Der Plan entstand wenige Wochen nach dem Amoklauf von Winnenden und nun steht er kurz vor der Realisierung: Die Gemeinde Olching bekommt eine neue Schule - samt Schützenheim.
Eigentlich ist die Nachricht aus dem Olchinger Bauausschuss in Zeiten kommunaler Finanznot eine gute: Bayerns größte Gemeinde im Landkreis Fürstenfeldbruck bekommt eine neue Hauptschule samt Dreifachturnhalle. Doch auf dem Schulgelände wird trotz des Protests von Lehrerverbänden, Eltern und Anwohnern auch ein Schützenheim mit zehn Schießständen gebaut. So hat es der Bauausschuss am Dienstag abend mit den Stimmen von CSU und SPD beschlossen.
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"In Olching gibt es offenbar eine starke Lobby dafür, dass junge Leute das Schießen lernen": Trotz massiver Proteste von Lehrerverbänden, Eltern und Anwohnern will Olching eine Hauptschule inklusive Schützenheim bauen. (Symbolbild) (© ag.ddp)
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"Ich habe dafür überhaupt kein Verständnis", schimpfte Klaus Wenzel, Präsident des Bayerischen Lehrerverbands BLLV, am Tag nach der Entscheidung. Schon vor Monaten hat Wenzel die Verquickung von Schule und Schießen scharf kritisiert und die Gemeinderäte gebeten, ihr Ansinnen zu überdenken. Doch die politische Mehrheit in Olching sieht darin ebenso wie SPD-Bürgermeister Andreas Magg kein Problem.
Die Idee, ein Schützenheim auf dem Gelände einer neuen Hauptschule zu bauen, kam wenige Wochen nach dem Amoklauf von Winnenden mit 16 Toten auf. In Olching wird argumentiert, dass die Schießanlage einen eigenen Eingang hat und somit vom Schulbetrieb getrennt sei. Außerdem gibt es in der Gemeinde mit 25.000 Einwohnern und sechs Schützenvereinen einen Grundsatzbeschluss, laut dem bei kommunalen Neubauten grundsätzlich geprüft wird, ob dort ein Schützenheim untergebracht werden kann.
Als die Pläne in Olching bekannt wurden, sammelten Anwohner Unterschriften gegen das Projekt, der Elternbeirat des benachbarten Gymnasiums schrieb einen offenen Brief an den Bürgermeister, und Kultusminister Ludwig Spaenle mahnte zu mehr Sensibilität. Vergeblich. 415.000 Euro soll das Schützenheim nun kosten - eine enorme Summe für die klamme Gemeinde.
"In Olching gibt es offenbar eine starke Lobby dafür, dass junge Leute das Schießen lernen", sagt Wenzel resigniert. "Die Kommunen können das völlig autonom entscheiden", erklärt Wilfried Schoberer vom Bayerischen Gemeindetag und macht aus seinem Unmut keinen Hehl: "Die Verknüpfung von Schule und Schießen finden wir nicht toll." Ihm gefällt erst recht nicht, dass Olching kein Einzelfall ist: In Bayern gibt es 28 Schulen und 23 Schulturnhallen, in denen geschossen wird. Das ergab 2009 eine Anfrage der Grünen im Landtag. Wo diese Schulen sind, vermag das Innenministerium bis heute nicht zu sagen, aus dem Münchner Schulreferat heißt es, dass es in den Schulen der Landeshauptstadt keine Schießanlagen gibt.
Das Innenministerium ist der Meinung, dass keine Maßnahmen gegen Schießbetrieb oder Waffenlagerung in Schulen nötig sind. Und der Bayerische Sportschützenverband lobt Kooperationen mit Schulen ohnehin: Schließlich wollten die Schulen ihren Schülern etwas bieten und für die Schützenvereine sei das der einfachste Weg, Nachwuchs zu gewinnen. Das letzte Wort in Olching hat nun der Gemeinderat am 29. Juli - dessen Zustimmung für Schule und Schützenheim gilt als sicher.
