Innenstadtplanung Viel Freiraum im Herzen Brucks

Auf dem südlichen Teil des Platzes gibt es am Donnerstagvormittag frisches Obst und Gemüse.

(Foto: Günther Reger)

Bis Anfang 2017 soll das Konzept für die Gestaltung des Viehmarktplatzes erarbeitet werden. Als gesetzt gelten bislang lediglich Marktstände und ein überdachter Bereich. Anlieger warnen vor dem Verlust von Parkplätzen

Von Stefan Salger, Fürstenfeldbruck

Anlieger des Viehmarktplatzes beobachten die ersten Konzeptentwürfe zur Neugestaltung der 21 400 Quadratmeter großen Fläche westlich der Hauptstraße mit Skepsis. Viele treibt die Sorge um, dass nicht alle 130 oberirdischen Autostellplätze in den Untergrund verlegt werden - zumal der Bau einer über die Pucher Straße erschlossenen Tiefgarage mit bis zu 145 Kurzzeitparkplätzen zwar als wahrscheinlich gilt, vom restlichen Planungsverfahren aber abgetrennt worden und vom Stadtrat noch nicht beschlossen ist. Viele Kunden von auswärts seien aufs Auto angewiesen und nicht bereit, beispielsweise auf dem gut 200 Meter entfernten Volksfestplatz zu parken. Auf der Informationsversammlung am Donnerstag im Obergeschoss des Fitnessklubs Hardy's gab es aber auch grundsätzliche Zustimmung zu einer gestalterischen Aufwertung des Areals. Beifall der knapp 200 Besucher gab es aber auch für Thomas Neuhausers Warnung, nicht die gestalterischen Fehler von Geschwister-Scholl-Platz und City-Point zu wiederholen. Konsens ist zudem, dass genügend Platz für Grünen Markt und Christkindlmarkt freigehalten wird.

Unter den Besuchern waren neben Oberbürgermeister Klaus Pleil und seiner Frau Claudia auch zahlreiche Stadträte sowie Annemarie Kubina, die Baudirektorin der Regierung von Oberbayern. Deren Zustimmung zum gestalterischen Konzept ist Voraussetzung dafür, dass die Stadt die millionenschwere Baumaßnahme im Idealfall zur Hälfte mit Fördermitteln finanzieren kann. Brucks Stadtbaurat Martin Kornacher sowie die Münchner Stadtplanerin Barbara Hummel vom Architekturbüro Schober stellten den ersten Rahmenentwurf vor, an dem sich die ebenfalls am Donnerstag vertretenen drei Planungsbüros aus Berlin und Überlingen orientieren sollen. Im Zuge einer sogenannten Parallelbeauftragung sollen diese der Jury des städtischen Bauherrengremiums bis Mitte Oktober "Ideenskizzen" vorlegen. Diese wiederum werden am 10. November den Bürgern vorgestellt. Es folgt die weitere Ausarbeitung bis Mitte Januar, bevor das Bauherrengremium Anfang Februar erneut zusammentritt und am 9. Februar die dann dritte Bürgerversammlung folgt. Anschließend fällt der Stadtrat die abschließende Entscheidung. Erst dann wird endgültig feststehen, welches Gesicht die "gute Stube der Stadt" künftig bekommt. Es wäre der Abschluss eines viele Jahre währenden Verfahrens. Bereits 1978 hatte es Pläne für die Umgestaltung des Platzes gegeben. Die dort geplante Stadthalle entstand dann aber auf dem Klostergelände. 1986 wurde mit Blick auf eine höhere Aufenthaltsqualität erneut ein Sanierungskonzept in Auftrag gegeben. Als sicher gilt, dass der Viehmarktplatz in städtischer Hand bleibt und die Zufahrten zu allen bestehenden Häusern und Geschäften erhalten bleibt, dass Freiflächen genügend Raum für Märkte und Veranstaltungen lassen und dass dafür zumindest der Großteil der oberirdischen Parkplätze geopfert wird. An die Stelle des vor dem ablehnenden Bürgerentscheid von 2012 geplanten großen Wohn- und Geschäftshauses soll ein 500 bis 800 Quadratmeter großer und möglicherweise durch ein Café sowie etwa zwölf Stände und öffentliche Toiletten ergänzter überdachter Bereich treten. Dieses Konzept kristallisierte sich im Zuge des Moderationsverfahrens bei diversen Workshops heraus. Weitere Details müssen im Zuge des nun anlaufenden Verfahrens festgelegt werden. So steht auch noch nicht fest, ob es ein weiteres Gebäude mit maximal 250 Quadratmetern Grundfläche geben wird, ob die Teilung in Form der Ludwigstraße in einen südlichen und einen nördlichen Bereich aufrechterhalten wird und wie viele Fahrradabstellplätze geschaffen werden. Weil alles sehr vage ist, wollte sich Kornacher auch nicht zu den Kosten des Gesamtprojekts äußern. Hummel sprach sich gleichwohl für eine "kostengünstige", gleichermaßen aber möglichst langlebige Konstruktion aus. "Wir wollen keine Luxusausführung", versicherte Kornacher. Damit sollen künftige Mieten im Rahmen gehalten und Bedenken von Anwohnern und Geschäftsleuten sowie der CSU entkräftet werden, dass der Viehmarktplatz nebst Tiefgarage zu einem "Millionengrab" (Marktreferent Markus Droth) wird.

Noch einmal geprüft werden soll unter anderem auf Anregung des Biomarkt-Betreibers Markus Dieffenbach, ob die bislang vorgesehenen 900 Quadratmeter für die Märkte reichen - Christkindlmarkt und Grüner Markt sollen bei Bedarf auch gleichzeitig stattfinden können. Zudem soll Raum bleiben für spielende Kinder, Bänke sowie Bäume. Thomas Brückner, Chef des Brucker Verkehrsforums, würde sich einen Kunstpavillon wünschen, Seniorenbeiratsvorsitzender Detlef Kurp ein Kunstwerk auf dem Platz.