Olching/Gröbenzell Jeder dritte Jugendliche wählt Schwarz

Schüler des Olchinger Gymnasiums lassen sich von Marie Weber (links) das Prozedere erklären und geben dann ihre Stimme ab.

(Foto: Günther Reger)

Die CSU/CSU schneidet bei der U18-Testwahl im Landkreis mit 34 Prozent besser ab als im Bundesdurchschnitt, die Grünen folgen mit 27 Prozent

Von Viktoria Lack, Olching/Gröbenzell

Etwa 215 000 Kinder und Jugendliche haben am Freitag bei der bundesweiten U18-Wahl ihr Kreuz gesetzt. In 1662 Wahllokalen konnte jeder teilnehmen, der jünger als 18 Jahre ist - so auch in den Wahllokalen des Gymnasiums Olching und der Gröbenzeller Jugendbegegnungsstätte. Ein Mindestalter für die Teilnahme gibt es dabei nicht, die Hürden sollen möglichst niedrig gehalten werden.

Am Wochenende wurden die Stimmen bundesweit ausgewertet und auf der Homepage der U18-Wahl veröffentlicht, inklusive der einzelnen Ergebnisse der verschiedenen Bundesländer und Wahlkreise. Deutschlandweit bekam die CDU/CSU mit 28 Prozent (alle zahlen auf volle Prozentwerte gerundet) die meisten Stimmen. Es folgten die SPD mit 20 Prozent, Die Grünen mit 17 Prozent, Die Linke mit acht Prozent, die AfD mit sieben Prozent und die FDP mit sechs Prozent. Auf den Landkreis Fürstenfeldbruck beschränkt, sieht das Ergebnis etwas anders aus: CDU/CSU führen mit 34 Prozent, gefolgt von den Grünen mit 27 Prozent. Die SPD erhielt 16 Prozent der Stimmen, die FDP wurde von sieben Prozent der Jugendlichen im Landkreis gewählt. Die U18 Wahl soll nicht nur den Jugendlichen ein Gefühl für die Wahl vermitteln, sondern auch als Stimmungsbild für die Politiker dienen. CSU-Kandidatin Katrin Staffler ist naturgemäß sehr zufrieden mit dem Ergebnis: "Das gibt noch mal Rückenwind für die letzte Woche im Wahlkampf." Das Ergebnis schreibt sie vor allem Einsatz und Engagement der Jungen Union zu. Auch Grünen-Bundestagsabgeordnete Beate Walter-Rosenheimer äußert sich zufrieden über das Ergebnis ihrer Partei, die Politik für Jugendliche liege ihr persönlich sehr am Herzen. "Die jungen Leute sind die Zukunft, es ist schön zu wissen, dass wir dort große Sympathien haben. Jetzt müssen wir aber auch etwas daraus machen - das ist eine große Aufgabe." Die Grünen setzen sich dafür ein, das Wahlalter zu senken. Dies müsse dann aber, so Walter-Rosenheimer, auch in Verbindung mit mehr politischer Bildung an den Schulen geschehen. Demokratie brauche mehr Platz als nur einen Lehrplan, Jugendliche sollten Demokratie erfahren und sich in der Schule mit aktuellen Geschehnissen auseinandersetzen.

Michael Schrodi von der SPD hofft indes, dass das Ergebnis der realen Bundestagswahl besser ausfällt. Er schreibe der U18-Wahl wenig Gewicht zu, da diese ja hauptsächlich dafür gedacht sei, die Kinder und Jugendlichen an die Themen Politik und Wahl heranzuführen. Auch FDP-Kandidat Andreas Schwarzer bleibt unbeeindruckt. Erst bei der richtigen Wahl werde sich zeigen, ob wirklich ein Kommunikationsdefizit mit den Jugendlichen besteht. "Ich hätte es mir anders gewünscht, aber da kann man wohl nichts machen", so Schwarzer.

Ergebnisse unter www.u18.org/bundestagswahl-2017/wahlergebnisse