschwerdeseite auf Facebook haben enttäuschte Gäste eingerichtet. Mehr als 120 Menschen waren am Montag beigetreten.

Kommerz in Weiß

Das "Dîner en blanc" ist als spontanes Picknick in Weiß unter Freunden gedacht. Kostenlos und an einem öffentlichen Platz. Das, was zwei Berliner Agenturen nun in München vorhaben, hat mit der ursprünglichen Idee nur noch wenig zu tun. Von Christopher Horn mehr ...

Der kommerzielle Ableger des "Dîner en blanc" fand am Sonntag zum ersten Mal in München statt. Eigentlich ist das Picknick eine Art Flashmob und kostenlos. Mitte Juli trafen sich am Marienplatz wieder Hunderte weiß gekleideter Menschen zum Essen. In Riem konnten sich die Gäste nun für 29,95 Euro eine Karte kaufen. Ein Berliner Veranstalter versprach ihnen dafür "ein erlesenes kulinarisches Angebot in einem weißen Ambiente, begleitet durch Livemusik und speziellen Showeinlagen, um den Moment perfekt zu machen".

Doch schon im Vorfeld gab es Ärger, weil der Termin verlegt wurde. Und auch an der Veranstaltung selbst hatten einige Gäste etwas auszusetzen: Die 43-jährige Münchnerin Patricia Kraushaar, die zusammen mit ihrem Mann das White Dinner besucht hatte, erzählt: "Ich hatte gedacht, das kostenlose White Dinner sei schon zu groß geworden, da sei eine Organisation nötig. Doch das war ein großer Reinfall." Sie berichtet von fehlenden Einlasskontrollen, schlechtem Entertainment und nur einer Bar für alle Gäste. Und: "Das Essen war unterirdisch." Die versprochenen Picknick-Körbe seien nicht angeboten worden, stattdessen habe es Fast-Food gegeben.

Picknick auf dem Marienplatz

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Ähnlich lasen sich viele Facebookkommentare am Montagmorgen, inzwischen beklagen viele Nutzer, dass ihre Posts auf der Seite der Veranstalter wieder gelöscht wurden. Veranstalter Leon Roewer spricht von einem automatischen Filter. Alle Kritikpunkte kann er nicht zurückweisen: "Die Veranstaltung ist definitiv nicht perfekt gewesen", sagt er. Roewer ist erst 19 Jahre alt, dennoch arbeitet er nach eigenen Angaben schon seit fünf Jahren in der Eventbranche. Nur beim White Dinner müsse er eben noch Erfahrung sammeln. Im nächsten Jahr startet er einen zweiten Versuch.

Bis dahin will allerdings noch ein zweiter Veranstalter mit dem "Dîner en blanc" verdienen: Ende August ist in München ein "White Dinner Picknick" geplant. Kosten: mehr als 30 Euro.