Puchheim Asylhelfer ausgesperrt

Anlaufschwierigkeiten nach Umzug in neue Flüchtlingsunterkunft

Von Peter Bierl, Puchheim

In der neu eröffneten Flüchtlingsunterkunft in der Siemensstraße in Puchheim leben seit vergangener Woche etwa 120 Menschen, die meisten sind aus der Turnhalle von Gymnasium und Realschule umgezogen. Es gab jedoch "Anlaufschwierigkeiten", berichtet Jens Tönjes, der geschäftsleitende Beamte. So fehlten in der Küche der Unterkunft allerlei Utensilien. Gravierender ist, dass die ehrenamtlichen Helfer vorerst nicht in die Unterkunft dürfen. Aus dem Landratsamt heißt es dazu, das sei ein logistisches Problem, weil Chipkarten für den Eingang fehlen. Diese habe man zuerst an die Flüchtlinge verteilt.

Mit einigen Bemerkungen zur Pegida-Demonstration am Montag, auch vor dem Hintergrund der Messerattacke auf die OB-Kandidatin in Köln, eröffnete Bürgermeister Norbert Seidl (SPD) am Dienstag im Stadtrat den Tagesordnungspunkt Unterbringung von Flüchtlingen. Diese Bewegung habe sich "enttarnt", stellte er fest.

Der Umzug der Flüchtlinge von der Turnhalle verlief nicht ganz reibungslos, erklärte Tönjes. Während die Menschen in der Halle voll verpflegt wurden, können und müssen sie nun selbst kochen. Allerdings fehlten in der Unterkunft in der Siemensstraße kleinere Töpfe für Alleinstehende oder Waschmittel, auch der Reinigungsdienst war noch nicht organisiert. Die Asylhelfer seien verärgert, weil sie nicht in die Unterkunft im Gewerbegebiet Nord gehen können. Dort regelt ein Chipkartensystem den Zutritt. Als erstes habe man die Flüchtlinge mit solchen Karten versorgt, erklärte Martin Schuster, der Leiter der Ausländerbehörde im Landratsamt, der SZ. Die Helfer würden auch noch welche bekommen. "Sie sollen nicht ausgeschlossen werden", betonte er.

Von den Flüchtlingen, die seit August in der Turnhalle an der Bürgermeister-Ertl-Straße leben, wurden außerdem einige in das Containerlager in Landsberied verlegt. Derzeit sind noch etwa 30 Menschen in der Halle, jedoch werden in dieser Woche 43 neue Flüchtlinge erwartet, sagte Schuster.

Die Halle sei schlecht zu beheizen, sodass die Leute jetzt bei winterlichen Temperaturen frieren. Die ausgeteilten Decken seien zu dünn. Manche Kinder bleiben tagsüber im Bett, um sich warm zu halten. Dass die Turnhalle schlecht zu beheizen ist, sei bekannt, bisher habe er aber noch keine Klagen vernommen. Sollte es Probleme geben, würde das Landratsamt mehr Decken verteilen.

Insgesamt, so betonte Tönjes, habe die Unterbringung bislang gut funktioniert. Es gab weder in der Halle unter den Flüchtlingen, noch mit den Anwohnern Konflikte. Immerhin handelt es sich um die bislang größte Unterkunft im Landkreis, abgesehen von der Erstaufnahme auf dem Brucker Fliegerhorst. Sehr dazu beigetragen habe das Engagement der Ehrenamtlichen, unter denen sich etliche Stadträte befinden.

Am Donnerstagabend sollte ein Gespräch mit Vertretern der Stadt, der Kreisbehörde, dem Helferkreis und der Heimleitung stattfinden, in dem Probleme besprochen werden sollen.