Puchheim Fußball, Snacks und lockere Gespräche

Organisator und Fitness-Trainer Uwe Mathesius weist die spätere Siegermannschaft mit Spielern aus Albanien ein.

(Foto: Johannes Simon)

Eine albanische Mannschaft gewinnt von Asylhelfern organisiertes Turnier auf dem Platz des FC Puchheim. Das Kräftemessen gilt als Werbung für einen friedliche, hilfsbereite Gesellschaft

Von Max Keldenich, Puchheim

Für Claudio Stavre ist es ein ganz besonderer Tag: Beim Fußballturnier am Freitag auf dem Vereinsgelände des FC Puchheim, organisiert vom Asylhelferkreis für Flüchtlinge, kann der 22-Jährige endlich einmal vor Publikum mit seinen fußballerischen Fähigkeiten auftrumpfen. Erst vor einem Monat war er aus Albanien nach Deutschland gekommen. Untergebracht ist Stavre in einer Schulturnhalle in Puchheim. Dem Albaner gefällt es dort eigentlich ganz gut, denn er hat bereits Freundschaften mit anderen albanischen Flüchtlingen geschlossen. Jeden Tag spielt er mit seinen Freunden auf dem benachbarten Tartanplatz Fußball. "Ich schlafe nachts aber nur fünf Stunden. Manchmal fängt ein Kind an zu schreien. Insgesamt mag ich den Ort aber gerne", bekennt Stavre.

Der 22-Jährige spielt in der stärksten Mannschaft mit dem Namen "Albania eins". Insgesamt nehmen acht Teams teil, wobei die albanische Auswahl ihrer Favoritenrolle gerecht wird und die Studentengruppe "Gloria München" im Finale mit 2:0 besiegt. Anschließend reißen die Spieler unter frenetischem Jubel den vom FC Puchheim gestifteten Siegerpokal in den Abendhimmel. "Die Spiele waren ja doch recht spannend. Das Turnier macht allen Spaß und ist eine tolle Sache für die Flüchtlinge. Vielleicht organisieren wir so ein Turnier noch mal", zieht Uwe Mathesius vom Organisatorenteam Bilanz.

Das fußballerische Kräftemessen ist die beste Werbung für eine bunte, friedliche und hilfsbereite Gesellschaft. Dieser Auffassung ist Dominik Krötz. Der 26-jährige Lehramtsstudent hält das Turnier mit Flüchtlingen für eine gute Sache, weil es für ihn noch einen anderen Aspekt hat. "Ich will vor allem mit den Flüchtlingen in Kontakt kommen und ihre Lebensgeschichte kennenlernen." Mit diesen Worten begründet Krötz seine Engagement. Mit einem anderen Teilnehmer, Christopher Gröbe, spielt der Student gelegentlich Basketball mit Flüchtlingen, die in München untergebracht sind. Krötz spricht von "schwierigen Schicksalen", mit denen man sich auseinandersetzen müsse.

An der Organisation des Turniers beteiligten sich neben dem Asylhelferkreis auch die "Puchheimer Buam". Zu dieser Freizeitmannschaft gehört Florian Neubauer, der beim FC Puchheim aktiv ist und die Absprachen mit dem zuständigen Platzwart getroffen hatte. "Ich habe heute Morgen noch die Tore aufgebaut und die Felder eingegrenzt. Ich sehe das Turnier als guten Beitrag zur Integration", beteuert Neubauer. Der FC bietet Flüchtlingen die Möglichkeit, Sport zu betreiben. Dieses Angebot kommt gut an.

Von den Zuschauern machen viele beim Asylhelferkreis mit. Von deren Mithilfe ist Organisator Uwe Mathesius beeindruckt. Sie haben Getränke und Snacks mitgebracht. Auch ein griechisches Restaurant beteiligte sich. Es stellte die Sitzmöglichkeiten zur Verfügung. Ein Hobby-Kicker hat sogar Fußballschuhe und Trikots aus seinem eigenen Bestand mitgebracht. Ein weiterer Helfer ist Frank Ehrhardt aus Puchheim. Er trägt alle Ergebnisse der Spiele in eine Tabelle ein. Seine Aufgabe besteht darin, Behördengänge mit den Flüchtlingen zu machen und die Homepage des Asylhelferkreises zu gestalten. Ehrhardt zieht ein positives Fazit des Flüchtlingsturniers: "Flüchtlinge sind ein Thema öffentlichen Interesses. Das haben wir durch dieses Turnier deutlich gemacht", hofft Ehrhardt.