Mitten in Fürstenfeldbruck S 4, was wird aus dir?

Zur S 4 gibt es viele Fragen, aber nur wenige Antworten. Auch von Fachleuten ist nichts zu erfahren

Von Heike A. Batzer

Was wird aus der S 4? Eine Frage, die vielen am Herzen liegt, aber auf die es nur selten echte Antworten gibt. Auch als jüngst Fürstenfeldbrucks Kreisräte Auskunft über die Zukunft der S-Bahn-Linie 4 begehrten, blieb es beim Versuch. Der Vertreter des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) und stellvertretende Leiter des Bereichs Konzeption, Bernhard Fink, der zur Sitzung des Kreisausschusses geladen war, konnte oder wollte zu den meisten Fragen keine Antworten geben. Er listete auf, dass das Jahr 2015 in Sachen zweiter Stammstrecke einen Durchbruch gebracht habe: mit der Baugenehmigung für einen weiteren Abschnitt, mit dem Start der ersten europaweiten Ausschreibung für die Hauptbaumaßnahmen und mit dem "Signal der Beteiligung durch den Bund".

Norbert Seidl, Kreisrat und Bürgermeister der S-4-Stadt Puchheim, versuchte den Besuch des MVV-Mannes zu nutzen, um zu erfahren, ob es denn "auch das Signal gibt, vor der Stammstrecke die S 4 zu ertüchtigen", da diese "marode, instabil, kurz und eng" sei. Fink bekannte, er sei nicht vorbereitet auf diesen Tagesordnungspunkt. Weiter wollte Seidl wissen, ob denn daran gedacht sei, den Ausbau des Westkopfes Pasing vorzuziehen und ob es dafür eine Jahreszahl gebe. Fink: Ob das zu den netzergänzenden Maßnahmen gehöre, habe er jetzt nicht im Kopf. Der Brucker Stadtrat Jan Halbauer fragte nach, ob es für den S-Bahnhof Buchenau eine neue Entwicklung gebe. Fink: "Ich bitte um Nachsicht. Darauf bin ich nicht vorbereitet." Er machte aber darauf aufmerksam, dass kürzlich in der Gleishalle des Münchner Hauptbahnhofs ein Infocenter eröffnet worden sei, das Informationen zum geplanten Neubau des Bahnhofs-Empfangsgebäudes und zur zweiten Stammstrecke liefere.

Für eine neuerdings diskutierte S-Bahn-Verbindung im Münchner Norden und einen Anschluss bis Olching soll laut Fink zunächst eruiert werden, "ob überhaupt Schienenpersonenverkehr dort möglich ist", denn der Nordring sei ausschließlich für den Güterverkehr konzipiert und würde auch so genutzt. Vom Bereich Milbertshofen/Freimann an sei dieser Nordring nur noch zweigleisig, weshalb Güter- und Personenverkehr dort gemeinsam abgewickelt werden müssten. Es gibt eine Studie dazu, Ergebnisse würden bis 2017/2018 erwartet.