Olching Der Traum vom urbanen Olching

Auf dem Gelände um die Paulusgrube soll bald ein belebtes Zentrum entstehen, das zum Verweilen und Flanieren einlädt. Dabei ist vor allem das Verkehrskonzept eine Herausforderung

Von Julia Bergmann, Olching

Ein modernes und belebtes Zentrum soll in Olching auf dem Areal um die Paulusgrube entstehen. Cafés, ein Spielplatz, ein kleiner Stadtpark, eine Einkaufspassage und ein neuer Busbahnhof sollen sowohl Einheimische als auch Besucher von außerhalb in das neue Bahnhofsviertel locken. Zumindest wenn es nach Stefan Strohmayr von der Gesellschaft für Stadtplanung und Urbanistik (GSU) geht, der am Donnerstag seinen Vorentwurf im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt hat. "Ein Traum", lautet der Kommentar von CSU-Stadträtin Maria Hartl. Lob für den Entwurf gab es nicht nur von ihr. Die Aussicht auf einen attraktiven, urbanen Mittelpunkt für die Stadt, sorgte fraktionsübergreifend für Begeisterung.

Was auf Strohmayrs Reißbrett entstanden ist, zeigt die Vision von einem städtischen Olching, das zum Verweilen und Flanieren einlädt. An der Kreuzung Hauptstraße/Bahnhofstraße soll ein mehrstöckiges, markantes Gebäude entstehen, in dem etwa ein Teil einer Shopping-Mall, aber auch Büroräume untergebracht werden könnten. Der kleine Turm wird Teil eines großen Gebäudekomplexes sein, in dem verschiedene Nutzungsbereiche, etwa zum Wohnen, Einkaufen, aber auch für Büroräume untergebracht werden. Optisch verbunden ist der Komplex durch ein begrüntes Vordach. Eine optische Verbindung soll auch die Bahnhofstraße über die kreuzende Hauptstraße hinweg in Richtung Mühlbach erhalten. Eine geschwungene, begrünte Landschaftsbrücke wird die Wege vereinen und einen einfacheren Zugang zum Gewässer ermöglichen.

Eine begrünte Landschaftsbrücke soll vom Mühlbach über die Hauptstraße zur Bahnhofstraße führen.

(Foto: Stadt Olching/Rakete GmbH)

Die neue Bahnhofstraße, die in Zukunft parallel zur Wolfstraße verlaufen wird, soll künftig als Shared Space genutzt werden. Ein von sämtlichen Verkehrsteilnehmern gleichberechtigt genutzter Straßenraum, der keine voneinander abgegrenzten Funktionszuweisungen etwa für Fußgänger, Autofahrer oder Fahrradfahrer mehr trifft.

Anders als in früheren Planungen soll der Busbahnhof nun dort bleiben, wo er heute ist. Zunächst sollte er im nordwestlich von der Hauptstraße gelegenen Teil der Bahnhofstraße untergebracht werden. Die Bus- und Bahnreisenden hätten dann aber zum Umsteigen eine Fahrbahn queren müssen. Im Alltag gerade für Pendler, die Anschlussverbindungen erreichen müssen zu unpraktisch.

Der hintere Bereich des Areals, der an die Jahnstraße angrenzt, wird ruhiger gestaltet. Dort sieht die Planung Wohnbebauung vor. Damit sich die Lärmbelästigung für die Anwohner in Grenzen hält, muss ein Großteil des Verkehrs, vor allem Liefer- und Busverkehr, über neue Wegeverbindungen um den großen Gebäudekomplex herum, wieder auf die Hauptstraße geführt werden.

"Es ist nicht ganz einfach", sagt Bürgermeister Andreas Magg (SPD) zu diesem Aspekt. Ein modernes, intelligentes Ampelsystem soll laut Verkehrs- und ÖPNV-Planern den Verkehrsfluss künftig optimal regulieren, erklärt der Bürgermeister. Ein Punkt, den nicht nur Verkehrsreferent Hans Bieniek (CSU), sondern auch Ruth Busl (FW) kritisch hinterfragen. So befürchtet Biniek etwa, dass die Busausfahrt direkt vor der Bahnhofsunterführung zu unübersichtlich werden könnte. Busl hingegen mahnt, dass es wegen der nah beieinanderliegenden Tiefgaragenausfahrt und dem Busbahnhof zum Verkehrschaos kommen könnte. Berechnungen zum Verkehrskonzept laufen derzeit noch.

Das wohl markanteste Bauwerk im neuen Bahnhofsviertel wird der große Gebäudekomplex sein, der von einem begrünten Vordach optisch verbunden wird.

(Foto: Stadt Olching/Rakete GmbH)

Auch dass ausreichend Park- und Haltemöglichkeiten auf dem Areal entstehen, halten die Stadträte für wichtig. Vorgesehen ist nicht nur ein neues Parkdeck, das sich unter einem Teil der Landschaftsbrücke verbirgt, sondern auch eine Tiefgarage mit Zufahrt in der Bahnhofstraße. Noch handelt es sich bei der Planung aber um einen Vorentwurf, der sich in Details verändern kann. Auch die Bilder, die während der Sitzung gezeigt werden, sollen lediglich verdeutlichen, wie der Platz später architektonisch gestaltet werden könnte.

Stadtentwicklungsreferent Alfred Münch zeigt sich erleichtert darüber, dass mit der Planung nicht bereits vor einigen Jahren begonnen wurde. "Wir sind erst durch die Grunderwerbe der letzten zwei Jahre in die Situation gekommen, so planen zu können", sagt er. "Wenn wir das so oder so ähnlich umsetzen können, ist es sicherlich ein großes Plus für Olching", sagt CSU-Fraktionsvorsitzender Tomas Bauer. Nun muss noch der Stadtrat am 11. Mai dem Vorentwurf zustimmen. Voraussichtlich am 19. Juni sollen die Olchinger bei einer Bürgerversammlung detailliert über das Vorhaben informiert werden, bevor das Projekt in die frühzeitige Beteiligung geht.