Die G-8-Reform bringt einige Neuerungen. Dennoch gibt es noch viel zu tun, vor allem bei der Personalversorgung.
Oft ist am achtjährigen Gymnasium seit seiner Einführung im Schuljahr 2004/2005 herumgedoktert worden. Das letzte Mal kurz vor den Sommerferien. Die vorläufig letzte G-8-Reform soll nun etwas Druck aus den Schulen nehmen: mehr Lehrer, mehr Förderangebote, kleinere Klassen, weniger Wochenstunden. Gleichzeitig wurden Richtlinien für die Kürzung des Lernstoffes in jedem Fach beschlossen. Was konkret wegfällt, kann jede Schule selbst regeln. Zudem bekommen die Gymnasien mehr Geld und Freiräume, um Engpässe, beispielsweise beim Aushilfspersonal, schneller in Eigenregie regeln zu können.
"Jede ausgefallene Stunde ist für uns die schlechteste Lösung. Daher setzen wir uns auch dafür ein, dass Grundschullehrer in den unteren Klassen unterrichten dürfen", sagt Thomas Lillig, Vorsitzender der Landeselternvereinigung. (© Foto: Robert Haas)
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Für Thomas Lillig, den Vorsitzenden der Landeselternvereinigung (LEV), ist die G-8-Novelle ein Schritt in die richtige Richtung, dennoch gebe es noch viel zu tun, vor allem bei der Personalversorgung: "Unsere Priorität sind Lehrer, Lehrer, Lehrer. Jede ausgefallene Stunde ist für uns die schlechteste Lösung. Daher setzen wir uns auch dafür ein, dass Grundschullehrer in den unteren Klassen unterrichten dürfen."
Es gebe in Bayern 1000 arbeitslose Grundschullehrer, während sich die Schulen mit Aushilfen behelfen müssten, die von Pädagogik keine Ahnung hätten, so Lillig. In Ballungszentren wie München sei die Lage etwas entspannter. Lillig vermutet, dass sich dort über Unternehmen und Universitäten leichter Aushilfskräfte rekrutieren ließen.
Neues Abitur ab 2011
Neu geregelt und gekürzt wurde der Nachmittagsunterricht. Lange Tage müssen rhythmisiert werden, damit sich Lern- und Entspannungsphasen abwechseln. Zudem dürfen Lehrer keine schriftliche Hausaufgabe zum nächsten Tag mehr aufgeben. Überall lassen sich die Vorgaben aber nicht umsetzen: "Wir bieten beispielsweise nachmittags zwei Stunden differenzierten Sportunterricht an, weil das vormittags nicht geht", sagt Peter Riedner, Direktor am Moosacher Gymnasium.
Für Unmut sorgt die Korrektur des Lehrplans. In Geschichte wurde der Stoff um 20 Prozent gekürzt, in anderen Fächern gar nicht. "Für uns ist der Lehrplan nach wie vor überfrachtet", so Lillig. Umso mehr begrüßt der Elternvertreter die neue Oberstufe. Leistungskurse fallen künftig weg, dafür gibt es mehr Seminare zur Studien- und Berufsorientierung von externen Beratern. "Wir sind froh darüber, dass sich die Schule nach außen öffnet", so Lillig.
Von 2011 an gibt es zudem ein neues Abitur. Schüler legen ihre Prüfungen nicht mehr in vier, sondern in fünf Fächern ab. Deutsch, Mathe und eine Fremdsprache sind Pflicht, die anderen beiden Fächer sind wählbar. Für Direktor Riedner eine Verbesserung: "Damit erreichen wir bei allen bayerischen Abiturienten ein ähnliches Level an Basiswissen."
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(SZ vom 25.09.2008/af)
Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld
Die neueste Antwort
Wieviele Lehrer wurden in den letzten Jahren aus welchen Gründen auch immer nicht eingestellt ?
Wieviele Lehrer werden Jahr für Jahr mit 1-Jahres-Verträgen in Ungewissheit über ihre berufliche Zukunft gehalten ?
Natürlich wurden über 2.000 Lehrer dieses Jahr neu eingestellt. Aber : Wieviele davon sind Lehrkräfte mit 1-Jahres-Verträge (die zumindest teilweise schon letztes Jahr zu diesen Bedingungen beschäftigt wurden) ? Wieviele Lehrkräfte sind aufgrund von Schwangerschaft, Krankheit, Pensionierung oder sonst welchen Gründen ausgeschieden und mußten - oder besser : müßten - ersetzt werden ?
Gegenüber 2004 wurden nach Auswertung des bayerischen Haushaltes (hier sind nämlich alle Stellen duch entspr. Budgetmittel ausgewiesen und neutral berechenbar, wenn dies auch sehr aufwändig ist) durch die Landtagsfraktion der Grünen tatsächlich nur rd. 400 Lehrkräfte ( ! ) zusätzlich seit 2004 bis zu diesem Jahr eingestellt.
Rd. 60 % der bayerischen Lehrkräfte sind über 50 Jahre (sagt das Statistische Landesamt in Bayern); die Lehrerausbildung dauert etwa bis zu 8 Jahren (einschl. 2 Jahre Referendariat).
Bei der Einstellungsquote der bayerischen Staatsregierung können wir da auf den St. Nimmerleinstag warten, bis das Problem der fehlenden Lehrkräfte behoben ist. Unterrichtsausfall wird da zum Normalfall.