G-7-Gipfel in Elmau Mehr als 50 000 Demonstranten erwartet

Halteverbotschilder in München für Zeit des G-7 Gipfels, 2015 In der Prinzregentstraße stehen Halteverbotsschilder für die Zeit des G-7 Gipfeltreffens in Schloß Elmau vom 05.06.2015 bis zum 09.06.2015 bereit. In der Münchner Innenstadt ist für den 4. Juni eine große Demonstration gegen den Gipfel angemeldet.

(Foto: Catherina Hess)
  • Der G-7-Gipfel auf Schloss Elmau wird weitreichende Folgen für die Münchner haben.
  • Für Anfang Juni sind bisher fünf Demonstrationen in der Landeshauptstadt angekündigt.
  • KVR-Chef Blume-Beyerle und die Münchner Polizei rechnen insgesamt mit mehr als 50 000 Demonstranten.
Von Martin Bernstein

Wie viele Demonstranten erwartet werden

Das Gipfeltreffen der Staatschef findet zwar 100 Kilometer entfernt in den Bergen statt. Doch die Auswirkungen auf die bayerische Landeshauptstadt werden massiv sein. Mehr noch: München dürfte der Hauptschauplatz der Proteste sein. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag sagte der Chef des Kreisverwaltungsreferats (KVR), Wilfried Blume-Beyerle, dass zum G-7-Gipfel in München bisher fünf Kundgebungen angemeldet worden seien.

Die Polizei rechnet insgesamt mit mehr als 50 000 Demonstranten. Die größte Veranstaltung soll am Donnerstag mit geschätzt 35 000 Teilnehmern stattfinden; am Samstag, 6. Juni, auf dem Königsplatz rechnet das KVR mit rund 17 000 Demonstranten. Angemeldet wurde die Veranstaltung am Königsplatz von der früheren Journalistin Beate Wedekind für die Organisation "The one Campaign": Bei der Kundgebung sollen prominente Sprecher und internationale Musiker auftreten.

Der Polizeivizepräsident in München, Robert Kopp, rechnet damit, dass sich die gewaltbereite Szene Richtung Garmisch und Elmau orientieren werde. "Krawallbrüder wollen wir in München nicht. Wir sind zwar tolerant, aber nicht deppert", sagte Kopp auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Blume-Beyerle. Kopp kündigte an, gewaltbereite Demonstranten möglichst schon am Donnerstag in München "aus dem Verkehr" zu ziehen.

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Wie das KVR mit den Demonstranten begegnet

Im KVR wird zum G-7-Gipfel unter Blume-Beyerles Leitung ein "Stab für außergewöhnliche Ereignisse" eingerichtet. In der Stadt wird es aus Sicherheitsgründen großflächig Halteverbote geben. Vom 6. bis 9. Juni sind so auch die Parkplätze unter der Donnersbergerbrücke gesperrt.

Auch einige Schüler müssen durch die Verkehrssperrungen mit Schwierigkeiten rechnen: Das Luisengymnasium in der Luisenstraße und das Wittelsbachergymnasium an der Marsstraße werden von Verkehrssperrungen und Umleitungen betroffen sein - genau zum Zeitpunkt der mündlichen Abiturnachprüfungen am 8. Juni. "Das ist unverständlich, aber es ist nun einmal so", kommentierte Blume-Beyerle das Zusammentreffen der beiden Termine. Zur Sicherheitslage während der G-7-Tage in München meinte der KVR-Chef: "In Elmau schlafen die G 7 und die Polizei; alle anderen schlafen in München - und das werden Tausende sein."

Was die Staatsregierung den Bürgern in der Region verspricht

Die bayerische Staatsregierung sieht sich derweil bei den Vorbereitungen für den G-7-Gipfel voll im Zeitplan. Bayern werde die Möglichkeit nutzen, sich der ganzen Welt als perfekter Gastgeber zu präsentieren, sagte Staatskanzleichef Marcel Huber (CSU) nach einer Kabinettssitzung am Dienstag in München.

Huber erneuerte das Versprechen, dass kein Bürger in der Region auf etwaigen Schäden durch Randalierer sitzen bleiben werde. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) soll die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industrienationen bei ihrer Ankunft auf dem Münchner Flughafen am 7. Juni begrüßen.

An dem Abend gibt er ein Abendessen für weitere Regierungschefs vor allem aus Afrika sowie für Vertreter internationaler Organisationen, die am zweiten Gipfeltag zu den Beratungen in Elmau dazustoßen sollen.