Olching Argumente an der Baustelle

Die Vorarbeiten für die Südwestumfahrung beginnen mit einer Erklärung von Stefan Meier. Der Leiter des staatlichen Bauamts trifft dabei auf Befürworter und Gegner der Planungen

Von Erich C. Setzwein, Olching

Ein gutes Beispiel für lebendige Demokratie haben am Dienstagmittag Befürworter und Gegner der geplanten Südwestumfahrung von Olching gegeben. Auf der wegen der Rodungsarbeiten für den neuen Kreisverkehr gesperrten Römerstraße demonstrierten beide Gruppen während eines Pressetermins des staatlichen Bauamts Freising zum sogenannten Bauanlauf. Behördenleiter Stefan Meier erläuterte, begleitet von kritischen Zwischenrufen, Ausgangslage, Bauverlauf und Ziel der Maßnahme. Zum Jahresende 2019 soll der zwei Kilometer lange Abschnitt zwischen der Staatsstraße 2345 und der Roggensteiner Straße im Süden von Olching gebaut sein. Zwei Hindernisse gilt es für die Straßenbauer aber noch zu überwinden. Zum einen mögliche Änderungen an den Plänen wegen einer neuen Untersuchung zum Hochwasserschutz, zum anderen der Grunderwerb.

Meier machte einen zuversichtlichen Eindruck, als er auf Nachfrage von Gerd Schlenker, Vorsitzender der Bürgerinitiative Ortsentwicklung Olching (BIOO), erklärte, wie sein Bauamt gedenkt, zu den erforderlichen Grundstücken zu kommen. Vor Kurzem habe ein Sammeltermin stattgefunden, bei dem den betroffenen Eigentümern Grundstücke aus einem Flächenpool angeboten worden seien. Die Grundbesitzer hätten nun die Möglichkeit, sich für den Tausch zu entscheiden. "Wir sind jetzt auf einem guten Weg", sagte Meier reichlich optimistisch. Möglich geworden sei die neue Entwicklung, weil die Technische Universität München einige zum Versuchsgut Roggenstein gehörige Flächen zur Verfügung stellt.

Kontra: Direkt an der Baustelle demonstrieren Gegner einer Umfahrung. Unter ihnen befindet sich auch Fee Huber, Vorsitzende der Freien Wähler.

(Foto: Johannes Simon)

Dass die Straßenbauer noch kein Betretungsrecht auf den Grundstücken haben, hat auch Innenstaatssekretär Gerhard Eck auf eine Anfrage des Eichenauer SPD-Landtagsabgeordneten Herbert Kränzlein mitgeteilt. Eck bestätigte, dass es sich um zehn Eigentümer handle, mit denen verhandelt werde. Dass jetzt schon an der Römerstraße und entlang der Staatsstraße 2345 gerodet werden kann, liegt daran, dass es sich dort um Flächen der Stadt Olching handelt. Die Stadt habe diese Maßnahme genehmigt.

Auch auf die von der BIOO eingeforderte Erklärung zum Hochwasserschutz fand Meier eine Antwort, die die Gegner der Umfahrung freilich nicht zufrieden stellen konnte. Laut Meier wird es eine neue Untersuchung der hydraulischen Verhältnisse geben. Mit den Ergebnissen rechnet er Ende dieses Jahres. Dann werde sich zeigen, "ob wir gegebenenfalls etwas ändern müssen". Meier verriet aber schon einmal, dass sich nach den bisherigen Erkenntnissen des Wasserwirtschaftsamtes wohl keine großen Unterschiede zu der bereits für das Planfeststellungsverfahren erforderlichen hydraulischen Analyse ergeben würden. Das aber bezweifeln die Umfahrungsgegner.

Pro: Es beteiligen sich auch der Landtagsabgeordnete Reinhold Bocklet und die Zweite Bürgermeisterin Maria Hartl.

(Foto: Johannes Simon)

Die BIOO und auch die Freien Wähler sehen im Hochwassergebiet des Starzelbachs ein Haupthindernis für die Umfahrung. Nach den Überflutungen im Jahr 2013 haben sich Alling, Eichenau und Olching zusammengetan, um ein gemeinsames Hochwasserschutzkonzept zu erarbeiten. Die Arbeiten dafür sind aber noch nicht beendet, Konsequenzen noch nicht abzusehen.

Die Freien Wähler aus Olching und Eichenau wollen das Thema Hochwasserschutz zum Mittelpunkt einer weiteren Kundgebung gegen die Südwestumfahrung am Donnerstag, 26. Oktober, auf der Roggensteiner Straße im Süden von Olching machen. Der Landesvorsitzende Hubert Aiwanger wird dabei als Gastredner auftreten.

Eine Weiterführung der Umfahrung von dem neu zu bauenden Kreisverkehr auf der Roggensteiner Straße nach Gröbenzell, die sogenannte Südostumfahrung, sei bislang nicht als dringend eingestuft worden, sagte Meier auf Zurufe aus der Schar der Gegendemonstranten. Er machte auch wenig Hoffnung darauf, dass sich dies schon im Straßenausbauplan nach dem Jahr 2020 ändern werde.

Ohne auf eine mögliche zusätzliche Belastung für die Nachbargemeinde Eichenau einzugehen, kündigte Meier eine Entlastung des Olchinger Zentrums "von 20 bis 33 Prozent" des jetzigen Verkehrs an. Derzeit befahren seinen Worten zufolge etwa 14 000 Fahrzeuge täglich die Fürstenfeldbrucker Straße, etwa 10 000 sind es auf der Roggensteiner Straße. Im Durchschnitt, so Meier, seien die Staatsstraßen in Oberbayern mit täglich durchschnittlich 5000 Fahrzeugen belastet. Der Kreisverkehr am Roßhaupter Platz, wo die Staatsstraßen aufeinandertreffen sei extrem belastet. Die Umfahrung werde dazu beitragen, dass es dort nicht mehr zu den Staus komme, wie sie jetzt an der Tagesordnung seien.