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(SZ vom 22.07.2010/hai)
Partyzone Flußufer
Leider sind die wenigsten gut über Amokläufe und Schützenvereine informiert!!!!
Wobei die Presse mit oberflächlicher und sogar falscher Berichterstattung Ihr eigenes zu der Hetzjagt auf Schützenvereine beiträgt.
Hier in diesen Bericht sieht man es ganz deutlich an dem Bild mit der Pistole, welche auf den Schützenstand in Olching sicher nie zum Einsatz kommen wird.
Eigentlich hätte ich von der SZ hierbei doch etwas mehr Genauigkeit erwartet. Überspitzt könnte man sagen, „hat man ja nochmals Glück gehabt, dass dort kein Kampfpanzer abgebildet ist“.
Ach ja so ein Fehler mit einer solchen Waffe als Bild hat es schon einmal vor knapp einen Jahr hier gegeben.
Leider wird im ganzen Pressedschungel auch immer gleich bei jedem Amoklauf geschrieben, „wahrscheinlich Mitglied in einen Schützenverein“
Ob dies so ist oder nicht ist wohl den meisten Journalisten zuerst mal egal, Hautsache ein Artikel. Weitere Hintergründe nach den wie oder was kommen erst gar nicht in Betracht.
Derweil ist das Thema sehr viel komplexer und nur die wenigsten Amokläufe erfolgen mit Schusswaffen.
Japanische Schwerter sind hierbei im Moment leider sehr beliebt, ganz zu schweigen von Messer, Brandsätzen usw. Leider ist das keine Geschichte, sondern Wahrheit für jemanden der sich damit auch wirklich befasst.
Das Problem der Amokläufe sitzt nun einmal sehr viel tiefer, aber bei allen gibt es eine Hintergrundgeschichte, nur die will niemand hören, oder sich damit befassen, denn dann müsste man viel in der Gesellschaft ändern
- Schulstress
- Erziehung der Eltern
- soziales Umfeld
- komplette falsche Einschätzung der Eltern
- Lehrer die nicht wahr haben wollen, dass Ihre Schüler mit Messern bewaffnet in die Schule gehen
- usw, usw.
Das leichteste ist halt auf das Schießen zu Schimpfen, aber das ist keine Lösung, denn Schwerter , Brandbomben, usw. gibt es immer.
Leider sind die wenigsten gut über Amokläufe und Schützenvereine informiert!!!!
Ach ja bitte spart Euch dumme und beleidigende Kommentare.
Ich bin überzeugter Pazifist und habe Zivildienst in einer Zeit gemacht wo man hierfür gebrandmarkt wurde.
Ich habe aber auch Jahrelang in der Jugendarbeit gearbeitet und bin immer noch bei einen Schützenverein vorne dran
Olchinger Bürger (und darüber hinaus), die über den korrekten Sachverhalt informiert sind, sind sich einig: Der seit Jahrzehnten geplante Bau des Luftdruckstandes ist absolut zu befürworten.
Gegner bzw. Kritiker im Gemeinderat, in den Lehrerverbänden und in der Presse handeln politisch motiviert. Natürlich gibt es einzelne Anhänger dieser Gruppierungen, die sich deren Haltung unkritisch anschließen.
Über die ausreichende Nutzung der geplanten Sportstätten muss man sich übrigens keine Sorgen machen. Wie in Olching üblich, werden die Räumlichkeiten mehr als ausgebucht sein.
Bisher haben mir zwar viele Pädagogen erklären können, dass sie etwas gegen die bauliche Verbindung von Schützenheimen und Schulen haben, aber noch nie, warum.
