Vier Langzüge soll es auf der Strecke der heillos überlasteten S4 geben. Darüber hinaus sind zunächst keine Verbesserungen geplant. Zusätzliche S-Bahn-Züge gibt es erst, wenn Waggons im Ruhrgebiet ausgemustert werden. Die Bürgermeister in der Region sind sauer.
Weitere Langzüge auf der S 4 gibt es frühestens 2014, darüber hinaus sind keine Verbesserungen geplant. Das ist das Ergebnis eines Treffens von Bürgermeistern mit Vertretern des bayerischen Verkehrsministeriums am Dienstag im Puchheimer Rathaus. "Das ist völlig ungenügend", rügte der Puchheimer Bürgermeister Herbert Kränzlein (SPD). Sein Brucker Amtskollege Sepp Kellerer (CSU) kann es nicht fassen, dass der Freistaat "es nicht auf die Reihe kriegt", die Infrastruktur auszubauen.
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Nur geringfügige Verbesserungen wird es bei der S 4 in absehbarer Zeit geben. (© Günther Reger)
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Die Experten aus dem Ministerium hatten den versammelten Politikern erklärt, warum - abgesehen von den kürzlich versprochenen vier Langzügen zum Fahrplanwechsel im Dezember - nichts vorwärts geht. Die zweite Stammstrecke in München sei alternativlos, aber die Finanzierung ungesichert. Und ohne die zusätzliche Röhre gebe es keinen viergleisigen Ausbau. Mehr Langzüge können nicht eingesetzt werden, weil es an Zügen fehlt. Der aktuelle Zugtyp ET 423 wird nicht mehr hergestellt und eine gemischte Flotte will die Bahn AG nicht einsetzen. Bei der Wartung und im Umlauf der Züge käme es bei verschiedenen Systemen zu Schwierigkeiten, sagte ein Vertreter des Ministeriums auf der Pressekonferenz in Puchheim.
Um vielleicht ab 2014 ein paar weitere Langzüge einsetzen zu können, hofft man im bayerischen Verkehrsministerium, vom Rhein-Ruhr-Verbund mindestens zehn bis maximal 20 Zuggarnituren des Typs ET 423 übernehmen zu können. Die Verhandlungen sollen nächstes Jahr beginnen. Die Züge sind auf eine Betriebsdauer von 20 Jahren ausgelegt, die Garnituren im Ruhrgebiet werden 2014 aber bereits nach acht Jahren Einsatz gegen ein neueres Modell ausgetauscht.
Die Bürgermeister reagierten empört auf die Aussagen aus dem Ministerium. Wenn die Staatsregierung den Tunnelbau als "alternativlos" bezeichne, dieser aber "nicht oder sehr lange nicht" verwirklicht werde, müsse man die Verbesserungen "niedrigschwelliger" ansetzen, verlangte Kränzlein. Die vier zusätzlichen Langzüge ab Dezember nannte er "Mini-Maßnahmen".
Der Puchheimer Bürgermeister warf der Staatsregierung vor, keine vorausschauende Politik zu betreiben. "Die Unterversorgung ist seit vielen Jahren absehbar." Der erwartete Zuwachs von rund 300 000 Menschen in der Region München bedeute einige tausend neue Fahrgäste für die S 4, "aber es gibt keine Verbesserung der Infrastruktur", sagte Kränzlein. Er sei "schwer enttäuscht vom bayerischen Verkehrsminister und von der Politik." Der Fürstenfeldbrucker OB Sepp Kellerer verlangte erneut, wenigstens einige Regionalzüge in Fürstenfeldbruck halten zu lassen. Die Kommunen haben seiner Auffassung zufolge gezeigt, wie man schnell und flexibel reagieren kann - Kellerer nannte als Beispiel die Schaffung von Kita-Plätzen. Die Verkehrspolitik des Freistaates gibt da seiner Ansicht nach ein deutlich schlechteres Bild ab.
Inakzeptabel finden es die Bürgermeister auch, dass die Bahnhöfe Buchenau, Puchheim und Aubing nicht barrierefrei umgebaut werden. Dass es für Provisorien keine Fördermittel gebe, wollen sie nicht gelten lassen, weil der viergleisige S-4-Ausbau, dem etwa ein Behelfsbahnsteig in Puchheim weichen müsste, um viele Jahre verschoben ist. "Das ist nicht mehr provisorisch, das sind Langzeitprojekte", sagte Kränzlein. Im Dezember soll es ein weiteres Treffen der Bürgermeister im Ministerium geben. Kränzlein hofft, dass Zeil noch vor Weihnachten Zugeständnisse macht.
