Puchheim Bahnhofstoilette bleibt geschlossen

Puchheim lehnt es ab, die Anlage auf eigene Kosten zu betreiben

Die Schließung der Puchheimer Bahnhofstoiletten könnte nach fünf Jahren zum Dauerzustand werden. Der Ferienausschuss des Stadtrates hat es nämlich am Dienstagabend einstimmig abgelehnt, die Bahn als Eigentümerin der Anlage aus ihrer Verpflichtung zu entlassen, die Toiletten zu übernehmen und auf eigene Kosten selbst zu betreiben. Das hätte die Stadtkasse jährlich mit rund 11 000 Euro belastet. Dazu wären einmalige Umbau- und Renovierungskosten in Höhe von etwa 15 000 Euro gekommen. Die Rathausverwaltung streitet sich bereits seit längerer Zeit mit den Bahnverantwortlichen über die Instandsetzung der Einrichtung.

Seit fünf Jahren ist die Bahnhofstoilette in Puchheim geschlossen. Und das wird wohl auch so bleiben.

(Foto: Reger)

Die Stadtrat begründete die Ablehnung damit, es sei Aufgabe der Bahn, ihren Fahrgästen die Möglichkeit zu bieten, eine Toilette aufzusuchen. Nach der Sicht der Bahn, sei es eine Aufgabe der Kommunen, öffentlichen WC-Anlagen für ihre Bürger vorzuhalten. Der Stadtrat hält es nicht für nötig, im Bahnhofsbereich eine zweite Toilette zu betreiben. Nur dreißig Meter vom Bahnsteig entfernt gibt es bereits städtische Damen- und Herrentoiletten. Diese werden allerdings nachts geschlossen. Die Kommune will damit einer mutwilligen Zerstörung ihrer Einrichtung vorbeugen. Schließlich hatte die Bahn ihre WC-Anlage nicht ohne Grund geschlossen. Die Verantwortlichen entschlossen sich zu diesem Schritt, nachdem Toilettenschüsseln mehrmals aus der Verankerung herausgerissen und zerschlagen worden waren. Da es in Bahnhofsnähe bereits eine Bedürfnisanstalt gibt, geht die vom Stadtrat beschlossene Lösung zu Lasten von Menschen mit einem Handicap. Die Unterführung gilt nämlich als nicht behindertengerecht, damit sind die dortigen Toiletten auch nicht für jeden erreichbar. Allerdings soll der Bahnsteig behindertengerecht ausgebaut werden.