Stadtschokolade Süße Grüße

Die Kreisstadt wartet nun mit einer "Stadtschokolade" auf. Zu verdanken ist dieses essbare Souvenir dem Engagement von Schülern des Graf-Rasso-Gymnasiums. Und wer eine Tafel kauft, leistet zugleich einen Beitrag für die Umwelt

Von Christian Hufnagel, Fürstenfeldbruck

Eine Postkarte aus Fürstenfeldbruck zu kaufen und zu verschicken, dürfte im elektronischen Kommunikationszeitalter selten geworden sein, wo jeder überall und zu jedem Moment ein Handyfoto schießen und in die Welt schicken kann. Vielversprechender scheint da ein Gruß aus der Kreisstadt, der mit einer idyllischen Verpackung versehen und auch noch essbar ist. Fürstenfeldbruck kann sich nämlich jetzt rühmen, eine eigene Stadtschokolade als Souvenir anzubieten und zudem damit etwas Gutes zu tun - für bessere Arbeitsbedingungen in Entwicklungsländern wie der globalen Umweltentwicklung ganz allgemein. Verwirklicht haben dieses beispielhafte Projekt Schüler des Graf-Rasso-Gymnasiums.

Mitstreiter aus dem Brucker Gymnasium.

(Foto: privat)

An der Schule gibt es eine Arbeitsgruppe, deren Name Programm ist: "SchulFairbesserer". Ihr gehören neben drei Lehrern und einem Elternbeirat acht Schüler von der fünften bis elften Klasse an, deren Ziele Helene Kohlfürst wunderbar klar formuliert: "Wir sind zwar wenige, wollen aber durch Aktionen erreichen, dass möglichst viele Menschen diese mitbekommen." Und die Motivation für das Engagement benennt die 16-Jährige nicht weniger prägnant: Aufzeigen, "wie es in der Welt zugeht und wie man es vielleicht besser machen kann". Besser werden muss auf unserer Erde vor allem nichts weniger als der Zustand der natürlichen Umwelt. Eine Tafel Schokolade zu erwerben, scheint hierfür ein angenehmer Beitrag.

Helene Kohlfürst.

(Foto: Voxbrunner Carmen)

Ideengeber für dieses Projekt ist die Kinder- und Jugendinitiative "Plan-for-the-Planet", die ein Bewusstsein für "globale Gerechtigkeit und den Klimawandel" schaffen will. Beide Aspekte werden im Brucker Projekt verfolgt. Die Schokolade stammt aus dem Fairtrade-Handel, der den Erzeugern ein verlässliches Einkommen garantiert. Und für je fünf verkaufte Tafeln wird "Plant-for-the-Planet" ihrem Namen gerecht und einen Baum pflanzen. Dies geschieht nach deren Angaben "auf der ganzen Welt, um die Klimakrise zu bekämpfen".

Markante Bauwerke wie Klosterkirche oder Amperbrücke sind auf den Verpackungen abgebildet.

(Foto: privat)

Bei vorerst 12 000 Tafeln für den Verkauf können die Brucker also für 2400 Bäumchen sorgen. Damit diese Edition auch ein entsprechendes und ansprechendes (Postkarten-)Gesicht erhält, animierte der Arbeitskreis die Schüler am Graf-Rasso-Gymnasium zu einem Malwettbewerb: Gesucht wurden fünf Motive. 15 Beiträge gingen ein. Eine Jury entschied sich für ein künstlerisch breites Spektrum, das von naturalistischer Wiedergabe bis schon beinahe abstrakter Reduktion reicht. In allen Fällen sind die zweifellos markanten Bauwerke der Stadt zu erkennen: Klosterkirche, Amperbrücke, Sankt Leonhard. Und unter den farbenfrohen Motiven hat der Werbetexter einen eingängigen Leitspruch gefunden: "Die gute Schokolade - Mit Fürstenfeldbruck Stück für Stück Gutes tun".

Dass es sich dabei am Ende um ein süßes Vergnügen für einen Euro die Tafel handelt, können umweltbewusste Schokoladenliebhaber am kommenden Samstag, 23. Juni, im Rewe-Supermarkt in der Kurt-Schumacher-Straße erfahren. Dort präsentieren die Gymnasiasten die neue Stadtschokolade. Sie haben sich für die Zeit von 10 bis 16 Uhr zudem ein kleines Begleitprogramm ausgedacht, unter anderem mit einem Impro-Theater und Quiz. Die Stadtschokolade ist neben dem Lebensmittelmarkt unter anderem auch in Hofläden der Umgebung sowie im Hotel und Restaurant Fürstenfelder erhältlich.

Mit einem erfolgreichen Absatz steigt zudem die Aussicht, ein anderes Ziel des Arbeitskreises zu erreichen: "Wir wollen eine Fairtrade-School werden", sagt Helene Kohlfürst. Die Elftklässlerin ist sich aber schon sicher, mit dieser Aktion das Zertifikat für das Graf-Rasso-Gymnasium zu erhalten. Die betreffende Jury dürften die wahrhaft süßen Grüße aus Fürstenfeldbruck wohl in jedem Fall überzeugen.