Puchheim Eine Chance für die Geothermie

Puchheim hat einen interessierten Investor gefunden

Von Peter Bierl, Puchheim

Das Projekt Geothermie scheint in Puchheim endlich voranzukommen. Nach Angaben von Bürgermeister Norbert Seidl hat die Stadt sowohl einen Investor gefunden als auch mit Bayernwerk Natur einen Abnehmer für die Wärme. "Jetzt geht es um die Details. Der gute Wille ist da und ich bin verhalten optimistisch", sagte Seidl der SZ nun auf Anfrage. Sollte Puchheim erfolgreich abschließen, wäre es die einzige Kommune in der Region, die aus der Goldgräberstimmung in Sachen Geothermie, die 2005 aufkam, etwas gemacht hat.

Laut Seidl gibt es einen privaten Investor für das Projekt, und die frühere Eon Bayern Wärme GmbH, die ein Heizkraftwerk im Norden der Stadt betreibt, würde die Wärme abnehmen. Er berichtete von einem Dreier-Gespräch, bei dem man sich im Prinzip einig gewesen sei. Nun müsse der Bohrplatz genau definiert und Fragen des Baurechts geklärt werden. Außerdem will der Investor die Rentabilität berechnen. Der Knackpunkt ist, dass jedes private Unternehmen eine Rendite von mehr als sechs Prozent haben wolle, erklärte Seidl. Die Stadt will sich mit zweieinhalb Millionen Euro an einer gemeinsamen Gesellschaft beteiligen und wäre schon mit drei Prozent Rendite zufrieden.

Das gemeinsame Unternehmen würde mit dem Bayernwerk einen Vertrag über die Abnahme von Wärme abschließen, die über das vorhandene Fernwärmenetz verteilt würde. Die Komm-Energie werde sich an dem Projekt nicht beteiligen, erklärte Seidl, der zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrates dieses Unternehmens ist, das Eichenau, Gröbenzell und Puchheim zusammen mit Eon als Stromversorger gegründet haben.

Als Kommunen und Firmen im südbayerischen Raum sich vor zehn Jahren beim bayerischen Wirtschaftsministerium die Rechte für bestimmte Gebiete reservieren ließen, gerieten sich manche in die Quere, etwa als der damalige Puchheimer Bürgermeister sich ein Stück von der Germeringer Flur sichern wollte. In der Folgezeit kooperierten die beiden Kommunen dann jedoch. Im Sommer 2008 schickten sie einen Messtrupp mit Fahrzeugen für seismische Untersuchungen durch beide Claims. Das Ergebnis war, dass unter Puchheim und Germering in der Tiefe etwa 80 Liter Wasser pro Sekunde gefördert werden könnten. Die Temperatur des heißen Wassers liegt zwischen 80 und 85 Grad und würde nur für Wärmeversorgung, nicht aber für die Stromerzeugung reichen. Mögliche Bohrstellen wurden gefunden, aber geheim gehalten.

Von Anfang an waren die hohen Investitionskosten ein Problem. In Puchheim schätzte man bis zu 39 Millionen Euro, darunter allein fünf Millionen für zwei Probebohrungen. Schon der Rüttel-Trupp hatte 2008 über 300 000 Euro gekostet. Während die Stadtwerke Fürstenfeldbruck sich im Folgejahr aufgrund der hohen Kosten von der Geothermie verabschiedeten, gingen Puchheim und Germering von 2010 angetrennte Wege. Es gab Gespräche mit potenziellen Investoren, denen jedoch der Gewinn jeweils zu gering erschien. Während die Stadt Puchheim nun einen Partner gefunden haben könnte, ist man in Germering weiter auf der Suche. "Wir haben es nicht aufgegeben", sagte Stadtbaurat Jürgen Thum der SZ am Dienstag.