MITTEN IN FÜRSTENFELDBRUCK Beam me up zur Kreisklinik

Wie schön, dass die Zeitreise eine fantasievollere Alternative zu den sechs geplanten Varianten des Unterführungs-Umbaus in Fürstenfeldbruck bieten kann.

Von Stefan Salger

Einfach herrlich, was man mithilfe von Hightech im Allgemeinen so alles anstellen und im Speziellen in Fürstenfeldbruck so alles transportieren kann. Nehmen wir die Zeitmaschine aus dem Kinoklassiker "Zurück in die Zukunft": Rein in den silberfarbenen DeLorean DMC, wie ihn Marty McFly in den Achtzigern hatte oder wie er in der Garage des Germeringer Oldtimersammlers Christian Peschke steht. Tür zuknallen, Fluxkompensator aktivieren, rumms, zisch, schon sind wir zurückgereist in die Sechziger, mitten hinein in den nächsten Science Fiction. Wir stehen auf der Brücke des Raumschiffs Enterprise, irgendwo in einer fernen Galaxie, neben uns dieser Typ mit spitzen Ohren im eng anliegenden Glitterflitter-Outfit. Wie bitte, Spock wird laut Drehbuch erst im Jahr 2230 in Vulkanien geboren? Na dann, schnell weg hier. Rein in eines der gläsernen Dinger, die wie Duschkabinen aussehen. Scotty, Chefingenieur von Captain Kirk, soll uns mal eben dematerialisieren und unsere Moleküle andernorts und ausnahmsweise auch noch in ferner Zukunft wieder zusammenbauen - alles eine Frage der Energie. Klappt mehr schlecht als recht: bei einem ungeplanten Zwischenstopp landen wir ausgerechnet bei den Fürstenfeldbrucker Erdlingen, auf der Dachauer Straße. Dort schreibt man gerade das Jahr 2018 und sinniert darüber, wie man mit dem schwarzen Loch dieser maroden Fußgängerunterführung verfahren soll. Ein völlig losgelöster Bauexperte hat dem Ausschuss für Umwelt, Verkehr, Tiefbau und weitere irdische Angelegenheiten jüngst sechs Varianten für einen barrierefreien Umbau vorgelegt. Ein Aufzug oder zwei Aufzüge könnten eingebaut werden, gerne eine Wendeltreppe. Oder wie wäre es - der letzte Schrei - mit einer wetterfest überdachten Rolltreppe? Allemal Hightech, wenngleich nicht ganz billig im Unterhalt.

Der Zeitreisende hat Variante sieben im Gepäck: Der Bordingenieur der Enterprise ist schon in Altersteilzeit, das wäre also fürs städtische Personalbudget auch verkraftbar. Kirks rechte Hand könnte sich an der Unterführung postieren und seine Duschkabinen - eine auf jeder Seite der Dachauer Straße - bedienen. Die paar Meter Höhenunterschied zwischen Klinik und Theresianumweg schmelzen dahin wie die Männer von der Enterprise beim Augenaufschlag der bezaubernden Lieutenant Uhura. Alsdann: "Scotty, beam me up!"