Vielleicht liegt dies daran, dass es tatsächlich keine Gründe dafür gibt. Schießsport hat etwas mit Konzentrationsfähigkeit, Körperbeherrschung und (im Verein) auch etwas mit sozialen Fähigkeiten zu tun. Schützenvereine und deren Sportwaffen dienen eben nicht dazu, Gewalt einzuüben oder Machtgefühle zu trainieren, sondern mit eben diesen Sportwaffen unbefangen und mit Verantwortungsgefühl umzugehen.
Sofern Schulen und (Schützen-)Vereine überhaupt Kontakt zueinander haben, beruht dieser auf Freiwilligkeit. Kein/e Schüler/in wird trainiert, ohne dass sie und ihre Eltern wollen.
Wenn ich diverse "Anti"-Stellungnahmen lese, dann fehlt immer das Entscheidende: WARUM sind solche Kombinationen aus Pädagogensicht unerwünscht ?
Olching ist ein gespaltener Ort. Es gibt die Alteingesessenen. Da ist die Welt mit Schützenverein, Burschenschaft, Speedway und freiwilliger Feuerwehr noch in Ordnung. Dann gibt es die Neuen - die aus München kommen. Die wollen v.a. Freizeit, gute Bildung für die Kinder, Ruhe. Und diese Gruppe der Neuen hat natürlich ganz andere Bedürfnisse. Die sind gegen Schützenvereine, Speedwaylärm etc. Das schafft natürlich Unfrieden, wenn der Bürgermeister mal wieder was gegen den Willen der Lehrer und wohl auch der Direktorin der HS durchdrückt. V.a. weil die Neuen alle in direkter Umgebung der neuen Hauptschule wohnen. Die Alten wohnen dagegen in anderen Vierteln.
Zudem ist es ja nicht so, dass Olching unbedingt ein neues Schützenheim benötigt. Es gibt ja bereits Räume für Schützen. Z.B. im Kinderhaus mit Kinderkrippe und Kindergarten. Es ist also in Olching Programm, dass Kinder gleich mit der Windel in Kontakt mit Schützen kommen. Dann muss natürlich auch ein Schützenraum in die HS. Fehlt eigentlich nur noch in den Grundschulen.
Des weiteren besteht der Verein für den eine Investition von 450 T€ gemacht wird aus 70 Mitgliedern. Das bedeutet, dass für jedes Mitglied 6,5T€ investitert wird (davon dass ein Teil davon passive Mitglieder sind brauche ich wohl gar nicht zu reden - der Raum wird auf jeden Fall nie überfüllt sein). Dafür gibt es Gedanken das Schwimmbad platt zu machen, bei denen z.B. die Trainingszeiten der Wasserwacht chronisch überfüllt sind. Da darf sich der geneigte Leser Gedanken machen, was mehr Sinn macht. Kindern das schwimmen oder das schiessen beizubringen. In Olching wohl das Schiessen. Obwohl in Olching so viele Seen vorhanden sind, dass Badeunfälle zu erwarten wären.
Ohne Winnenden überhaupt anzusprechen finde ich ziemlich viele Argumente gegen das Schützenheim. Ich finde, wir brauchen es nicht.
Tatsächlich geht es um die Ablenkung vom eigentlichen Thema:
Das Versagen der Grün-Alternativen Erziehungs- und Bildungspolitik!
- Angefangen mit der weltfremden Idee der antiautoritären Erziehung.
- Über die "kleine Klassenstärken sind besser für die Kinder"-Lüge, die wissenschaftlich längst widerlegt ist.
- Hin zum Pisa-Fiasko, das uns durch das Fernhalten von Leistungsdruck in den Schulen die "Generation Doof" beschert hat.
- Bis zum jetzigen Dogma zur Erziehung zum "friedfertigen Demokraten". Die darin enthaltene Ausgrenzung und Diskriminierung von ganz normalen Jungs als "Gewalttätig" ist eine menschliche Katastrophe und im höchsten Maße ungerecht.
Das hat etwas mit "Winnenden" zu tun!
Der Luftdruckstand in Olching nicht.
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