Puchheim Mozart trifft Marley

"Vincent Rocks" im Puchheimer Kulturzentrum

Von Felicitas Lachmayr, Puchheim

Nur das sanfte Knistern einer Plattennadel und der unverkennbar volle Sound eines analogen Plattenspielers vermögen das nostalgische Gefühl, einen Jimi Hendrix live an der Gitarre zu erleben oder der markante Stimme von John Lennon zu lauschen, für einen kurzen Moment wiederzubeleben. Während Miley Cyrus oder Justin Bieber aus dem Radio ertönen, füllen die wahren Größen der Musik bis heute die Herzen und Plattenregale der Musikliebhaber. Sie selbst sind live zwar nur noch selten zu erleben, ihre Musik aber findet auf der Bühne immer wieder Platz.

In einer außergewöhnlicher Form gelingt das den vier Musikern der Band "Vincent Rocks". Denn sie gestalten die Lieder der Superstars mit eigenwilligen Arrangements vollkommen neu. "In der klassischen Rockmusik gibt es harmonisch und kompositorisch unheimlich anspruchsvolle Stücke", sagt Bassist Günther Gebauer. Der professionelle Studiomusiker, der seit über dreißig Jahren in Puchheim lebt, ist seit 2010 Mitglied der Band und stand schon gemeinsam mit Udo Jürgens, Boney M. und Helene Fischer auf der Bühne. "Wir stellen die Stücke komplett auf den Kopf und machen eigene Versionen daraus."

Die musikalische Zeitspanne, die sie in ihrem aktuellen Programm "Best of Klassik und Rock aus 300 Jahren" abdecken, reicht allerdings weiter als bis zu Eric Clapton oder den Beatles. "Wir springen ganz frech zwischen Mozart und Hendrix hin und her. Und das nicht nur innerhalb eines Konzertes, sondern auch innerhalb einzelner Lieder", sagt Gebauer, der seit seiner Jugend Bass spielt. Mozarts kleine Nachtmusik wird mit Melodien von Cream gepaart und das "Rondo alla turca" wird mit "I shot the sheriff" von Bob Marley dem Reggae überführt. "Wir spielen mit den Elementen, führen sie teilweise ad absurdum und sprengen permanent den musikalischen Rahmen", sagt Paul Vincent Gunia, Sänger, Gitarrist und Begründer der Band, der mit Eric Burdon tourte und auf Freddie Mercurys Soloalbum "Mr. Bad Guy" zu hören ist. Der Witz entfalte sich erst bei genauem Hinhören. Damit werde die Erwartungshaltung der Zuhörer oftmals überrascht.

Ebenfalls unerwartet mutet die dynamische Vielfalt unterschiedlicher Klangfarben an, die die Musiker auf der Bühne erzeugen. Denn es sind nicht nur laute, rockige Sounds aus dem Verstärker zu hören, sondern auch sanfte, kammermusikartige Töne auf der Akustikgitarre. "Wir spielen sehr differenziert", sagt Gunia, der als jugendlicher die ersten Riffs auf der Gitarre zupfte und bald zu einem echten Profi avancierte. "Einmal ist es so leise, als könne man eine Stecknadel fallen hören und im nächsten Moment kann es dann auch wieder ordentlich scheppern", lacht er. Gunia selbst bezeichnet die Musik seiner Band "Vincent Rocks" als intelligente Rockmusik", die gewisse Ansprüche an den Zuhörer stelle und ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit erfordere. "Dann macht es richtig Spaß und der Zuhörer erlebt den ein oder anderen Aha-Effekt."

Die vierköpfige Band, die schon quer durch Deutschland tourte, aber nur selten im Münchner Raum zu hören ist, steht nun am Samstag im Kulturzentrum Puchheim auf der Bühne. Für Bassist Gebauer, der seit vielen Jahren in Puchheim wohnt, ist das ein besonderer Auftritt. "Es ist mein erstes richtiges Konzert in der Stadt", sagt er. "Ich bin schon gespannt, wie es sich anfühlt nicht nur als Musiker, sondern auch als Freund und Bekannter vor dem Publikum zu stehen." Es sei schon anders als sonst, aber noch habe er kein großes Lampenfieber. "Ich freue mich einfach darauf, im Puc zu spielen", sagt der begeisterte Musiker.

"Vincent Rocks" ist am Samstag, 28. März, von 20 Uhr an mit "Best of Klassik und Rock aus 300 Jahren" im Kulturzentrum Puchheim zu hören.