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(SZ vom 28.09.2011)
Bundespräsident Gauck in Israel
Richtig! Die wird auch verschwiegen. Vor allem die Verlängerung nach Geretsried stirbt den politischen Schweigetod.
Das ist das 30 Projekt im S-Bahnnetz, das von der CSUFDP gestrichen wird.
"Mir stellt sich auch die Frage, wie ein zweiter S-Bahn Tunnel die Situation auf der U3/U6 verbessern soll."
Ich schon!
Derzeit steigen die Leute am Marienplatz aus und gehen alle in Richtung Süden, dort kommt es dann zu Staus auf den bahnsteigen, weil auch alle von der S-Bahn kommenden leute ihnen entgegen kommen.
Käme die 2. Stammstrecke wie geplant, würden einige Fahrgäste der U3/6 am Marienplatz in Richtung Marienhof gehen, das Zusammentreffen der Massen in Richtung Ausgang Marienplatz wäre geringer. Kürzere Ein-Aussteigezeiten wären die Folge, so dass die U3/6 am Marienplatz etwas schneller abgefertigt werden könnte.
Zugegeben, der Zeitgewinn wäre nicht allzu hoch und bringt gar nichts, wenn die Zugabfertigung am Odeonsplatz nicht auch verbessert würde - so bleibt der Zug der U3/6 halt dort hängen.
Es ist schier unglaublich. Einerseits verzögert das Wirtschaftsministerium dringend notwendige Ausbaumassnahmen im S-Bahnbereich (Pasing-Buchenau, Riem-Markt Schwaben), andererseits lässt er vor ein paar Tagen eine Pressmitteilung (http://www.stmwivt.bayern.de/presseinfo/pressearchiv/2011/09/pm528.html) verbreiten, in dem er eine bessere Finanzausstattung für die Schieneninfrasturktur fordert. Wenn Zeil nur den schönen Worten auch Taten folgen würden! Die Realiltät sieht jedoch anders aus!
Zum Kommentar von Schwarz-Weiss: Neben der S7 fährt in der Hauptverkehrszeit noch die S27. Beide Linien zusammen bieten ein vergleichsweise attraktives Angebot, insbesondere deshalb, da die S7 und S27 zusammen ab Stadtgrenze nur 19'400 Fahrgäste aufweist, während es auf der S4 30'300 Pendler pro Tag sind. Nicht, dass ich den Fahrgästen der S7 kein besseres Angebot gönne, aber man muss die Prioritäten nach Fahrgastzahlen setzen. Die Fahrgäste der S7 haben ausserdem den Vorteil, dass sie in Obersendling/Siemenswerke (U3) und am Harras (U6) und noch am Heimeranplatz (U4/U5) schon vor Einfahrt in die Stammstrecke Anschluss an die U-Bahn haben. Die Fahrgäste der S4 haben bis Hauptbahnhof keine Alternative. Bevor man einen 10-Minuten-Takt nach Wolfratshausen anbieten kann, müssen erst alle Züge in der HVZ als Langzüge verkehren. Meines Wissens sind die Bahnsteige dazu allerdings zu kurz. Ein weiteres Indiz für die Planungsmängel bei der Münchner S-Bahn.
Zum Kommentar Eva-Maria H.: Der Unterschied ist jedoch, dass auf der S2 bis Dachau in der Früh und am Nachmittag ein 10-Minuten-Takt angeboten wird. Auf der S4 ist das nicht der Fall. Wenn bei der S2 einmal die 10-Minuten-Takt-Verstärker ausfallen, wird von Chaos gesprochen. Die Fahrgäste entlang der S4 haben dieses Chaos von überfüllten Zügen täglich. Es ist sogar noch schlimmer, denn nach Geltendorf fahren mehr Fahrgäste (30'300) als Richtung Peterhausen (29'700). Dann ist es ja wohl das mindeste, dass die Fahrgäste der S4 wenigstens lauter Langzüge bekommen. Die Ausreden von Zeil und Bahn sind an den Haaren herbeigezogen. Dass die Triebwagen ET423 nicht mehr hergestellt werden, ist das Problem der Fehlplanung im Bestellwesen der Bahn. Die Planer hätten ja wissen müssen, dass die Einführung des Haltes Hirschgartens mehr Triebwagen erfordert. Nun muss die Bahn eben in den sauren Apfel beissen, und mit einer gemischten Flotte zurechtkommen. Dann müssen eben höhere Reserven an Fahrzeugen vorgehalten werden.
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